Pavel Durov muss vor New Yorker Bezirksgericht eine Aussage machen

Nach einer Anordnung von Richter P. Kevin Castel wird Pavel Durov, der Gründer und Geschäftsführer von Telegram, im Januar vor einem New Yorker Bezirksgericht aussagen. Die US-amerikanische Regulierungsbehörde SEC stoppte mit ihrer einstweiligen Verfügung quasi in letzter Minute die Ausgabe des Gram Token. Die beklagten Parteien haben daraufhin vor Gericht bereits mit ihrer Beschwerde reagiert. Insgesamt müssen drei leitende Mitarbeiter von Telegram eine Befragung über sich ergehen lassen.

Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde United States Securities and Exchange Commission (SEC) stoppte den Start vom Telegram Open Network (TON) und die Ausgabe des Token Gram. Die TON Issuer Inc. und die Betreibergesellschaft von Telegram versuchen sich nun juristisch dagegen zu wehren.


Pavel Durov wehrt sich gegen einstweilige Verfügung

Mehrere leitende Mitarbeiter wurden vor Gericht einbestellt. Die bisherigen Versuche die SEC wegen der Ausgabe des eigenen Token zu kontaktieren schlugen fehl. Jetzt, etwa 1,5 Jahre nach der Ankündigung der Emission, hat die SEC das Verfahren ohne jede Vorwarnung gekippt. Man befürchtet, der US-Markt würde mit dieser neuen Währung regelrecht überflutet. Zudem könnten Großhändler in den Besitz des Token gelangen, um damit zu handeln. Das alles führe beim Start des TON zu einer unregulierten Zirkulation großer Geldmengen. Im Vorfeld war es gelungen, Investoren Anteile im Gesamtwert von 1.7 Milliarden US-Dollar zu veräußern.

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AZAPI meldet Telegram wegen Copyright an SEC

Laut Angaben der Verteidiger sei eine umfangreiche Bereitschaft vorhanden, mit den Behörden zu kooperieren. Als Beispiel wird der aktive Kampf gegen terroristische Gruppierungen bei Telegram genannt, der auch von der EU-Polizeibehörde EUROPOL gelobt wurde. Druck wird derzeit auch von der russischen Antipiraterie-Organisation Association of Copyright Protection in Internet (AZAPI) ausgeübt. Diese wirft Pavel Durov bzw. Telegram vor, über unzählige Chat-Kanäle würden die Nutzer urheberrechtlich geschütztes Material austauschen. Den Token von Telegram könne man zudem als Belohnung für Uploader einsetzen, mutmaßt AZAPI. Man verlangt vom Betreiber, Werke (vor allem Bücher) vor einer unerlaubten Verbreitung effektiv zu schützen und Rechtsverletzer zu sperren. Auf die bisherigen Anfragen hat Telegram gar nicht geantwortet, weswegen sich die Organisation an die SEC gewendet hat. Witzigerweise berichten russische Medien seit Mitte Oktober von Betrugsvorwürfen eines AZAPI-Geschäftsführers. Mitarbeiter russischer Behörden hatten sich undercover mit ihm verabredet, um ihn mit Bargeld zu bestechen.

Hauptsitz demnächst in der Schweiz?

Die Betreibergesellschaft plant lokalen Medienberichten zufolge demnächst in den Schweizer Ort Zug umzuziehen. Man will den Hauptsitz als auch die Forschung und Entwicklung nach und nach in die Schweiz verlagern. Die Libra Association, die die Kryptowährung für Facebook herausbringen will, hat sich ebenfalls für die Schweiz als Hauptsitz entschieden. Die Finanzaufsicht Finma bestätigte bereits, sich in Verhandlungen mit Telegram zu befinden. Allerdings hat die Behörde ihre Verhandlungen nach Bekanntwerden der einstweiligen Verfügung der SEC pausiert.

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Auch die Messenger Wire und Sasera haben ihren Sitz in Zug. Im Gegensatz zu den meisten anderen Messengern kann man Sasera nicht umsonst benutzen. Diese kostenpflichtige App soll aufgrund ihrer extrem hohen Sicherheit von Mitarbeitern aus den Führungsetagen von Unternehmen genutzt werden. Damit mithilfe von Sasera keine terroristischen Anschläge oder andere kriminelle Aktionen getätigt werden können, werden die potentiellen Nutzer vom Unternehmen überprüft, was eine anonyme Nutzung ausschließt.

Tarnkappe.info

 

Beitragsbild: Pressmitteilung des Telegram ICOs auf Medium.com, thx!

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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