Warum Projekte wie Freifunk nicht funktionieren

Artikel von · 12. Februar 2018 ·

Unser Autor Hextor beschreibt in seinem Erlebnisbericht seine ganz persönlichen Eindrücke von einem Freifunkertreffen. Wenn nur Fachidioten aufeinander treffen und diese nicht offen für fremde Meinungen sind, können neue Gemeinschaften nicht wachsen und gedeihen. Hextor erklärt, warum die Community in seiner Heimatstadt zum Scheitern verurteilt ist.

Nach einiger Zeit wollte ich mal wieder eine Erfahrung mit Euch teilen. Dieser Artikel ist in gewisser Weise als ironisch anzusehen, beruht aber auf Tatsachen.

Eines Abends beim Surfen am Computer, fiel mir ein Artikel im Internet auf, worum es um die altbekannte Thematik „Meshnetzwerke“ ging. Wahrscheinlich handelte es sich um einen Artikel über die neue Firmware-Version der Fritzbox von AVM. Hier sollte es neue Möglichkeiten und Optionen geben, um mehr Mesh-Optionen nutzen zu können. Außerdem las ich davor auch schon einen Artikel über eine neue Katastrophen-App namens „Smarter“, welche Nachrichten ohne das Dasein bzw. Zutun von einem Mobilfunknetzwerk verschicken kann. (Umgesetzt über eine Ad-Hoc Technik, die sich über das W-LAN Netzwerk steuern lässt). Eigentlich ist es doch eine tolle Idee, dezentral Nachrichten zu verschicken! Ich bekam folglich wieder mehr Lust, mich in das Thema einzulesen und kam natürlich sofort auf die lokale Freifunker Community.

Dies ist eine Community, die über modifizierte Router mit eigener Firmware diverse W-LAN Router miteinander verbinden und so eine Art Meshnetzwerk aufbauen. Kommunikation untereinander mit eigenen Services und die Bereitstellung von Hotspots mit freiem Internetzugang sind die wichtigsten Merkmale dieses Projektes. Um bei dieser guten Idee mitzumachen, suchte ich nach einer lokalen Community mit der ich mich in Verbindung setzen konnte, um eventuell selbst solch einen Router aufstellen zu können, um vielleicht einen weiteren Knoten im Netzwerke anzubieten.

Gesagt, getan. Ich meldete mich über dem E-Mail-Verteiler an und fragte auch gleich nach, ob es lokale Treffen gibt. Zufällig gab es in meiner näheren Umgebung (einer Großstadt) solch ein Treffen. Der Tag kam näher und ich war sehr gespannt, was mich wohl erwarten würde. Das Treffen fand in einem Restaurant statt. Es gab dort anscheinend einen Stammtisch. Ich habe wegen der Größe des Restaurants nicht gleich die richtigen Leute gefunden und fragte deswegen den Kellner. Er wusste sofort Bescheid und zeigte mit dem Finger auf einen Tisch. Ich ging also zu dem besagten Tisch und da ich ein offener Mensch bin, sagte ich: „Hier bin ich. Wer von Euch ist denn Benjamin?“ (Name zum Schutz der Person geändert). Ein Herr sagte: „Ja, hier, setz dich“. Der Tisch war besetzt mit zwei älteren Herren, eines Mannes mittleren Alters und drei recht jungen Herren. Ich setze mich mitten in die Mannschaft und niemand begrüßte mich. Ich versuchte mich mehrfach vorzustellen, weil ich das so gelernt habe. Es erfolgte keine Reaktion von niemanden. Ich war deswegen ein wenig verwirrt. Aber gut, das bist Du ja von Informatikern manchmal gewöhnt, dass sie etwas schüchtern sind. Bevor ich mich vorstellen konnte, war die Bedienung da und fragte, was ich trinken möchte. Ich und die anderen Teilnehmer bestellten unsere Speisen.

Ich musterte für ein paar Sekunden die Leute. Einer war in sein MacBook vertieft und tippte wie wild etwas ein, das ganze Notebook war mit Aufklebern versehen. Der junge Herr neben mir tat das gleiche. Der der mir gegenübersaß sagte kein Wort und starrte nur sein Handy an. Da ich wie gesagt kein Mensch von Vorurteilen bin, legte ich los und sagte so etwas wie „Na gut Jungens, dann erzählt mir doch mal bitte was ihr genau so macht und wie ich mithelfen kann im Freifunk-Netzwerk“. Die Köpfe gingen nach oben. Es fing eine wilde Diskussion rund um die Themen Netzwerk, W-LAN, Richtfunk und andere Gesprächsthemen in diesem Bereich an.

