Darknet-Drogendealer
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Bildquelle: Tumisu

Darknet-Drogendealer aus Landkreis Rastatt zu Haftstrafen verurteilt

Das LG Baden-Baden sprach gegen drei Darknet-Drogendealer teilweise hohe Haftstrafen aus. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Das Landgericht (LG) Baden-Baden sprach heute das Urteil zu den drei bereits am 11.03.2021 festgenommenen Darknet-Drogendealern. Die Ermittler stellten damals bei ihnen Rauschgift im Wert von 150.000 Euro sicher. Hauptangeklagt waren zwei Männer im Alter von 29 und 27 Jahre aus dem nördlichen Landkreis Rastatt. Als mutmaßlicher Gehilfe musste sich der 57-jährige Vater eines der Angeklagten verantworten, berichtet GMX.net.

Gemäß dem Urteil muss der Haupttäter nun für sechs Jahre und acht Monate hinter Gitter. Sein Komplize bekam zwei Jahre und neun Monate Gefängnis. Allein für den 57-jährigen Vater sprach das Landgericht eine Bewährungsstrafe von einem Jahr aus.

Einerseits hatte die Staatsanwaltschaft noch höhere Strafen gefordert, andererseits plädierten die Verteidiger der Darknet-Drogendealer für jeweils mildere Strafen. Strafmildernd erwiesen sich die Geständnisse, die die Angeklagten, wenngleich auch spät, dann dennoch abgaben. Berufung ist zugelassen, die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Zudem haben die Ermittler inzwischen noch knapp 300 Käufer aus dem Inland identifiziert. Gegen sie seien ebenso Verfahren eingeleitet worden.

Die Spur der Darknet-Drogendealer nahm eine Cybercrime-Ermittlungseinheit der niedersächsischen Polizei auf. Im Rahmen einer Initiativermittlung stießen die Beamten auf eine Person, die unter mehreren Pseudonymen im Darknet Rauschgiftverkäufe abwickelte. Acht Monate umfangreiche, verdeckte Ermittlungen durch das Rauschgiftdezernat des Polizeipräsidiums Offenburg und der Staatsanwaltschaft Baden-Baden führten schließlich zum Erfolg.

Den Beschuldigten Darknet-Drogendealern legte man infolge zur Last, 221 Straftaten mit über 2.800 Rauschgift-Einzelverkäufen begangen zu haben. Gehandelt hatten sie mit rund 40 Kilogramm Marihuana und etwa 2,7 Kilogramm Kokain. Aber auch Crack, Opium und die Partydroge MDMA befanden sich mit im Repertoire.

Darknet-Drogendealer bunkerten Drogen zum Marktwert von 150.000 Euro

In einer für den 11.03.2021 angesetzten Hausdurchsuchung bei den Darknet-Drogendealern beschlagnahmten die Ermittler in einem „Rauschgiftversteck in einem Wohnraum und in einem Kellerraum insgesamt circa 30 Kilogramm hochwertiges Marihuana, 1,7 Kilogramm Opium, 124 Gramm Kokain sowie MDMA, mehrere Kilogramm Streckmittel, Unmengen von Verpackungs- und Versandmaterialien, Vakumiermaschinen, Computer und Mobiltelefone, Feinwaagen und schriftliche Aufzeichnungen über Rauschgiftgeschäfte“. Das sichergestellte Rauschgift hat einen Marktwert von ca. 150.000 Euro.

Zudem stellte man eine Marihuanaaufzuchtanlage mit mehreren Marihuanapflanzen genauso sicher, wie auch ein hochwertiges E-Bike, „das der mutmaßliche Haupttäter wahrscheinlich mit den Gewinnen der illegalen Geschäfte finanziert hatte“. Gleich mehrere Lieferwagen kamen zum Einsatz für den reibungslosen Abtransport aller beschlagnahmten Gegenstände der Darknet-Drogendealer.

Über

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.