WikiLeaks veröffentlicht E-Mails der türkischen Regierung

Die Whistleblowing-Plattform WikiLeaks hat – wie bereits angekündigt – eine Reihe von Dokumenten über die türkische Regierungspartei AKP veröffentlicht. Es handelt sich um den ersten Teil eines größeren Datenpaketes.

WikiLeaks: Der AKP-Leak (Cartoon)

WikiLeaks: Der AKP-Leak (Cartoon)

AKP-E-Mails veröffentlicht

Der erste Release, so WikiLeaks in seiner Presseerklärung vom heutigen Mittwoch, enthält E-Mails aus 762 verschiedenen, mit der türkischen Regierung in Verbindung stehenden Mailboxen. Der Release ist offenbar alphabetisch aufgeteilt: im ersten Datenpaket befinden sich E-Mails von Mailboxen, die mit den Buchstaben „A“ bis „I“ beginnen. Insgesamt sollen sich fast 300.000 E-Mails sowie die dazugehörigen Anhänge im Archiv befinden. Die ältesten Nachrichten stammen aus dem Jahr 2010, während die aktuellste am 6. Juli 2016 verschickt wurde.

Nach eigener Aussage haben die Transparenz-Aktivisten die E-Mails erst eine Woche vor dem versuchten Putschversuch in der Türkei zugespielt bekommen. Angesichts des auf den Putschversuch folgenden Vorgehens der Regierung habe man die Veröffentlichung jedoch beschleunigt. Das Material und die Quelle seien jedoch sorgfältig verifziert worden. Die Quelle stehe nicht mit dem Putschversuch oder politischen Rivalen der AKP in Zusammenhang.

Die Bedeutung der E-Mails ist bislang schwer abzusehen. Die Nachrichten stammen von der Domain „akparti.org.tr“. Diese wird, wie WikiLeaks erklärt, „vor allem verwendet, wenn es um Externes geht, weniger für besonders sensible interne Angelegenheiten.“

WikiLeaks in der Türkei gesperrt

Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hat die türkische Regierung als Reaktion auf die Veröffentlichung die WikiLeaks-Website für türkische Nutzer komplett blockiert. Reuters beruft sich auf die türkische Telekommunikations-Regulierungsbehörde. Diese habe erklärt, sie habe eine „administrative Maßnahme“ gegen die Whistleblowing-Plattform durchgeführt – die übliche Formulierung für die Blockierung von Websites.

WikiLeaks bestätigt die Blockierung auf Twitter und fügt auch einen entsprechenden Screenshot bei, der die Sperr-Nachricht auf Türkisch und Englisch beinhaltet.

Für interessierte Nutzer in der Türkei haben die Aktivisten jedoch sogleich Ratschläge parat, wie sie die blockierten Informationen trotzdem abrufen können. So schlagen sie die Nutzung eines Proxies vor, um die Blockade zu umgehen. Alternativ könne die Website auch über eine Reihe alternativer IP-Adressen abgerufen werden.

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