Ich kam leider noch nicht dazu mich vorzustellen und ergriff dann die Gelegenheit, das nun mal anzugehen. Ich stellte mich kurz vor, erwähnte auch meinen Beruf in der Cybersicherheit. Darauf erfolgte schallendes Gelächter von fast allen Teilnehmern. Sie sagten, das sei ja richtiger Unfug, was ich mache. Ich fühlte mich ein wenig auf den Schlips getreten. Aber dachte mir wieder entschuldigend, dass das Informatikstudenten waren, die in ihrer eigenen Welt leben.

Wir diskutierten weiter über Dies und Das. Ich wusste aber immer noch nicht wie die Leute hießen. Von den drei älteren Herren am anderen Tischende kam überhaupt keine Regung. Sie starrten entweder auf ihr Handy oder flüsterten leise aber mit Euphorie über irgendein Netzwerk-Thema. Der Abend wird wohl nicht der Witzigste. Aber nun war ich ja schon mal da und versuchte mich weiter in die Community einzubringen. Als ich ums Eck ging, folgte mir einer der älteren Herren. Ich traf ihn am Waschbecken. Er schaute mich kurz an und guckte dann verschreckt auf den Boden. Er ging dann wortlos zurück zum Stammtisch. Hmm… was das wohl zu bedeuten hatte? War ich vielleicht komisch? Habe ich irgendetwas Falsches gesagt? Gut, ich setzte mich auch wieder an den Stammtisch und unterhielt mich weiter mit dem jüngeren Publikum. Wie sich sich herausstellte, waren tatsächlich zwei von ihnen als Informatikstudenten und einer im Pharma-Sektor tätig. Ist nicht negativ gemeint, aber man sah den Leuten sofort an, was sie studieren. Viel nerdiger gingen die Anziehsachen und Laptops nicht mehr. Es folgten nach jedem Thema immer wieder längere Pausen und jeder vertiefte sich in sein Notebook. Ich hatte keines dabei und musterte weiter das Geschehen.

Als das Essen kam, fingen alle an zu essen und einer der Jüngeren sagte, warum esst ihr nur Fleisch – das ist alles ungesund. Es folgte eine Diskussion zum Thema veganes Essen. Ich ließ das Thema unkommentiert stehen, obwohl ich dazu eine ganz eigene Meinung habe. Es gibt eine Sorte Mensch mit der diskutiert man besser nicht, da es im heftigen Streit endet. Als die Mahlzeit vorbei war, wollte ich bald gehen, da das Treffen für mich doch sehr ernüchternd war. Auch wurde nicht viel über Meshnetzwerke oder Freifunk gesprochen, was ich mir erhofft hatte.

FreifunkVerlorene Zeit, dachte ich mir. In dem Moment, als ich gehen wollte, kam einer der Älteren in der Runde und sagte: „Na, dann erzähl mal. Was machst du so und wer bist Du ?“ Ich erzählte also nochmals, dass was ich bereits erwähnt hatte und sagte, dass ich die Idee von Mesh-Netzwerken gut finde und gerne mitmachen würde. In diesem Augenblick dachte ich, dass der Herr neben mir eine Art Schwächeanfall haben musste, da er vom Stuhl halb auf den Boden hängend mit dem Kopf über seinem halb aufgegessenen Schnitzel hing. Ich schaute ratlos die anderen Teilnehmer an. Wie sich herausstellte, machte er in einem vollbesetzten Restaurant ein Nickerchen zwischen Schnitzel und Laptop. Okay, dachte ich mir, das ist ja wohl doch eine etwas andere Welt hier. Dasselbe passierte mit dem Herrn mir gegenüber. Mir war es peinlich. Die anderen Gäste schauten schon herüber und dachten sich bestimmt schon ihren Teil. Meines Wissens ist das kein Benehmen, aber gut – andere Community, andere Sitten. Ich ließ mir nichts anmerken und sprach noch über die Projekte in meiner Stadt.

