ALDI TALK Jahrespaket: Wer Datenvolumen nachbucht, riskiert sein Abo!

Wer die 12 GB von seinem ALDI TALK Jahrespaket verbraucht hat, sollte vorsichtig sein. Wer nachträglich bucht, riskiert sein Abonnement.

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Beitragsbild von Andrew Guan, thx! (Unsplash Lizenz)

Wer die 12 GB von seinem ALDI TALK Jahrespaket verbraucht hat, sollte vorsichtig sein. Wer zusätzliches High-Speed-Volumen auf monatlicher Basis nachbucht, dessen Abo wird ohne Vorwarnung deaktiviert. Dann zahlt man zusätzlich für schnelles Internet und verliert bis Laufzeitende den Anspruch auf kostenlose SMS und Telefongespräche.

ALDI TALK Jahrespaket klingt anfangs gut

Im Dezember 2019 führte man das ALDI TALK Jahrespaket ein. Bei einer Laufzeit von 365 Tagen erhält man zum Preis von 59,99 € eine SMS-, Telefon- und Internetflatrate. Roaming innerhalb der EU inklusive. Für jeden Monat hat der Anbieter ein High-Speed-Volumen von einem Gigabyte vorhergesehen. Problematisch wird es allerdings, wenn man die 12 GB vor Ablauf der Jahresfrist verbrauchen sollte…

Vorsicht beim Buchen zusätzlicher Flatrates!

ALDI TALK Jahrespaket SMS

Ende Gelände per SMS.

In meinem Fall hatte ich das Jahrespaket am 13.12.2019 gebucht. Am 14. Mai teilte mir ALDI TALK per SMS mit, dass ich schon zu diesem Zeitpunkt 80% des bestehenden Datenvolumens verbraucht hatte. Am 6. Juni erreichte mich dann die Kurznachricht, dass ich bis Laufzeitende langsamer surfen müsse, weil das Limit erreicht war. Eine Wiederherstellung der schnellen Datenverbindung sei laut SMS möglich, diese könne man per Telefonnummer 1155 oder über die hauseigene ALDI TALK App buchen. Gesagt, getan, ich buchte online über alditalk.de 1000 MB zusätzliches Highspeed-Volumen für 6,99 €.

Aufgrund meiner exzessiven Nutzung von Ingress, Telegram, der Tagesschau App und anderer Programme, war am 21. Juni auch dieses Datenvolumen aufgebraucht. Ich habe dann bereitwillig 6,99 € für die Tarif Option Internet Flatrate M ausgegeben, um mich vier weitere Wochen mit schnellem, mobilen Internet zu versorgen. Der Preis ist der gleiche wie beim High-Speed-Volumen, die daraus folgenden Konsequenzen waren aber andere. Bei der Monats-Flat deaktiviert man nämlich automatisch die Jahresflat. Und zwar nicht nur für das Internet, sondern für alles.

21.06.2020 ALDI TALK Jahrespaket ohne Vorwarnung beendet

So steht es auf der Seite von ALDI TALK: zusätzliches Datenvolumen „nachbuchbar„.

In der aktuellen Online-Werbung steht drin: „Zusätzliches High-Speed-Datenvolumen nachbuchbar“. Dem Angebot ist nicht zu entnehmen, dass man in diesem Fall das Recht darauf verlieren kann, weiterhin kostenlos zu telefonieren bzw. SMS zu verschicken. Man könnte eher vom Gegenteil ausgehen, wenn man die Webseite von ALDI TALK betrachtet.

Bei Prüfung meiner Tarifoptionen erschien das Jahrespaket dann auch nicht mehr. Lediglich die zusätzlich gebuchte Internet Flatrate M zeigt man noch an. Das heißt in der Konsequenz, dass ich zusätzlich für etwas bezahle und man mir dafür im Gegenzug einfach etwas ohne jede Kompensation weggenommen hat. Ist das fair?

