Cartoonhaftes Titelbild zu einer Phishing-Warnung: Auf einem Laptop oder Smartphone erscheint eine verdächtige E-Mail mit angeblicher Rückerstattung, begleitet von Warnsymbolen und einer bedrohlichen, anonymen Figur im Hintergrund. Das Bild vermittelt die Gefahr eines Datenbetrugs im Zusammenhang mit Amazon- und Klarna-Kunden.
Eine angebliche Amazon-Rückerstattung per Klarna entpuppt sich als Phishing-Falle.
Bildquelle: Google Gemini

Klarna-Phishing-Falle: Betrüger ködern Amazon-Kunden mit 129,45 Euro

Klarna-Phishing-Falle mit 129,45 Euro: Betrüger ködern Amazon-Kunden mit einer Fake-Rückerstattung und wollen an sensible Daten gelangen.

Eine vermeintliche Rückerstattung von Amazon über 129,45 Euro landet derzeit per E-Mail in den Postfächern potenzieller Opfer. Doch statt des versprochenen Geldsegens wartet dort eine Phishing-Falle im Namen von Klarna. Die Betrüger geben sich dabei als der schwedische Zahlungsdienstleister aus. Sie wollen auf diesem Weg an sensible Zahlungs- und Zugangsdaten gelangen.

Fake-Gutschrift soll Amazon-Kunden ködern

Mimikama, die österreichische Plattform für Verbraucherschutz und Aufklärung, warnt aktuell vor einer Klarna-Phishing-Falle. Per E-Mail sagen Betrüger eine Gutschrift von 129,45 Euro zu, die angeblich von Amazon stammt und über Klarna abgewickelt werden soll. Mit der scheinbar erfreulichen Nachricht versuchen die Kriminellen, Vertrauen aufzubauen.

Um die zugesagte Rückerstattung zu erhalten, sollen Empfänger ihre Zahlungsdaten über einen bereitgestellten Button bestätigen. Gemäß Mimikama dürfte dahinter allerdings ein Phishing-Versuch stecken, mit dem die Kriminellen Zahlungs- oder Zugangsdaten abgreifen wollen. Die Aussicht auf eine vermeintliche Rückzahlung soll die Verbraucher offenbar zum schnellen Klick auf den eingefügten Link bewegen.

Mimikama zeigt eine gefälschte Klarna-E-Mail mit einer angeblichen Amazon-Rückerstattung über 129,45 Euro und Aufforderung zur Bestätigung der Zahlungsmethode.
Die vermeintliche Klarna-Rückerstattung über 129,45 Euro ist Teil einer Phishing-Falle. Bildquelle: Mimikama

Die zugesagte Gutschrift dient allerdings nur als Köder. Eine tatsächliche Rückzahlung über 129,45 Euro gibt es nicht.

Fake-Klarna-Mail erzeugt Zeitdruck

Zusätzlichen Druck bauen die Täter mit einer von ihnen gesetzten Frist auf. Die Empfänger sollen die Zahlungsmethode dabei innerhalb von 72 Stunden bestätigen. Die ausstehende Rückerstattung kombiniert mit einer knappen Frist sollen die Aufmerksamkeit weg von eventuell vorhandenen Warnsignalen lenken.

Mit Logos und den bekannten Markennamen von Amazon und Klarna wollen die Betrüger auch bei der Gestaltung der Nachricht Seriosität vortäuschen. Dies vermittelt auf den ersten Blick den Eindruck einer offiziellen Mitteilung.

Klarna-Phishing-Falle: Absender verrät Betrugsversuch

Erst wer genauer hinsieht, erkennt, dass die Nachricht nicht von Klarna stammen kann. Laut Mimikama verwendet der Absender eine Adresse, die auf die Domain pt.mti.edu.eg verweist. Eine solche fremde Domain sollte bei einer Mitteilung des Zahlungsdienstleisters bereits misstrauisch machen.

Auch CHIP warnt vor der aktuellen Betrugsmasche und beschreibt die 129,45-Euro-Gutschrift als Versuch, an Daten von Amazon- und Klarna-Kunden zu gelangen.

Phishing-Mail erkannt – und jetzt?

Gleich mehrere Details in der Nachricht geben hier Anlass zur Vorsicht:

  • eine unerwartete Rückerstattung,
  • eine unbekannte oder verdächtige Absenderadresse,
  • Links zu fremden Webseiten,
  • die Aufforderung zur Eingabe sensibler Daten,
  • künstlicher Zeitdruck und
  • die Kombination aus bekannten Markennamen und ungewöhnlichen Handlungsaufforderungen.

Wer auf solche Hinweise stößt, sollte keinesfalls auf den Link klicken. Vielmehr sollte man direkt über die offiziellen Kanäle von Amazon oder Klarna prüfen, ob tatsächlich eine Rückerstattung vorliegt.

Wer den Link lediglich geöffnet, aber noch keine Daten eingegeben hat, sollte die Seite schließen und keine weiteren Eingaben vornehmen. Wurden jedoch bereits Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen übermittelt, ist schnelles Handeln erforderlich. Betroffene sollten ihre Zugangsdaten ändern. Sind Bank- oder Kartendaten betroffen, sollten sie unverzüglich das jeweilige Kreditinstitut bzw. den Zahlungsdienstleister kontaktieren, um notwendige Schutzmaßnahmen einzuleiten und gegebenenfalls Konto oder Karte sperren zu lassen. Auch eine Anzeige bei der Polizei kann sinnvoll sein.

Über

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.