Es stellte sich heraus, dass die Community nicht wirklich groß war, obwohl die Stadt sehr groß ist. Leider waren auch nur sehr wenige Knotenpunkte miteinander verbunden. Angeblich würde das am Fehlinteresse der Leute liegen und auch am Geld. Richtfunk-Technik sei teuer und deswegen könne man keine größeren Knoten miteinander verbinden. Sie überlegten warum dies so ist und ich schlug vor, diesbezüglich marketingstrategisch vorzugehen, um auch nicht technikaffinen Personen die Vorteile des Freifunks und des dezentralen Gedankens zu erklären. Ich hatte schon ähnliche Kampagnen in anderen Städten beobachtet, jedoch nicht im Detail. Prompt kam der Vorschlag meines Gegenübers doch Router-Workshops anzubieten, wo er erklären würde, wie man Router miteinander verbindet und die Technik erklärt. Ich erwähnte, dass dies vielleicht etwas zu speziell sei, um den Grundgedanken unter die Leute zu bringen und um neue Freifunker zu werben. Mein Einwand wurde mit teils abstrusen Argumenten totgeschlagen. Anders kann man es leider nicht nennen.

Die Jungs waren hier total auf Technik fixiert, aber mehr leider auch nicht. Es gab für sie anscheinend keine andere Welt als die Technik selbst. Dieser Eindruck wurde die nächsten 30 Minuten weiter verstärkt. Das Thema Marketing und wie man neue Mitglieder werben könnte für den Verein, war wie weggewischt.

 

 

Der Herr neben mir hatte sein Nickerchen abgeschlossen und setze sich ohne einen Ton zu sagen, gleich wieder an sein Notebook, und programmierte wild vor sich hin. Ich habe nicht ganz verstanden was es war. Aber ich glaube, es handelte sich um eine Art TOR zum normal zugänglichen Internet Mapping. Ich weiß noch, dass er etwas davon murmelte, dass er Richtfunk besitze, der so stark sei, dass er „durch Hochhäuser durchlasern könnte. Das ist der geilste Shit ever“. Gut, da hat zumindest jemand Spaß an der Sache, dachte ich mir…

Ich fragte noch einen der älteren Herren, welchen Router ich für den Freifunk Hotspot nehmen könne. Er erklärte mir dies. Es folge eine riesige Diskussion über die richtige Hardware. Ich wollte doch einfach nur wissen, was ich als Anfänger machen kann, um dem Netzwerk etwas beizusteuern. Leider führte dies nicht zum gewünschten Erfolg.

Ich beendete dann irgendwann das Gespräch, zahlte mein Getränk und und sagte, dass ich mich dann nochmals melden würde. Einer der älteren Herren sagte, ich solle doch wieder mal vorbeischauen. Ich ging ohne das es jemanden groß interessiert hätte. Ich glaube, wenn das Restaurant angefangen hätte zu brennen, hätte es auch niemanden interessiert.

Draußen traf ich wieder den gleichen Mann, den ich bereits am Waschbecken getroffen hatte. Er schaute zum Boden, als er mich sah und sagte keinen Ton. Ich ging weiter und dachte mir nur: „Und ihr wundert euch, dass die Community so klein ist und keiner wirklich Lust hat, mehr zum Thema Freifunk zu machen?“

 

Ich glaube, dass viele tolle IT Projekte genau an solch einem Fehlversagen der Community und auch an der Organisation scheitern. Es gibt viele tolle Dinge, die sich über Technik realisieren lassen. Aber wenn „normale“ Menschen auf solch eine Community treffen, sind sie schnell schockiert. Da hat man dann direkt keine Lust mehr, mitzumachen.

Das alles ist wirklich sehr schade, weil ich die Idee hinter dem Thema Freifunk mag. Ich wollte Euch mit diesem Erlebnisbericht einfach einmal zeigen, warum meiner Meinung nach Dinge, wie z.B. Freifunk nicht großflächig funktionieren. Manche Menschen denken leider gerade im Technikbereich einfach zu engstirnig und vergessen komplett das, was um sie herum passiert. Fest steht: So lässt sich eine dezentrale, freie Community, wo jeder mitmachen kann, nicht aufbauen. Für mich war es ein verlorener Abend, für die Umgebung leider eine verlorene wie tolle Idee.

