Der Sharehoster DDownload wirbt für den kostenlosen VPN-Dienst Duckier. Gibt es Hinweise auf Zusammenhänge? War die Werbung kostenpflichtig?
Wer bei ddl.to mit dem Browser einen Download starten will, auf den wartet aktuell Werbung des VPN-Providers Duckier, siehe Beitragsbild oben. Ehrlich gesagt, uns erinnerte die Werbung stark an Smoozed. Das war anfangs ein in der Szene verwendeter Multihoster, später machte dessen Eigentümer Deniz C. darauf einen VPN-Dienst. Dass es zumindest eine Beteiligung dieser in der Schweiz lebenden Person an DDownload gibt, diesbezüglich zirkulieren schon seit längerer Zeit Gerüchte.
Ist der Dienst umsonst, bist Du das Produkt!
Duckier wirbt damit, ein komplett kostenloser VPN-Dienst zu sein. Dabei verwendet man nach eigenen Angaben eine „militärische AES-256-Verschlüsselung und das WireGuard-Protokoll, um deine Daten vor Hackern, ISPs und Überwachung zu schützen.“ Das Problem ist nur, immer dann wenn im Internet etwas umsonst ist, werden die Nutzer und ihre Daten schnell zum Produkt. Wenn genügend viele Downloader einen VPN-Dienst nutzen, kann man sie beim Surfen systematisch ausforschen und die so erhobenen Daten für eigene Zwecke nutzen.
Natürlich ist der VPN-Dienst auch ein zusätzliches Alleinstellungsmerkmal, was ddl.to von seinen Mitbewerbern abhebt. Man könnte konkret sehen, welche anderen Sharehoster benutzt und welche Warez besonders beliebt sind. Die daraus folgende Marktanalyse wäre durchaus interessant, wenn man mehr über die eigenen User wissen möchte. Es besteht die Möglichkeit, dass die Betreiber den VPN-Dienst mittelfristig kostenpflichtig anbieten wollen, nachdem man ihn oft genug ausprobiert hat. Wer weiß?
Keine technischen Überschneidungen feststellbar
DDownload macht keine Angaben zum Betreiber. Von daher ist kein Vergleich mit Duckier Interactive – FZCO mit Sitz in Dubai möglich. Weder die Infrastruktur noch die genutzten Webanalyse-Tools lassen darauf schließen, dass DDownload auch Duckier betreibt. Ein Vergleich der Zahlungssysteme ist nicht durchführbar, da man Duckier ohne Registrierung und ohne Bezahlung nutzen kann. Man spricht von einem sogenannten Instant VPN ohne Accountbindung.
Zudem konnten wir keine identischen JS-Assets, Hashes oder API-Strukturen bei den beiden Anbietern finden. Es gibt auch keine Hinweise auf gemeinsam genutzte Zertifikate, Public Keys oder Fingerprints. In der Szene ist die Nutzung eines CDN (Content Delivery Network) als Schutz vor möglichen DDoS-Angriffen des Wettbewerbs unumgänglich. Sich schützen zu müssen ist folglich auch kein Indiz dafür, dass beide Dienste zusammengehören.
Sollte man Duckier benutzen?
Duckier bietet Clients für alle denkbaren Betriebssysteme an, auch für Android und iOS. Mehr als 10 VPN-Standorte ist okay für den Anfang. Was den Datenschutz betrifft: Die Daten fallen so oder so an, das kann man leider nicht verhindern.
Wenn Dir schlichtweg egal ist von Unbekannten überwacht zu werden und Du unbedingt ein wenig Geld sparen willst, wäre die Nutzung womöglich eine Option. Dann aber speichert Duckier das komplette Surfverhalten. Die Informationen landen nicht mehr beim eigenen Internet-Anbieter. Der sieht nur noch, dass man sich im ersten Schritt mit dem VPN-Server verbunden hat, mehr nicht. Wir raten stattdessen ein kostenpflichtiges VPN* in Anspruch zu nehmen. Die paar Euro sollten es einem wert sein. Dann ist man wenigstens nicht mehr das Produkt.
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