Google bittet Langzeit-Geschäftskunden zur KasseBildquelle: Google

Google bittet Langzeit-Geschäftskunden zur Kasse

Eine neue Art von Google, mit bestehenden Diensten mehr Geld zu verdienen, verärgert gerade einige Langzeit-User von Gmail und Docs.

Einige Google-Kunden, die deren Dienste wie E-Mail und Kalender jahrelang kostenlos nutzen durften, bekamen nun Geldforderungen von dem Billionenkonzern. Google habe die Kunden mit diesem Schritt hinters Licht geführt, sagen Stimmen aus der Geschäftskundenwelt. Man habe sich Geschäftskunden mit dem Versprechen der dauerhaften Kostenfreiheit geködert, nur um sie nun zur Kasse zu bitten.

Bei den Preiserhöhungen handelt es sich nicht um Unsummen; die Erhebung an sich ist fraglich – hat Google nicht genug Geld, das es unter anderem mit den Daten seiner (Geschäfts-)kunden verdient? Offenbar scheint es sich bei derartigen Frechheiten um reine Gier zu handeln, wie die New York Times berichtet. Der Konzern möchte mit bestehenden Services mehr Geld verdienen.

Unverständnis bei Google-Geschäftskunden

Es erschien mir unnötig kleinlich. Es ist schwer, für jemanden Mitleid zu empfinden, der etwas kostenlos für eine lange Zeit erhielt und dem nun gesagt wird, dass es Zeit wird, zu bezahlen. Aber damals wurden Versprechen gemacht. Und das überzeugte mich damals, Google-Produkte statt der der Konkurrenz zu benutzen.

Patrick Giant, Eigentümer von Think It Creative

Google sagte, dass Langzeitnutzer der sogenannten G-Suite, die E-Mail und Apps wie Docs und Calendar miteinschließt, fortan monatlich für diese bezahlen müssen. Üblicherweise verlangte Google für jede Geschäfts-E-Mail-Adresse 6 US-Dollar, was wirklich keine Löcher in Betriebskassen reißen wird. Geschäftskunden, die bis zum 27. Juli 2022 noch nicht freiwillig zu einem bezahlten Abo gewechselt haben, werden zu diesem Zeitpunkt automatisch zugeteilt. Wenn sie bis zum 1. August 2022 nicht bezahlt haben, sind ihre Accounts gesperrt.

Ursprünglich sollte diese Deadline bereits am 1. Mai sein. Das verzögerte Datum ist das Resultat aufgrund von unzähligen Beschwerden von Langzeitusern, denen die Pläne von Google gegen den Strich gehen. Googles Gmail erschien 2004 und Business-Apps wie beispielsweise Docs oder Sheets folgten zwei Jahre später. Damals war der Suchriese sehr daran interessiert, dass Familienkleinstunternehmen und Start-Ups die Google-Arbeitssoftware benutzen, also bot man sie kostenlos an. Zusätzlich konnten die Unternehmen ihren Unternehmensnamen für eigene Domains bei Gmail benutzen.

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