Euer Hextor

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20 Kommentare

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    Mitch

    Das Projekt Freifunk finde ich insgesamt klasse, nur leider mangelt es etwas am Budget für bessere Geräte und an der Software.

    Auch die Mesh Technik frisst mehr AirTime als das es was bringt. Besser wenn das Mesh nur auf 5 GHZ läuft, und maximal mit einem anderen Knoten sich verbindet. Die neue Gesetze stehen wegen der Störerhaftung allgemein ja nicht im Weg. Free Wi-Fi geht jetzt ja auch ohne VPN. Schnelles Roaming ist auch noch so ein Thema. Aber insgesamt ist es gut und funktioniert. Es ist Zeit aber für eine Umstrukturierung.

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    Blobbinaut

    Tja, kommt mir, wie bei anderen hier: abgeschwächt, bekannt vor. Ich nehme mal an, bei Dir hat über den „verschwendeten Abend“ bisschen Ärger mitgeschwungen, weswegen es überspitzt ist.^^

    Meine Erfahrung mit bislang zwei Gruppen (wg. Umzug). Die eine ähnlich wie deine – da hätte man sich auch virtuell treffen können, da war kommunikativ mehr los (war dann auch so in der Folge) und wenn man nicht zu 99,7 % im Thema steckte = lolmode. Die andere bestand teilweise aus den hier schon genannten Crossoverkandidaten, die es fachlich (sogar mehr als Gruppe #1) draufhatten UND sozial vermitteln konnten. Dementsprechend lief’s dort besser, auch was die lokale Umsetzung anging. Trotzdem mangels Mitteln auch nur ein Inselthema, was höchstens mal anderen Interessierten auffiel. Problem ist, wenn man da mal bisschen mehr „Vermarktung“ reinbringen wollte (und da ging’s nur um Lokalpresse bisschen anfüttern), dass das für die meisten wohl eher nach Kommerzialisierung anstatt Lust zur Verbreitung klang…

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    Text vs. Inhalt

    My 50 cents:

    „Fachidioten“? Ok, möglich.

    „Erfahrung mit Euch teilen“? Oder einfach nur ranten?

    „und niemand begrüßte mich“: Eventuell etwas unhöflich aber von „Fachidioten“ zu erwarten…

    „versuchte mich mehrfach vorzustellen“ siehe oben

    „Es erfolgte keine Reaktion“ eventuell waren sie on anderen Gespräche vertieft?

    „das bist Du ja von Informatikern manchmal gewöhnt“ alle in einen Topf schmeißen macht alles einfacher“!

    „das ganze Notebook war mit Aufklebern versehen“ was genau war damit gerade erwähnenswert? Soll vorkommen

    „Es fing eine wilde Diskussion rund um die Themen“ Dafür sind die sog. „Stammtische“ bei einigen Communities da

    „erwähnte auch meinen Beruf in der Cybersicherheit“ Das ist leider ein gebrantmarkter Begriff welcher in letzter Zeit politisch ziemlich oft für rellativ banalen müll verwendet wird, wahrscheinlich waren die Kommentare eher ironisch? (Siehe „schallendes Gelächter“)

    „richtiger Unfug, was ich mache.“ sicher?

    „dass das Informatikstudenten waren, die in ihrer eigenen Welt leben.“ alle in einen Topf, wissen schon

    „Ich wusste aber immer noch nicht wie die Leute hießen“ Fragen hilft ;)

    „flüsterten leise aber mit Euphorie über irgendein Netzwerk-Thema“ Nerds? War ihnen Wichtig? Was auch immer? Soll vorkommen, eventuell sehen sie sich nicht so oft?

    „folgte mir einer der älteren Herren“ Vervolgungswahn? Oder Zufall?

    „War ich [..] komisch? [..] Falsches gesagt?“ oder siehe oben?

    „Ist nicht negativ gemeint, aber man sah den Leuten sofort an, was sie studieren“ oh, noch ein Topf in den man sie stecken kann!

    „Viel nerdiger gingen[…]“ Hm, von „Nerdiges Aussehen“ auf „Studenten“ zu schließen, nun ja…

    „jeder vertiefte sich in sein Notebook“ Eventuell hatten sie gute Gründe dafür? Auch wenn es eventuell etwas unangebracht ist, manche Communities benutzen auch „Stammtische“ als „Wir passen unser Netz an“ Treffen

    „warum esst ihr nur Fleisch – das ist alles ungesund.“ Ah, endlich ein Grund weshalb Freifunk nicht funktioniert!

