VPN beim Gaming soll helfen für einen besseren Ping und Schutz vor Angriffen. Stimmt das? Es macht aus Dir aber keinen besseren Spieler.
Die Werbung für Gaming-VPN-Provider klingt oft verlockend. VPN beim Gaming sorgt angeblich für einen besserer Ping, weniger Lag, es soll DDoS-Angriffen schützen und für mehr Privatsphäre sorgen. Doch wie viel davon ist Realität und wie viel geschicktes Marketing?
Das Märchen vom besseren Ping
Eines der beliebtesten Verkaufsargumente lautet: Ein VPN könne die Verbindung zum Spieleserver beschleunigen.
Technisch betrachtet ist das Unsinn. Jede VPN-Verbindung fügt einen zusätzlichen Knotenpunkt zwischen Spieler und Gameserver ein. Der Datenverkehr muss dabei einen Umweg nehmen und zusätzlich verschlüsselt werden. Das kostet Zeit – wenn auch oft nur wenige Millisekunden. Doch genau die will man ja eigentlich einsparen.
Tatsächlich kann ein VPN nur in Sonderfällen zu einem besseren Ping führen. Beispielsweise dann, wenn der eigene Internetanbieter den Datenverkehr schlecht routet oder bestimmte Dienste gezielt drosselt. In solchen Situationen kann die alternative Route über den VPN-Anbieter sogar schneller sein. Für die Mehrheit der Spieler gilt jedoch: Ein VPN verbessert den Ping nicht, sondern verschlechtert ihn leicht. Es gibt dokumentierte Fälle, in denen ein VPN tatsächlich bessere Routing-Wege nutzt als der ISP. Das ist und bleibt aber wohl eher die Ausnahme als die Regel.
DDoS-Schutz: Hier spielt ein VPN seine Stärken aus
Anders sieht es beim Schutz vor DDoS-Angriffen aus. Wer über ein VPN spielt, versteckt seine echte IP-Adresse hinter der Infrastruktur von hide.me & Co. Gerade Streamer, E-Sportler oder Teilnehmer kompetitiver Turniere können davon profitieren. Angreifer sehen nur die Adresse des VPN-Servers und nicht die des heimischen Anschlusses.
Allerdings verschweigen viele Werbeaussagen einen wichtigen Punkt: Kennt ein Angreifer die echte IP-Adresse bereits, hilft euch das alles nichts mehr. Zudem hängt die Schutzwirkung von der Qualität der VPN-Infrastruktur ab. Wird der VPN-Anbieter selbst erfolgreich angegriffen, kann das Gameplay ebenfalls beeinträchtigt und dadurch langsamer werden.
ISP-Drosselung: Realität oder Schreckgespenst?
Viele VPN-Anbieter behaupten, Internetprovider würden Gaming-Verkehr gezielt verlangsamen. Grundsätzlich ist das technisch möglich. Durch die Verschlüsselung eines VPNs wird es für den Internetanbieter deutlich schwieriger zu erkennen, ob jemand gerade Netflix schaut, Torrents lädt oder eine Runde Counter-Strike spielt.
Allerdings bleibt die Frage, wie relevant dieses Szenario für europäische Nutzer ist. Während entsprechende Fälle aus den USA bekannt sind, gibt es nur wenige belastbare Hinweise darauf, dass deutsche Provider systematisch den Gaming-Datenverkehr ausbremsen. Manche Anbieter vermarkten dabei ein Problem, das viele Kunden vermutlich nie erlebt haben und es wohl auch nie tun werden. Fakt ist nämlich auch, dass das Gaming die Leitung des ISP viel weniger belastet als wenn man in der gleichen Zeit via P2P Dateien sharen oder etwas von einem Sharehoster herunterladen würde.
Schutz vor Swatting und Doxxing? Nur teilweise
Ein weiteres Argument betrifft den Schutz vor Swatting und Doxxing. Tatsächlich kann ein VPN die Rückverfolgung über die öffentliche IP-Adresse erschweren. Wer jedoch regelmäßig streamt, in sozialen Netzwerken aktiv ist oder persönliche Informationen preisgibt, hinterlässt zahlreiche andere Spuren. Eure IP braucht dann niemand mehr.
Die Vorstellung, ein VPN könne vor gezielten Belästigungen oder Identitätsenthüllungen schützen, greift deshalb deutlich zu kurz. Es reduziert lediglich einen möglichen Angriffsvektor. Dazu kommt, dass eure IP-Adresse bei vielen Online-Games gar nicht sichtbar ist. Viele moderne Spiele verwenden gar keine Peer-to-Peer-Verbindungen mehr, sondern setzen auf dedizierte Server wie etwa die Games Valorant, Overwatch 2, CS2 Premier, League of Legends und viele mehr.
