Streaming-Portale kosten US-Wirtschaft jährlich 29.2 Mrd. Dollar

Eine aktuelle Studie untersucht die Auswirkungen der Online-Piraterie in den USA. Man schätzt den jährlich angerichteten Schaden auf fast 30 Milliarden Dollar – und das nur bezogen auf den US-amerikanischen Markt! Die Streaming-Portale haben die Distribution per P2P bzw. Sharehoster bei weitem überholt.

Die Studie wurde erstellt von der Beratungsgesellschaft NERA, dem Global Innovation Policy Center (eine Antipiracy-Firma) und last, but not least von der Interessengemeinschaft U.S. Chamber of Commerce.


Anzeige

Streaming-Portale haben P2P & Sharehoster überholt!

Demnach wird derzeit rund 80 Prozent der Online-Piraterie über Streaming-Portale realisiert. Damit wurde sogar der Langzeitvorreiter BitTorrent und alle anderen Sharehoster als Distributionsform überholt. US-Firmen sollen pro Jahr mindestens 29.2 Milliarden US-Dollar durch die Piraterie einbüßen. Die Arbeitsplätze von 2.6 Millionen Menschen auf fester und freiberuflicher Basis in der Kreativ-Wirtschaft seien dadurch bedroht, heißt es im PDF-Dokument. Bezogen auf den US-Markt soll die Piraterie die Umsätze um 11 bis maximal 24 Prozent reduzieren.

Auf legaler Basis haben die Unternehmen im Jahr 2017 einen Umsatz von etwa 229 Milliarden US-Dollar generiert. Weltweit existierten im Vorjahr schon über 500 legale Video-Streaming-Anbieter, die um die Gunst der Kunden buhlen. Die Studie schlüsselt den Umsatz pro View exakt zwischen den verschiedenen legalen Vertriebskanälen, wie beispielsweise Kabel-Anbietern, Kinos, Blu-Ray Discs/DVDs, Streaming-Anbietern etc. auf. Auch die geschätzten Verluste durch die Wettbewerber aus dem Graubereich hat man im Detail aufgeführt.

Wenn man sich die Zahlen ansieht, ist klar, warum beispielsweise der Branchenprimus der Streaming-Hoster, Openload, gestern seine alte Domain eingebüßt hat. Für die US-amerikanischen Filmstudios stehen die Gewinne und langfristig gesehen, vielleicht sogar irgendwann deren Existenz auf dem Spiel. Da schaut die Motion Picture Association (MPA) wohl kaum tatenlos zu.

Die Studie kann ungekürzt wie kostenlos von hier heruntergeladen werden.

Tarnkappe.info

 

Beitragsbild Hasselqvist, thx! (pixabay licence)

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

Vielleicht gefällt dir auch