    „Diskussion zum Thema veganes Essen“ Why not, ging ja ums Essen

    „Es gibt eine Sorte Mensch mit der diskutiert man besser nicht, da es im heftigen Streit endet.“ Ist mir persönlich nicht passiert und denke nicht dass dies in einem öffentlichen Raum vorkommen wird uzumal die Community wahrscheinlich ein geisses Interesse hat in diesem Restaurant weiterhin zu essen ;)

    „wollte ich bald gehen, da das Treffen für mich doch sehr ernüchternd war“ was leider sehr zu bedauern ist

    „Ich erzählte also nochmals, dass was ich bereits erwähnt hatte“ Es gib ein sinnvolles gespräch? Weshalb es unterbrechen?

    „ist ja wohl doch eine etwas andere Welt hier“ Was auch immer das mit dem Thema zu tun hat?

    „Mein Einwand wurde mit teils abstrusen Argumenten totgeschlagen“ Interessant, hier wären Details etwas klärender?

    „waren hier total auf Technik fixiert“ Ah, die „Fachidioten“

    „Ich ging ohne das es jemanden groß interessiert hätte“ Was wäre die Erwartiúng gewesen? „Bittte bleib doch noch etwas, wir würden dir gerne noch mal allles erklären“?

    „Ich glaube, dass viele tolle IT Projekte [..] scheitern.“ Endlich mal ein Bezug auf die Überschrift..

    „weil ich die Idee hinter dem Thema Freifunk mag“ Dann wäre das die möglichkeit dich in der entsprechenden Commmunity einzubringen und neulingen das ganze zu erklären ;)

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    FF-Dude

    Ich denke, dass wir es mit einem „Henne-Ei“-Problem zu tun haben. Der Kern einer FF-Community besteht in der Rege aus den beschriebenen Hardcore-Nerds, die Spaß an der Technik haben, aber im Bereich der sozialen Kompetenz nicht immer große Stärken vorzuweisen haben.

    Andererseits fehlt es den Communities aber genau an der Stelle, die der Autor zu Recht bemängelt. Als „Graswurzelbewegung“ im klassischen Sinne ist es notwendig, FF in der Gesellschaft zu verankern. Dazu bedarf es einer niedrigen Eintrittsschwelle, um neue Leute an Bord zu bekommen. Eine Willkommenkultur etabliert man dabei am besten mit einer Mischung aus Techies und Leuten, die die gesellschaftspolitischen Aspekte vertreten. Diese Gruppen stoßen sich aber in der Realität oftmals wie Magnete ab. Und da kommt das „Henne-Ei“-Dilemma in’s Spiel: Leute mit Interesse an Aspekten abseits der Technik kommen nicht zu FF, da dort nur Techies sind. Techies gehen nur selten auf Leute zu, die geringeres Interesse an Technik haben. Deshalb stagniert die Community.

    Für Leute, die erstmal in der Community sind und Themen abseits der Technik treiben wollen, ist das alles andere als einfach. Es mangelt häufig an Mitstreitern – aus oben aufgeführten Gründen. Das demotiviert, und schon dreht sich die Abwärtsspirale weiter.

    Eine Lösung habe ich auch noch nicht gefunden. Bei uns in der Community sieht es – zugegebenermaßen – ähnlich aus. Ab und an bekommen wir etwas außerhalb der Technik bewegt, aber es fällt schwer, macht nicht immer Spaß und die Ergebnisse treffen auch nicht immer die Erwartungen…

    Es ist auch nicht einfach, die Leute zu solchen Themen bei der Stange zu halten. Den Techies liegen ihre Themen sehr viel mehr am Herzen als den Leuten, die sich um Marketing (zB Besetzen eines Stands auf dem Stadtfest), Mitgliederarbeit oder Projekte abseits von RiFu etc. kümmern. Und schon verpuffen solche Initiativen und es bleibt der fade Beigeschmack, den der Autor geschildert hat.