Öffentliche WLANs bleiben ein Risiko
Im Hotel, Flughafen oder Café kann ein VPN durchaus sinnvoll sein. Der verschlüsselte Tunnel verhindert, dass andere Teilnehmer des Netzwerks den Datenverkehr einfach mitlesen können.
Doch auch hier wird oft mehr Sicherheit suggeriert, als tatsächlich vorhanden ist. Schadsoftware, Phishing-Seiten oder manipulierte Hotspots verschwinden nicht automatisch durch die Aktivierung eines VPNs.
Wer in einem unsicheren WLAN unterwegs ist, sollte sich nicht allein auf die Marketingversprechen eines VPN-Anbieters verlassen. Dank der heute weit verbreiteten HTTPS-Verschlüsselung sind viele frühere WLAN-Angriffe schwieriger geworden. Mittlerweile nutzen zahlreiche Webseiten und Apps inzwischen standardmäßig TLS/HTTPS. Ein VPN sorgt beim Freifunk natürlich trotzdem für eine zusätzliche Schutzschicht, sollte das mal nicht der Fall sein.
Die Nachteile verschweigt man gerne
Während VPN-Anbieter gerne über Vorteile sprechen, finden sich mögliche Probleme meist erst im Kleingedruckten:
- Höherer Ping durch zusätzliche Netzwerkwege
- Schwankende Latenzen bei überlasteten Servern
- Leistungseinbußen auf älteren Geräten
- Probleme mit Anti-Cheat-Systemen
- Eingeschränktes Matchmaking bei einigen Spielen
Riot Games rät von VPNs bei Valorant ab, weil sie Verbindungsprobleme verursachen können. Ein generelles Verbot der VPN-Nutzung besteht jedoch nicht. Das sieht bei den anderen Publishern bzw. Spieleentwicklern ähnlich aus.
Günstiger VPN gesucht? Jetzt zugreifen bei hide.me!
Der Offshore-Anbieter hide.me hat momentan ein echt gutes Angebot* in petto. Die Sommer-Aktion läuft aber nur noch für wenige Tage. Wer sparen will, sollte bald zugreifen! Am günstigsten kommt man auf den Monat gerechnet bei dem zweijährigen Deal weg. Der kostet nur* 2.59 Euro netto monatlich. Außerdem schenkt man dir drei Monate! Das sind insgesamt netto 69.99 Euro. hide.me wird bei einer Verlängerung keine Kosten aufschlagen, wie es viele andere VPN-Provider tun!
Tja. Und wie man um die Mehrwertsteuer herum kommt, haben wir ja bereits in einem anderen Beitrag beschrieben. Im Sinne des Bundesfinanzministers oder der Finanzämter ist das natürlich nicht! Von daher dürfen wir solche Tipps eigentlich gar nicht bringen.
Fazit: Ein VPN dient der Sicherheit, das ist keine Wunderwaffe!
VPNs können beim Gaming mitunter sinnvoll sein. Besonders beim Schutz vor DDoS-Angriffen oder in öffentlichen WLANs bieten sie einen echten Mehrwert. Auch das Thema Geoblocking sollte man noch kurz erwähnen. Damit kann man regionale und somit günstige Preise auszunutzen, früheren Zugriff auf Releases erhalten und sich Werke (Filme, Serien etc.) anschauen, die man für die Nutzer im eigenen Land blockiert hat. Natürlich verstößt man dabei gegen die Nutzungsbedingungen, was zu negativen Konsequenzen führen kann. Auch die DNS-Sperren der CUII & Co. umgeht man damit automatisch.
Wer jedoch glaubt, durch ein VPN automatisch bessere Reaktionszeiten, mehr Siege oder eine grundsätzlich schnellere Verbindung zu erhalten, fällt auf eines der erfolgreichsten Marketingnarrative der Branche herein. VPN beim Gaming mit einem kostenlosen VPN-Anbieter macht gar keinen Sinn, weil die meist viel zu langsam sind. Ja, gut, dafür sind sie halt auch umsonst.
Ein VPN ist selbst beim Einsatz von Wireguard kein Performance-Booster. Es ist in erster Linie ein Werkzeug für mehr Datenschutz, Privatsphäre und IT-Sicherheit. Ob sich die Nutzung lohnt, hängt sowohl vom Spiel als vom tatsächlichen Bedrohungsszenario ab. Die erreichbare Geschwindigkeit muss man ausprobieren, um sich selbst ein Urteil bilden zu können.
(*) Alle mit einem Stern gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Wenn Du über diese Links Produkte oder Abonnements kaufst, erhält Tarnkappe.info eine kleine Provision. Dir entstehen keine zusätzlichen Kosten. Wenn Du die Redaktion anderweitig finanziell unterstützen möchtest, schau doch mal auf unserer Spendenseite oder in unserem Online-Shop vorbei.




















