KinoX.to: Anwalt der Gesuchten hält Vorgehen für übertrieben

Article by · 2. November 2014 ·

kinox-to Dr. Stefan Tripmaker

Kürzlich wurden auf Behördenwebseiten die Fotos der beiden mutmaßlichen Betreiber von KinoX.to verbreitet. Die Gebrüder Selimi werden per internationalem Haftbefehl gesucht. Ihr Anwalt kann das Vorgehen nicht nachvollziehen. Auch wurde ihm noch kein Haftbefehl seiner Mandanten übermittelt.

Eine Woche nach den Durchsuchungen in mehreren Bundesländern werden die beiden flüchtigen Brüder Kastriot und Kresnik Selimi per internationalem Haftbefehl gesucht. Angeblich sollen sie für die Warezforen MyGully.com und Börse.sx, sowie für die Hoster Freakshare & Bitshare und für die Streaming-Webseiten Movie4k und KinoX.to verantwortlich sein.

Vertreten werden die Beschuldigten von der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Tripmaker. Der Jurist Stefan Tripmaker sagte Stern.de, er kenne die Personen schon seit längerer Zeit. Er hält die Anschuldigungen von GVU und Staatsanwaltschaft für übertrieben. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass die Brüder gefährlich seien. In den Medien ist überall von gewaltbereiten und bewaffneten Kriminellen die Rede. Auch den Einsatz von Spezialeinsatzkommandos (SEK) letzte Woche hält Dr. Tripmaker für übertrieben. Im Gegensatz dazu wurde ihm noch kein Haftbefehl zugestellt, obwohl er die Brüder schon längerfristig vertritt.

Auch hat der Lübecker Jurist mit Schwerpunkt Strafrecht nichts vom angeblich verdienten Millionenvermögen der Beschuldigten mitbekommen. Die ganze Familie soll in einfachen Verhältnissen leben. Die Brüder sollen bis zu ihrer Flucht in ihren jeweiligen Kinderzimmern gewohnt haben. Seine Mandanten seien ihm nicht wegen kostspieliger Investitionen aufgefallen. Ihm ist es schleierhaft, wo das ganze mit Schwarzkopien verdiente Geld gewesen sein soll. Diese Aussage spricht dafür, dass die Brüder möglicherweise nur vorgeschoben wurden, um von der Identität der wahren Betreiber abzulenken. Nach Polizeiangaben sollen sich Kastriot und Kresnik Selimi bereits seit mehreren Wochen im Ausland aufhalten. Ihr Rechtsanwalt gab gegenüber dem Stern bekannt, er wisse nichts über ihren Aufenthaltsort.

Die Piratenpartei fühlt sich in einer Pressemitteilung durch die Razzien an den Kampf der Polizei gegen den Terrorismus in den 70er Jahren erinnert. Der Einsatz der Mitarbeiter wird als „unverhältnismäßig, sinnlos und eine Verschwendung von Kapazitäten“ bezeichnet. Auch im Erfolgsfall bei der Suche nach den Hintermännern wird „das Katz-und-Maus-Spiel trotz der drastischen Verfolgung weitergehen. Auf jede geschlossene Plattform folgen ein paar neue. Auf jede Verschärfung der Überwachung folgt ein neuer digitaler Workaround.

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5 Comments

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      Jonas

      Alter dein Ernst ;D? Das ist das gleiche, als wenn du die BILD verlinken würdest. Alles das gleiche und der gleiche Verlag *FACEPALM OVERLOADEEEEEEEEEEED!!!*

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    mario

    soso, der anwalt vertritt die beschuldigten “schon länger”, aber sie sind absolut harmlos? ja ne, is klar. wahrscheinlich vertrat der anwalt die beiden bislang nur aus langeweile! *facepalm*
    typisch anwälte… alles runterspielen.

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    Tarnkappe_Mysterion

    Ist auch total übertrieben. Würde man woanders mal so effektiv vorgehen. Und der Anwalt wird sich auch nicht hinstellen und sagen: “Yo, sind die Admins”. Er hat eine anwaltliche Schweigepflicht.

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    MoMo

    Upppps und keine Rede davon, dass die beiden nichts mit der Sache zutun haben? ^^


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