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    SoOderSo

    1. Sehr reiserische Überschrift. 5-
    2. Bei mir in der Region funktioniert dass alles ohne Probleme weil da DAUs und Fachidioten zusammenarbeiten. Es gibt aber auch Fachidioten die das Wort Idiot verdienen weil sie sich wichtiger tun als sie es wirklich sind. Sie denken ich kann das ganze zwei Klicks schneller und deswegen bin ich was besseres. Habe ich auch schon öfters festgestellt.
    3. Deswegen sagen das Freifunk scheitern wird ist einfach falsch. Ich habe das Gefühl das „Hextor“ einfach anonym Dampf ablassen wollt.

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      Stoffbär

      Solche Treffen habe ich auch bereits erlebt. Dass Frust entsteht ist auf diese Art sicher klar.

      Liebe Freifunker: Ihr werdet auf irgend eine Art und Weise wahrgenommen werden. Wenn Eucht nicht gefällt, wie ihr wahrgenommen werdet, überdenkt Euer Verhalten!

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    WInk3katze

    Hm, irgendwie stößt mir der Artikel bitter auf; auch wenn er teilweise stimmen kann (jede freifunk Community ist anders) ist es doch eine Verallgemeinerung die so nicht auf alle zutrifft.

    Eventuell sollte der Author bei einem weiteren Treffen das Thema ansprechen und nicht „fast anonym“ irgendwo seinen dampf ablassen? (Wobei ich davon ausgehe dass dies wenigstens schon geschehen ist?)
    Weiß nicht, irgendwie ein blödes Gefühl und für die Community eher nicht soo super :(

    Sie nicht explizit zu nennen ist zwar nett, aber wird es sie auch erreichen? Sie sich bessern? Oder was ist der Sinn des Artikels?

    Gab es nicht wenigstens eine Kleinigkeit die die Gruppe klären konnte? Komplett verschlossen sind sie oft nicht nur manchmal etwas in die Netzentwicklung vertieft ;)

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    Sozialphobikautistaspergist

    Vielen Dank, der Artikel hat mich echt zum lachen gebracht!

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    Hexadezimalion

    Der Autor Hextor hat wohl seinen Artikel mit random Tweets mit dem Tag #freifunk gespickt = unschön. Meinen Tweet hier bei diesem „ironischen“ Artikel zu sehen, erfreut mich nicht. Meine frühere Community @FreifunkMUC ist wohl nicht gemeint: Unsere Treffen finden im @muccc statt – ja, da sind auch Nerds, aber es wurde miteinander geredet. :-) Wie Hextor bei über 45.000 Nodes in Deutschland von einer gescheiterten Idee sprechen kann, ist mir schleiferhaft. Ich habe soviele nette Leute kennengelernt, bei der Verfreifunkung von Flüchtlingsunterkünften, bei Straßenfesten, bei der makemunich, usw. Tja, schade irgendwie.

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    Nun ja, man sollte es eigentlich nicht verallgemeinern. Aber so ähnlich ist es mir in abgeschwächter Form auch schon passiert, ist leider symptomatisch.

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    freifunk ist nicht frei

    Freifunk ist schon lange gescheitert. Wenn ich mir die Freifunk Gruppen in meiner Umgebung ansehe finde ich in den Vorständen immer Vertreter der Internet und Telefon Anbieter. Wundert es da noch das man das Freifunknetz nur zum www surfen nutzen kann und eine breite Palette von möglichen Anwendungen direkt von den regionalen Vorständen abgeblockt wird?

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    Ebenso

    Ein ähnliches ließ sich in Hamburg feststellen. Auch begeistert vom Freifunk-Gedanken u.a. inspiriert vom 32C3 wollte ich meinen gesellschaftlichen Teil zu dem Projekt beitragen.
    Als Anhängsel beim CCC in Hamburg hatte der Freifunk dort in den Räumen seinen Platz. Als Fremder und Wartender wurde man höchstens schief angeguckt, bestenfalls ignoriert.
    Als der „Freifunk-Beauftragte“ dann erschien fühlte ich mich recht oberlehrerhaft behandelt. Statt gerne zu helfen bei der Routerinstallation, wurde mir doch nahe gelegt es selber zu machen.

    Weiterhin lief der Router dann im heimische Netzwerk auch nicht, da war dann wohl jemand auch zu cool und lässig unterwegs. Die Twitter-Kommunikation davor war auch eher sporadisch und ich hatte das Gefühl lästig und nicht willkommen zu sein.

    So wird die Sache wohl immer ein Nerd-Thema bleiben. Das ist sehr schade.

