SPARKS: Razzia betraf 18 Nationen und 60 Server

Die Razzia am 25. August betraf 18 Nationen und 60 Server. Seit der Festnahme der Mitglieder von SPARKS ist es in der Szene ruhig geworden.

SPARKS

Nach Angaben der europäischen Polizeibehörde Eurojust betraf die Razzia gegen der Release Group SPARKS 18 Länder und legte insgesamt rund 60 Server lahm. Verantwortlich dafür waren US-Behörden, Eurojust und Europol, die die Aktion vorgestern zeitgleich durchgeführt haben.

Verhaftungen, Durchsuchungen und Beschlagnahmungen in 18 Ländern

Ernesto von Torrentfreak hatte uns schon gestern im Laufe des Tages mitgeteilt, dass die Sache sehr viel ernster zu nehmen sei, als nur wenige Verhaftungen in den USA und die Abschaltung von ein paar ftp-Servern.

Die insgesamt 60 beschlagnahmten Server von SPARKS befanden sich in Südkorea, der Tschechischen Republik, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Lettland, Rumänien, Polen, Portugal, Spanien, Schweden, der Schweiz, den Niederlanden, Norwegen und dem Vereinigten Königreich. Weitere Maßnahmen ergriffen die Behörden in Italien, Rumänien und Kanada. Eines der Mitglieder des mutmasslich kriminellen Netzwerks wurde am Wochenende in Zypern verhaftet. Mindestens einen weiteren Verdächtigen hat die Polizei gestern in den USA festgenommen. Gefahndet wird außerdem nach einem norwegischen Staatsbürger, der in der Szene unter dem Pseudonym „The Artist“ auftritt. Zudem gibt es Gerüchte über weitere Razzien in Schweden und Norwegen. Die Aktion haben die Behörden gemeinsam von langer Hand vorbereitet. Man griff dabei auf Erkenntnisse zurück, die bis zu neun Jahre alt waren. Den Behörden ging es offenkundig darum, den Filmpiraten einen erheblichen Schlag zu versetzen. Nun, das scheint ihnen gelungen zu sein.

Behörden führten 30 Rechtshilfeersuchen durch

In einer Untersuchung, die sich über mehrere Zeitzonen erstreckte, arbeiteten das US-Justizministerium und die Strafverfolgungsbehörden der Vereinigten Staaten sehr eng mit den nationalen Behörden aller anderen beteiligten Länder zusammen. Die Polizeibehörden von 18 Nationen waren an der Aktion zur Zerschlagung der Release Group SPARKS beteiligt. Eurojust half auch bei der Übermittlung und Erleichterung der Ausführung von über 30 Rechtshilfeersuchen und Letters of Request, die für die Abschaltung der Server und die Durchführung von Durchsuchungen notwendig waren. Zudem leistete man entscheidende Unterstützung bei der Planung und Durchführung der international koordinierten Operation.

jointActionDay eurojust SPARKS

Eurojust. Foto der Pressemitteilung vom 26. August 2020.

Bis zu 20 Jahre Gefängnis für den Leader von SPARKS

Gemeldet hat sich auch eine Staatsanwaltschaft von New York. Der auf internationaler Basis aktive „Videopirateriering“ war laut Pressemitteilung sowohl raffiniert als auch weit verbreitet. „Die Gruppe umging angeblich den Urheberrechtsschutz bei fast allen Filmen, die von großen Produktionsstudios veröffentlicht wurden, sowie bei Fernsehsendungen und verbreitete sie über ein weltweites Netz von Servern.“ Die drei in den USA festgenommenen Tatverdächtigen beschuldigt man der gemeinschaftlichen Durchführung von Urheberrechtsverletzungen. Die Vergehen werden mit einer Höchststrafe von bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet. Der Leader von SPARKS, George Bridi, muss sich auf eine Höchststrafe von bis zu 20 Jahre Freiheitsentzug einstellen.


Seit der Aktion ist es ruhig geworden in der Szene. Es tauchen derzeit kaum neue Releases auf. Momentan erscheinen auf den ftp-Servern ca. 80% weniger Mitschnitte von Filmen als sonst üblich. Auch der Porno-Bereich ist offensichtlich stark betroffen. Die aktivsten Releaser von KTR (Subgroup von SPARKS) hat man verhaftet oder ihnen die Hardware weggenommen. Getroffen haben soll es gerüchteweise auch Mitglieder der Gruppe Hoodlum. Update: Mir wurde nun aus Szene-Kreisen berichtet, von Hoodlum wurde niemand hochgenommen.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.