AlphaBay: Darknet-Marktplatz nach Razzia vom Netz genommen

Der Marktplatz für illegale Güter AlphaBay ist von Strafermittlern aus den USA, Kanada und Thailand ofline genommen worden.

AlphaBay

Wir hatten darüber berichtet, dass AlphaBay Market, einer der größten Umschlagplätze für illegale Produkte aller Art im Darknet, nun schon seit Tagen offline ist. Die User des Online-Anbieters befürchteten Betrug und es wurde viel spekuliert, so auch über einen Exit Scam der Betreiber. Doch nun erst wurde der wahre Grund der Schließung bekannt: AlphaBay ist von Strafermittlern aus den USA, Kanada und Thailand in einer gemeinsamen Aktion vom Netz genommen worden, berichtete Wall Street Journal.

Razzia bei den Betreibern von AlphaBay

Demnach soll der 26-Jährige Kanadier, A. Cazes, AlphaBay als Administrator betrieben haben. Am 5. Juli hat man ihn in Thailand verhaftet. Dies geschah nach einer internationalen polizeilichen Zusammenarbeit der Behörden aus den USA, Kanada sowie Thailand. Dabei beschlagnahmte die kanadische Polizei die Server in Quebec. Nach seiner Verhaftung wurde Cazes am Mittwoch in einer thailändischen Gefängniszelle tot aufgefunden. Die Medien berichten, die Indizien weisen auf einen Selbstmord hin. Offenbar wollte er sich eine Bestrafung wegen der Beteiligung an AlphaBay entziehen.


Die Bangkok Post berichtet, dass Cazes bereits seit etwa acht Jahren in Thailand ansässig und mit einer thailändische Frau verheiratet gewesen sei. Die Thailändischen Behörden gaben an, sie haben vier Lamborghinis und drei Häuser des Kanadiers beschlagnahmt. Dies entsprach einem Gesamtwert von 400 Millionen Thai Baht.

Nicolas Christin, Professor für Informatik und Public Policy der Carnegie Mellon University, weist auf AlphaBays beispiellose Größe für einen Darknet-Markt hin und schätzt, dass AlphaBay mit seinen ca.300.000 Produktangeboten, wie Drogen, gestohlene Kreditkarten und anderer illegaler Güter, zwischen $ 600.000 und $ 800.000 an Einnahmen pro Tag verzeichnen konnte. Weiterhin meint er: „Der anonyme Markt für süchtig machende Drogen und andere illegale Ware wird nicht nachlassen. Es gibt eine Nachfrage. Es ist nur eine Frage, wer die Versorgung in Zukunft übernehmen wird.“ In dem Zusammenhang prognostiziert Avi Kasztan, Vorsitzender von Sixgill, dass „Dream Market“ wahrscheinlich der Nachfolger von AlphaBay im Darknet werden wird.

Bildquelle: geralt, thx! (CC0 Public Domain)

Tarnkappe.info

Über den Autor

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.