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    Waldemar

    Schöne Story, etwas extrem, in ähnlicher aber abgeschwächter Form schon selber erlebt. Anzumerken sein allerdings, dass es diese Nerds waren, die das Internet aufgebaut haben, die wesentliche Software wurde von solchen Nerds erstellt, ohne diese Nerds wären wir auch in anderen Bereichen, nicht da wo wir heute sind. Daher halte ich es für eine zweischneidige Sache, diesen Nerds ihr Verhalten zum Vorwurf zu machen. Wäre es nicht besser, dass zwischen diesen Nerds und den Anderen jemand vermittelt, der gut in beiden Welten steht. Jemand, wie der Autor, der scheinbar Technik affin ist und trotzdem soziale Kompetenz hat. Das würde der Sache helfen, um die es hier geht und letztendlich sogar den Nerds ;-)
    Just my 2 cent.

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      Anonymous

      Das Internet wurde in erster Linie von der US army entwickelt ….. und zwar schon anfaenglich 30 Jahre bevor es zum ‚Allgemeingut‘ wurde. Nerds waren das bestimmt nicht.

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    Korrupt

    Warum das Internet nicht funktioniert
    Ich ging mal ins Internet und traf da Leute, die nicht in der Lage waren, zwischen einem persönlichen Erlebnis in einer lokalen Gruppe und einem großen, dezentralen Projekt zu unterscheiden. Statt sich ihres beschränkten Horizontes zu besinnen, meinten sie, einen Artikel unter einer geklinde gesagt strunzdämlichen Überschrift ins Netz zu rotzen, um Leuten zu erklären, warum das, was sie schon lange tun, nicht funktioniert. Ich war gezwungen, eine Antwort zu schreiben und hatte dabei schon direkt das Gefühl, das sei alles verschwendete Lebenszeit. Eigentlich dachte ich während des Schreibens, wenn ich kein Internet hätte, würde ich jetzt was besseres mit meiner Zeit anfangen als irgendwelchen Leuten zu versuchen, ihre Beschränktheit zu erklären, was sie angesichts ihrer Beschränktheit aber ohnehin nicht einsehen würden. Deswegen kann sowas wie das Internet nicht funktionieren. So kann ein dezentrales, weltumspannendes Kommunikationsnetzwerk nur scheitern, weil letztendlich schreiben nur die was rein, die keine Ahnung haben oder die, die eigentlich viel produktiver mit ihrer Zeit umgehen könnten, statt sie an Leute ohne Ahnung zu verschwenden. Das ist sehr schade, weil ich das Internet eigentlich sehr mag, aber so ist das eben ein verlorener Zeitaufwand.

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    Overdrive

    @Hextor Traurig dass Du die Mißstände hier klar erkennst und benennst aber statt zu helfen dich lieber herablassend und besserwisserisch äußerst.

    Willkommen in der Open Source Community. Und wird haben scon verdammt viel erreicht. Wer mitmachen mag ist herzlich eingeladen. Du musst dazu noch nicht mal was von Technik verstehen. Wir können fast jede Hilfe brauchen. Außer meckerern und besserwissern, aber auch solche wirst Du in unseren Reihen zur genüge finden, solltest Du Dich entscheiden doch nochmal reinzuschauen
    Liebe Grüße,
    Overdrive
    OSS Aktivist aber noch kein Freifunker

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    Ein Patient

    Ich war Anfang des Jahres im Krankenhaus. dort wurde das Patienten-Wlan mittels Freifunk realisiert. das klappte soweit ganz gut, sofern man morgens vor 8 Uhr im WLAN war. Danach war der IP Range erschöpft. Glücklicherweise waren die Freifunker der Nachbarstadt zuständig und ich hatte per E-Mail an die Kontaktadresse, direkt jemanden der weiterhelfen konnte. In dieser Woche gingen dann mehrmals Mails hin und her. Gut war: Obwohl ich unbekannt war, wurden meine Aussagen nicht bezweifelt. Schlecht war die Krankenhaus IT: Die haben zwar ein weiteres Subnetz freigegeben, aber falsch konfiguriert. Mit den IPs kam man nicht ins Netz. An meinem letzten Tag lief es dann rund. Drei Wochen später beim Nachsorge Termin bekam ich wieder keine IP :-)


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