US-Behörden sind frustriert über WhatsApp-Verschlüsselung

Die US-Behörden sind frustriert über die Verschlüsselung von WhatsApp, da diese das Abhören der Kommunikation eines Verdächtigen unterbindet.

WhatsApp Web
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Während der Fall „FBI vs Apple“ immer wieder Schlagzeilen macht, versuchen die US-Behörden, Fortschritte in einer schon lang andauernden Pattsituation mit den Betreibern eines anderen populären Messengers zu erzielen. Die Verschlüsselung des vor allem auf Smartphones genutzten, mittlerweile zu Facebook gehörenden Kommunikations-Tools WhatsApp nämlich macht den Agenten das ermitteln schwer, beschweren sich mit dem Fall vertraute Offizielle. Dies berichtete The New York Times.

Abhör-Beschluss durch WhatsApp-Verschlüsselung ausgehebelt

Die Details des Falls sind nicht alle bekannt. Fest steht jedoch, dass ein Richterbeschluss eines US-Bundesrichters vorliegt, der den Behörden erlaubt, die Kommunikation eines Verdächtigen abzuhören. Das jedoch ist nicht lückenlos möglich. Der Verdächtige nutzt unter anderem den Messenger WhatsApp, die die Nachrichten mittlerweile verschlüsselt überträgt. Die Verschlüsselung von WhatsApp ist mittlerweile als Ende-zu-Ende-Verschlüsselung umgesetzt. Das heißt, Nachrichten werden erst beim Empfänger entschlüsselt. Das heißt, dass der Betreiber die Nachrichten nicht während der Übertragung mitlesen kann. Dementsprechend kann er sie auch nicht an die Ermittlungsbehörden herausgeben.

Während sich einige mit dem Fall vertraute Ermittler – wenn auch anonym – äußerten, verweigern das US-Justizministerium und WhatsApp bislang jeden Kommentar zu dem Fall. Die Unterlagen sind unter Verschluss. So ist auch nicht bekannt, welcher Straftat die Zielperson verdächtigt wird. Es soll sich jedoch nicht um eine Antiterror-Ermittlung handeln.

US-Behörden erwägen Rechtsstreit gegen WhatsApp-Betreiber

Bislang haben die Behörden noch nicht endgültig entschieden, wie sie mit dem von der WhatsApp-Verschlüsselung dargestellten Problem umgehen wollen. Sie erwägen, gegen die Betreiber des Dienstes (ebenso wie gegen Apple) vor Gericht zu gehen. Ob sie jedoch eine weitere Front im tobenden Krieg gegen das Silicon Valley um Datenschutz, Verschlüsselung und nationale Sicherheit eröffnen wollen, darüber scheinen sich die zuständigen Offiziellen noch nicht einig zu sein.

Ein wichtiger Präzedenzfall

Der fragliche Fall ist deutlich anders gelagert als „Apple vs. FBI„. Geht es bei der Auseinandersetzung mit Apple um auf dem Gerät gespeicherte Daten, so wollen die Behörden im Fall von WhatsApp Kommunikationsinhalte während der Übertragung mitlesen. Das ist juristisch ein bedeutender Unterschied. Dementsprechend würde ein Rechtsstreit mit WhatsApp wahrscheinlich zu einem wichtigen Präzedenzfall in der US-Rechtssprechung. Das könnte einer der Gründe dafür sein, dass die Behörden noch zögern, vor Gericht zu gehen. „Das FBI und das Justizministerium suchen sich die genauen Umstände aus, um sich auf den Kampf einzulassen, der am besten für sie aussieht. Sie warten auf den Fall, der ihre Forderung vernünftig erscheinen lässt,“ erklärt Peter Eckersley, leitender Informatiker der Bürgerrechts-Organisation „Electronic Frontier Foundation„. Ein leitender Vertreter der Ermittlungsbehörden widerspricht dieser Einschätzung allerdings und merkt an, dass ein Rechtsstreit nicht unumgänglich sei.

Tarnkappe.info