Ponzi-System: Europol geht gegen kriminelles Syndikat vor

Europol unterstützte die belgische Bundesjustizpolizei darin, ein Verbrecher-Syndikat auszuheben. Dieses startete ein Ponzi-System.

Ponzi-System
Bildquelle: SIphotography

Gegen Mitglieder einer organisierten Kriminalitätsgruppe ist die belgische Bundesjustizpolizei mit Unterstützung durch Europol erfolgreich vorgegangen. Die Betrüger sollen ein weltweites Ponzi-System ins Leben gerufen haben. Fünf Personen hat man dabei im Rahmen der Aktion festgenommen, berichtet Europol.

Das kriminelle Syndikat lockte mittels der Social-Media-Plattform „Vitae.co“ und der Website „Vitaetoken.io“ Opfer an, die in ihr Ponzi-System investieren sollten. Sowohl die Websites, als auch die Social-Media-Plattform hat die Polizei inzwischen unzugänglich gemacht.

Die Ermittler nehmen an, dass sich immerhin ca. 223.000 Personen aus 177 Ländern auf diesen Investitionsbetrug einließen. Die Mitglieder dieser Gruppe der organisierten Kriminalität sind überwiegend belgische Staatsangehörige. Zur Geschäftsabwicklung bedienten sie sich eines Unternehmens unter Schweizer Gerichtsbarkeit.

Europol

Lesen Sie auch

Benannt ist das Ponzi-System nach Charles Ponzi, einem italienischen Betrüger. Beim Ponzi System handelt es sich um eine Geldanlagemöglichkeit, die oft als solides Geschäftsmodell getarnt ist. In Wahrheit steckt jedoch ein Betrugssystem dahinter. Investoren werden mit einer hohen Rendite infolge zur Geldanlage gelockt. An frühere Anleger zahlt man dann mit Mitteln neuerer Anleger Gewinne aus. Das System lässt die Opfer glauben, dass die Gewinne aus legitimen Geschäftstätigkeiten stammen. Sie wissen nicht, dass andere Investoren die Geldquelle für die Auszahlungen sind. Die Masche funktioniert nur, wenn die Investoren keine größeren Geldbeträge aus dem System abziehen.

Durch Ponzi-System erwirtschaftete Millionenbeträge beschlagnahmt

Am 22. Juni haben die Ermittler an 17 verschiedenen Orten in Belgien Hausdurchsuchungen durchgeführt. Hauptsächlich in Antwerpen, Westflandern und Limburg. Insgesamt fünf Personen hat man wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an dem Ponzi-System festgenommen. Parallel dazu hat die schweizerische Bundespolizei (fedpol) in dieser Sache gleichfalls mehrere Hausdurchsuchungen durchgeführt. Auch Europol war ebenso an der Aktion mit vier seiner Experten vor Ort beteiligt, um die nationalen Behörden bei den Maßnahmen zu unterstützen. Insgesamt hat man dabei 1,1 Millionen Euro in bar beschlagnahmt, zusammen mit Kryptowährungen im Wert von 1,5 Millionen Euro und 17 Luxusfahrzeugen.

Diese Operation wurde im Rahmen der European Multidisciplinary Platform Against Criminal Threats (EMPACT) durchgeführt. EMPACT ist eine Sicherheitsinitiative der EU-Mitgliedstaaten, um Bedrohungen durch die organisierte und schwere internationale Kriminalität zu identifizieren und zu bekämpfen.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.