Spektakulärer Gefängnisausbruch mittels Drohne gelungen

Article by · 11. Juli 2017 ·

Jimmy Causey, ein Häftling im US-Bundesstaat South Carolina, brach aus einem Hochsicherheitsgefängnis aus. Dazu gab am Freitag ein Beamter bekannt, dass der Häftling den dazu benötigten Seitenschneider per Drohne bekommen hätte. Weiterhin habe Causey ein in die Haftanstalt geschmuggeltes Handy benutzt, um die Aktion zu koordinieren. Es war bereits sein zweiter Fluchtversuch innerhalb von 12 Jahren. Dieser wäre jedoch einem Hollywood-Skript würdig, berichtet Associated Press (AP).

Der 46-Jährige Causey war vor 13 Jahren wegen Entführung und bewaffneten Raubes an seinem eigenen Anwalt, dem prominenten Verteidiger Jack Swerling, zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Er gab dabei an, zu glauben, der Verteidiger habe damals nicht genug für ihn getan.

Bereits im Jahr 2005 flohen er und sein Mitinsasse Johnny Brewer aus einer Haftanstalt, dem Broad River Correctional Institution in Columbia. Auch hier zeichneten sie sich durch besonderen Einfallsreichtum aus: Die beiden benutzten Toilettenpapierköpfe, die von anderen Gefangenen angefertigt wurden, und legten sie in ihre Betten, um sich einen Vorsprung zu verschaffen. Damals versteckten sie sich in einem Müllwagen, der das Hochsicherheits-Gefängnis verließ. Sie wurden drei Tage später jedoch erneut verhaftet.

Auch dieses Mal gelang es Causey mit einem behelfsmäßigen Dummy in seinem Bett, die Wärter zu täuschen. Am amerikanischen Unabhängigkeitstag, dem 4. Juli, bei Anbruch der Dämmerung, benutzte er den per Drohne zugesandten Seitenschneider, um damit vier Zäune zu zertrennen und so zu entkommen. Er erhielt auf diese Weise einen 18-stündigen Vorsprung. Die Flucht an sich war jedoch nur von kurzer Dauer. Bereits drei Tage nach seinem Ausbruch wurde Causey in einem Motel in Texas erneut festgenommen. Ein Tipp führte Texas Rangers zu einem Motelzimmer in Austin, wo sie Causey schlafend vorgefunden haben, gaben die Behörden bekannt. Causey hatte zu diesem Zeitpunkt ca. 48.000 US-Dollar in bar, einen neuen Ausweis und zwei Pistolen bei sich. Er hatte inzwischen 1225 Meilen zurückgelegt.

Bryan Stirling, South Carolina Corrections Direktor, meinte zu dem geglückten Gefängnisausbruch: “Wir glauben, dass eine Drohne benutzt wurde, um ihm das entsprechende Werkzeug zu bringen, das ihm das Entkommen ermöglichte”. Wie genau ihm die Drohne das Werkzeug zustellte, ist noch unbekannt. Es sei “teuflisch schwer, die Lieferungen aus der Luft” auszumachen, meldete die örtliche Polizei am Freitag. Ein offizielles Luftbild des Gefängnisses zeigt einen Kreis von hohen Zäunen mit einer Weite von mehr als 50 Metern zwischen den Gefängnismauern und den Blöcken, sodass es unwahrscheinlich sei, “dass jemand die Werkzeuge geworfen oder katapultiert haben könnte”. “Die Drohne müsse landen, um die Schmuggelware zu liefern”, so der Experte Kevin Tamez, ein 30-jähriger Strafverfolgungsbeamter: “Man könne die Ware nicht wie eine Bombe fallen lassen. […] Die Bereitstellung von etwas, das als Ausbruchswerkzeug taugt, würde einen anspruchsvollen Plan und eine leistungsstarke Drohne erfordern. […] Fortschrittliche Technologie und hoch motivierte Gefangene können eine gefährliche Kombination darstellen.”

Drohnen werden demnach zu einem zunehmenden Problem für Strafvollzugsanstalten. Geschmuggelt werden damit zudem neben Ausbruchswerkzeugen auch bevorzugt Handys, Drogen und Waffen.

Bildquelle: Dieter_G, thx! (CC0 Public Domain)

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1 Comment

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    Ichbins

    “Werden zu einem Problem”

    Wie wäre es, wenn man einfach dann ALLES überwacht? Wenn alles überwacht, mit Kameras und Bewegungsmelder, und egal ob Mensch, Vogel oder Drohne … wird was erfasst, geht zuerst ein “kleiner” Alarm im Überwachungsraum an.

    Allerdings: wenn man schon per MÜLLWAGEN ausbrechen kann, ist klar: da ist es mit der Sicherheit eh nicht weit her.


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