 

Nachfrage beim Support frustrierend

Der Herr beim Support meinte um ca. 10 Uhr mitfühlend, das Ganze wäre ja „wirklich blöd gelaufen“ für mich. Er könne mich aber nicht auf den alten Tarif zurückstufen, das wäre nicht möglich. Ich hätte mir das ja alles „besser durchlesen müssen“. Und obwohl ich mir die Webseite angesehen habe, wird irgendwo eine Warnung angezeigt, dass der Jahrestarif automatisch erlischt, sobald man bereit ist, für das eigene Surfverhalten weiteres Geld auszugeben.


Lösungsvorschläge: Datenzähler oder einfach noch mehr Geld ausgeben!

Als Alternativen bot mir der freundliche Herr vom Kundensupport an, ich könne mir ja beim nächsten Jahresabo einen Datenzähler einrichten. Dann würde ich sehen, sofern ich mein monatlich vorgesehenes Datenvolumen von einem GB überschreiten würde.

Oder aber ich solle mir ein weiteres ALDI TALK Jahrespaket kaufen, was ich abgelehnt habe. Das Problem: In dem Fall würde der „Spaß“ von Neuem losgehen. Dann wäre ich wahrscheinlich wieder nach einem halbem Jahr am Limit angelangt und müsste erneut Geld ausgeben.

Außerdem müsste ich dann für 12 Monate EU-weit telefonieren und High-Speed Internet insgesamt 119,98 EUR (2x 59,99 €) bezahlen. So viel Geld im Anbetracht der erbrachten Leistungen. Ich finde, das ist schlichtweg nicht wettbewerbsfähig, wenn man sich die aktuellen Angebote der Konkurrenz anschaut. Last, but not least schlug mir der Mann vom Callcenter vor, ich könne ja jetzt eine Community Flatrate oder etwas anders buchen, um wieder massenhaft ohne Aufpreis SMS verschicken oder telefonieren zu können.

Dazu kommt: Entgegen der Aussage auf der Webseite sagte mir der Herr vom Callcenter, man dürfe innerhalb des Jahres grundsätzlich KEIN Datenvolumen nachbuchen. Laut seiner Aussage beendet man augenblicklich freiwillig seinen Vertrag vom ALDI TALK Jahrespaket sofern man ein zusätzliches Datenvolumen erwirbt.

ALDI TALK

Screenshot von www.alditalk-kundenbetreuung.de: Datenverbrauch der letzten 180 Tage auf einen Blick. Jahrespaket (unfreiwillig) beendet am 21.06.2020.

Fazit

Wer mehr als 1 GB monatlich verbraucht, muss halt damit rechnen, dass er vor Ablauf des Jahres weitere Kosten produziert, um dauerhaft eine schnellere Internetverbindung zu behalten. Das war bis zu diesem Moment alles noch nachvollziehbar und erschien mir fair. Doch 1x aus Versehen auf ein anderes Produkt mit dem gleichen Preis geklickt und schon löst sich ein bestehendes Abo in Luft auf. Warnung? Fehlanzeige! Warum auch, der Kunde hat ja das Nachsehen, nicht der Mobilfunkanbieter.

Was ich von dieser wenig transparenten Vorgehensweise halte? Ganz ehrlich: Würde ich dieses Geschäftsmodell unzensiert kommentieren, hätte ich wahrscheinlich irgendwann wegen Rufschädigung eine Abmahnung an der Backe! Nun, das würde mir zumindest eine weitere Option eröffnen, noch mehr Geld auszugeben und in der Causa ALDI TALK Jahrespaket noch mehr Nerven zu verlieren. Hurra! Die Freude ist schier grenzenlos!

Aus Versehen Flatrate M statt Highspeed Volumen gebucht und schon ist alles weg. Was sagt ihr: Das ist okay. Oder eine Frechheit, wie man mit den Kunden umgeht? Oder nur MIMIMI von einem Daten-Nimmersatt ??!

Wie eure Antwort auch aussehen mag: Hinterlasst uns bitte Eure Meinung im Forum. Danke!

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.