VPN-Abzocke
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VPN-Abzocke: Wenn es nach der Abo-Verlängerung teuer wird!

Warnung: Bei Ablauf des Abos droht vielfach eine regelrecht VPN-Abzocke der großen Anbieter. Darum sind mehrere Kunden vor Gericht gegangen.

Auf der Startseite vieler großer Anbieter steht ein niedriger Preis, den man monatlich berechnet. Doch es droht eine waschechte VPN-Abzocke, sofern man das Abo nicht pünktlich vor Ablauf der Laufzeit kündigt. Wenn die Abbuchung des zweiten Abos erfolgt, ist es oftmals schon zu spät. Der zunächst bezahlte Preis wird mit ziemlicher Sicherheit deutlich unter der Summe liegen, die man euch dann abbucht. Das ist leider kein Zufall, das Vorgehen hat Methode.

Klagen wegen VPN-Abzocke eingereicht

Die Differenz zwischen den auffallend niedrigen Einführungs- und deutlich höheren Verlängerungspreisen ist in der VPN-Branche so groß geworden, dass einige Kunden deswegen ihre Anwälte aktiviert haben. Die eingereichten Klagen befassen sich damit, wie die Anbieter die veränderten Konditionen vor der Erneuerung der Laufzeit kommunizieren müssen. So klagte beispielsweise im Juli 2025 ein Surfshark-Nutzer das Unternehmen vor dem Central District Court in Kalifornien an. Der Kunde behauptete, Surfshark habe ihn ohne seine Zustimmung automatisch in einen wiederkehrenden Jahresplan eingeschrieben, nachdem er einen zweijährigen Surfshark-Plan erworben hatte. Er tat dies in der Annahme, es handele sich um einen einmaligen Kauf.

Im Juni 2025 und April 2026 reichte eine US-amerikanische Anwaltskanzlei eine Klage gegen NordVPN in Kalifornien und North Carolina ein. Man sagte vor Gericht aus, das Unternehmen verwende „täuschende und illegale Praktiken der automatischen Verlängerung, um Kunden dazu zu bringen, unwissentlich für unerwünschte, teure Abonnements des virtuellen privaten Netzwerks NordVPN und anderer Dienste zu zahlen.“ Die nächste Sammelklage richtete sich an ExpressVPN beim Federal Court in Kalifornien. Die Betreibergesellschaft habe es versäumt, von ihnen eine eindeutige Zustimmung einzuholen, bevor man den Kunden die Gebühren für die automatische Verlängerung in Rechnung stellte. Manche Verfahren laufen zum jetzigen Zeitpunkt noch.

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Methode wird häufiger angewendet

VPN-Abzocke mit verlockenden Einführungspreisen und der dicken Überraschung am Ende sind in dieser Branche keine Seltenheit. Davon kann man aber durchaus sprechen, sofern die Anbieter ihre Interessenten nicht ausdrücklich vor Vertragsabschluss auf die veränderten Konditionen nach Ablauf ihres Abos hinweisen. Auch wird der Kunde juristisch gesehen arge Probleme haben, das verlängerte Abo rechtmäßig zu kündigen und sein Geld zurückzufordern.

Es gibt gute Gründe, warum so viele große VPN-Provider dieses Geschäftsmodell nutzen. Auch wenn es der Branche sehr gut geht, die Kundengewinnung ist für die VPN-Anbieter zweifellos teuer. Ausgaben wie bezahlte Werbung, Affiliate-Provisionen und Platzierungen auf Bewertungsseiten muss man natürlich am Ende des Geschäftsjahres irgendwie wieder herausholen. Schon alleine die Gebühren für die Vermittlung der VPN-Abos nach dem Affiliate-Modell nehmen bis zu 40% des Kaufpreises ein. Zugegeben, wir profitieren auch von diesem System.

Wie es zur VPN-Abzocke kam

Doch langfristig angelegte Einführungsangebote decken die Kosten und vergrößern die Anzahl der zahlenden Kundschaft. Bei einigen Vergleichs-Portalen für VPN-Abos bekommt man schon beim ersten Anblick den Eindruck, dass die Betreiber die Firmen mit den höchsten Provisionen nach oben setzen und nicht die Abos, deren Konditionen für die Kunden am besten sind.

VPN-Abzocke wird es aber, wenn eine Firma schon zwei Wochen vor Ablauf des Vertrages automatisch die Verlängerung berechnet und dies den Kunden nicht rechtzeitig mitteilt. Das Ganze wird noch problematischer, wenn man Geld-zurück-Garantien ab dem Zeitpunkt der ursprünglichen Abbuchung rückwirkend berechnet.

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hide.me ist eine löbliche Ausnahme

Ein VPN-Anbieter, der sich stets fair verhält, ist hide.me*. Der Preis bei den Abonnements bleibt gleich, egal zu welchem Preis oder wann und für wie lange man bucht. Wir haben hide.me schon mehrfach getestet und waren stets sehr zufrieden. Das Unternehmen bemüht sich übrigens darum, ihre Kunden pünktlich vor Ablauf des Abos zu informieren, dass bald die nächste Abbuchung bevorsteht. Nur so hat man eine reelle Chance, den Vertrag bei Bedarf rechtzeitig zu kündigen. Damit entkräftet man natürlich auch den Vorwurf, der den anderen VPN-Providern vor Gericht gemacht wird. Nämlich nicht zu warnen, am Preis zu drehen und den Vertrag einfach zu verlängern. In der sogenannten Verlängerungserinnerung teilt hide.me den Kunden folgende Daten mit:

  • Gesamtbetrag, mit dem das Konto oder die Kreditkarte etc. demnächst belastet werden
  • Datum der Abbuchung
  • und last, but not least der Link zur Kündigung des aktiven Abonnements.

So sollten es alle Anbieter handhaben, oder? Die VPN-Abzocke hat im englischsprachigen Raum jetzt schon einen eigenen Namen: Dark Patterns. Wie man sieht, muss man sich seinen Vertragspartner gut auswählen. Bei der Nutzung der Dienstleistung geht es ja primär um Vertrauen. Und das wird man bei der Anwendung solcher Methoden direkt wieder zerstören. Außerdem spricht sich das ja auch im Internet herum.

Bares Geld beim Kauf sparen, aber wie?

Wer sich beim Einkauf die hohe Mehrwertsteuer von Deutschland sparen möchte, muss dafür nur einen kostenlosen VPN nutzen, um den Kauf scheinbar von einem anderen Land aus zu tätigen. Die Mehrwertsteuersätze unterscheiden sich sogar innerhalb der EU. Doch eigentlich dürften wir euch diesen Tipp gar nicht mitteilen.

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Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Früher brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert. In seiner Freizeit geht er am liebsten mit seinem Hund spazieren.