Nicht nur, dass das Manga-Portal bato.to & 60 weitere Seiten offline sind, der Betreiber "Larry" wartet nach der Befragung auf die Anklage.
Bei dieser Aktion ging es nicht nur um bato.to, sondern um sehr viele Manga-Portale. Die Antipiraterie-Organisation CODA spricht in ihrer Pressemitteilung vom weltweit größten Manga-Piraterie-Ring, den man ausgehoben hat. Die Organisation, die die Verlage Kadokawa, Kodansha, Shueisha, Shogakukan und Square Enix vertritt, reichte bereits im September des Vorjahres eine Strafanzeige gegen den mutmaßlichen Betreiber von bato.to in China ein. Die Strafanzeige des chinesischen Verlags China Literature Limited sollte noch mehr Druck auf die lokalen Behörden aufbauen.
Chinese verhaftet und verhört
Dies führte zu einer Razzia der Polizei im Haus des Verdächtigen in der autonomen Region Guangxi Zhuang. Man nahm den Betreiber fest, um ihn zu verhören. Er gab schließlich zu, die Websites betrieben zu haben. Daraufhin entließ man ihn gegen Kaution auf freien Fuß. Er wartet nun auf die Anklage, die demnächst gegen ihn erhoben wird. Anfang des Monats schloss CODA Bato.to und zahlreiche andere Websites.
Bato.to hatte 350 Millionen Besuche in einem Monat
Die dazugehörigen Webseiten zum Manga-Piraterie-Ring sollen alleine im Mai 2025 schätzungsweise 350 Millionen Besuche verzeichnet haben. Die Anzahl der Seitenaufrufe ist sehr viel größer. Per Geoblocking sperrte der Betreiber die Surfer aus China aus, um die eigenen Behörden nicht zu verärgern. Er glaubte wohl, deswegen wäre er in China sicher. Monatlich soll alleine bato.to rund 58.000 US-Dollar an Werbeeinnahmen generiert haben.
Hacker sollten die Identität aufdecken
Der Fall von CODA begann ursprünglich im Sommer 2024. Damals stufte man bato.to im Rahmen des Cross-Border Enforcement Projekts (CBEP) als eine der größten Bedrohungen ein. Daraufhin begannen die Ermittlungen. Dies führte schließlich zur Identifizierung des in China lebenden Mannes. Den Kollegen von TorrentFreak erklärte man, man habe in Zusammenarbeit mit Cybersicherheitsexperten und Hackern die Identität des Administrators herausgefunden. Als CODA feststellte, dass der Pirat chinesische Dienste nutzte, begann die Zusammenarbeit mit einer chinesischen Ermittlungsfirma, um den Betreiber zu identifizieren. Das führte dann zur Strafanzeige und letztlich zur Verhaftung von „Larry“ und der Schließung der ganzen Manga-Piraten-Portale.
Scanlations haben die Problematik verschärft
bato.to und verwandte Websites beinhalteten viele Scanlations. Dabei handelt es sich um Übersetzungen von Manga-Comics in andere Sprachen. Diese waren für die Verlage schon immer problematisch. Aber durch KI-Technologien ist es noch einfacher geworden, die Comics in kürzester Zeit zu übersetzen, was die Problematik weiter verschärft hat.
bato.to: Abschreckende Wirkung erhofft
Die Antipirateriefirma hofft, ihre Aktion wird eine abschreckende Wirkung haben. Nach Auskunft des legalen E-Book-Shops Mangaplaza in den USA sollen seit der Schließung von bato.to & Co. die Verkaufszahlen in die Höhe gegangen sein. Dies ist ein erstes Indiz für eine verkaufsfördernde Wirkung, aber natürlich keine repräsentative Umfrage. Bei der Masse an Manga-Portalen stellt der Verlust von 60 Webseiten einen Einbruch dar, keine Frage. Doch das ist noch lange nicht das Ende dieser Szene. Die rechtswidrige Konkurrenz im Internet freut sich sicher schon, die entstandenen Lücken bei der illegalen Versorgung der Manga-Fans zu füllen.
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