Shiny Flakes: neue Anklage beim Landgericht Leipzig

Shiny Flakes kann es nicht lassen. Das Landgericht Leipzig eröffnet demnächst ein Verfahren gegen Schmidt und vier weitere Tatverdächtige.

Neues in der Causa Shiny Flakes. Wie die Leipziger Volkszeitung (LVZ) hinter einer unüberwindbaren Paywall berichtet, müssen sich demnächst fünf Personen wegen Drogenhandels vor dem Landgericht Leipzig verantworten. Schon in der Dokumentation von Netflix hatte man angedeutet, dass der 27-jährige Maximilian Schmidt wieder im alten Genre aktiv geworden war.

Dem Streaming-Anbieter war die Story so viel wert, dass man daraus eine eigene TV-Serie namens „How to sell drugs online (Fast)“ gestrickt hat. Laut Medienangaben stehen die Chancen für einen Dreh der vierten und fünften Staffel gut. Die Serie ist beim Publikum aber nur mittelprächtig angekommen.

Shiny Flakes war wieder aktiv

Nach Medienangaben wirft man den Angeklagten in mindestens sechs neuen Fällen unerlaubten Drogenhandel vor. Die Staatsanwaltschaft glaubt, Shiny Flakes und die anderen Personen haben von 2019 bis 2021 etwa 500 Sendungen mit illegalen Drogen verschickt. Gegenstand der Anklage ist diesmal keine Tonne BTM-pflichtiger Waren. Diesmal geht es „nur“ um 16,5 Kilogramm Haschisch, zwei Kilo MDMA, 500 Gramm Metamphetamin und 350 Gramm Kokain, wie die LVZ berichtet. Beim ersten Online-Shop hatte Schmidt kein Heroin im Angebot. Shiny Flakes lehnte den Vertrieb wegen mangelnder Qualität ab.

Für Schmidt steht aufgrund der ersten Verurteilung sehr viel mehr auf dem Spiel. Damals war ihm die Polizei mithilfe einer Überwachung der entscheidenden Packstation auf die Spur gekommen. Online hatte sich der Betreiber gegen alle Eventualitäten abgesichert. Er verschickte verschlüsselte E-Mails und nutzte für seine Geschäfte die IP-Adressen Dritter. Außerdem hatte er mit falschem Namen Bankkonten in ganz Deutschland eröffnet.

Shiny Flakes

Schmidt brachte im November 2015 sein Treiben im ersten Urteil sieben Jahre Freiheitsstrafe nach dem Jugendstrafrecht ein. Vor drei Jahren entließ man ihn vorzeitig aus der Haft. Heutzutage würde Shiny Flakes nicht mehr unter das Jugendstrafrecht fallen.

Nach der Hausdurchsuchung waren die Behörden damals damit beschäftigt, die vermeintlichen Drogen-Abnehmer im gesamten Bundesgebiet per Strafbefehl strafrechtlich zu verfolgen. Man fand bei der ersten Razzia Unterlagen zu 130.000 einzelnen Bestellungen.

Tarnkappe.info


Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.