Krypto-Mining
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Krypto-Mining: Razzia bei 190 Kryptowährungs-Mining-Rigs

Die Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform der Provinz Guangdong beschlagnahmte 190 Krypto-Mining-Rigs im Wert von ca. 730.000 EUR.

Obwohl China mehr als 10 Prozent aller Bitcoin-Transaktionen hält, hat das Land vergangenes Jahr Krypto-Fundraising und -Mining verboten. Kryptogeschäfte sind bereits seit 2019 in China illegal. Aktuell haben Beamte der Provinz Guangdong lokalen Medienberichten zufolge eine illegale Krypto-Mining-Farm ausgehoben, wo die Kryptowährungs-Mining-Rigs verborgen in einer Ladestation für Elektrofahrzeuge betrieben waren.

In China sind Strafverfolgungsbehörden gemäß dem Bericht angewiesen, durch ständige Städte-Inspektionen sicherzustellen, jede Form von illegalen Mining-Operationen in den Regionen auszumerzen. Aktuell hat die staatliche Kommission für Entwicklung und Reform im Rahmen einer Razzia über 190 Krypto-Mining-Rigs im geschätzten Wert von 5 Millionen Yuan (ca. 730.000 EUR) vor Ort beschlagnahmt.

Die Beamten stellten fest, dass zum Zeitpunkt der Beschlagnahme die Krypto-Mining-Farm über 1.000 Stunden in Betrieb war. In dieser Zeit verbrauchte sie mehr als 90.000 kWh Strom. Der Besitzer pachtete die Ladestation unter dem Namen eines Hightech-Unternehmens. Die Behörden unterbrachen infolge die Stromversorgung. Zudem verpflichtete man den Betreiber dann schriftlich, das Krypto-Mining einzustellen.

Unstimmigkeiten im Stromverbrauch führten zu Ermittlungen

Die Behörden gaben an, das Besondere bei diesem Fall wäre, dass Krypto-Mining zwar viel Energie verbrauche und anhand dieses Indizes leicht aufzudecken wäre. Hier ging man allerdings davon aus, dass der Stromverbrauch einer Ladestation für Elektrofahrzeuge an sich schon hoch wäre. Somit blieb das illegale Krypto-Mining lange verborgen. Zusätzlich schützten sich die Betreiber vor neugierigen Blicken mit einem höheren Umgebungszaun. Die Behörden beendeten den Krypto-Mining-Betrieb, nachdem sie den Energieverbrauch der Ladestation genauer unter die Lupe genommen hatten. Unstimmigkeiten im Stromverbrauch führten dann erst zu weitergehenden Ermittlungen.

Krypto-Mining

Die Regierung von Peking hat im vergangenen Jahr landesweit ein absolutes Verbot von Krypto-Mining-Operationen erlassen. Als Grund gab man dabei die CO₂-Emissionsziele und den hohen Stromverbrauch der Krypto-Mining-Operationen an. Zudem störe Kryptowährung die Wirtschaftsordnung und erleichtere die Geldwäsche, erklärten die chinesischen Behörden. Demgemäß brachte die Order bereits Ende Juni 2021 für viele Server-Farmen das Aus. Seither ist China kaum mehr an den weltweiten Bitcoin-Mining-Aktivitäten beteiligt. Bis dato jedoch saßen ca. 70 Prozent aller Bitcoin-Miner weltweit in China. Die Dominanz beim Mining resultierte aus Chinas relativ billigem Strom und günstiger Hardware.

Krypto-Mining unter dem Radar

Trotz der Bemühungen der Regierung, das Krypto-Mining abzuschaffen, ist es kleineren Minern gelungen, unter dem Radar der Regierung zu bleiben. Daten des chinesischen Sicherheitsunternehmens Qihoo 360 zeigen, dass es in China täglich 109.000 aktive Krypto-Mining-IP-Adressen gibt, die über die Provinzen Guandong, Jiangsu, Zhejiang und Shandong verteilt sind. Größere Unternehmen stiegen hingegen aus und zogen an Standorte mit Krypto-freundlicher Gesetzgebung um.

Tarnkappe.info

Kategorie: Kryptowährungen

Über

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.