Kaspersky Lab weiterhin unter Druck

Article by · 17. Mai 2018 ·

Aufgrund von Spionage-Vorwürfen dürfen auf niederländischen Behörden-PCs keine Kaspersky-Produkte mehr verwendet werden. Die Antivirus-Softwarefirma Kaspersky verlegt Teile ihrer Infrastruktur von Russland in die Schweiz. Damit möchte das Unternehmen internationale Spionagevorwürfe entkräften.

Der Softwarehersteller Kaspersky Lab hat einen weiteren Großkunden verloren. Die Begründung sei Kaspersky Lab kooperiere mit russischen Geheimdiensten und fördere so die Spionage.

2017 hatte zuvor Großbritannien und die USA den Einsatz der Software eingeschränkt. Der Vorwurf lautete, dass die Firma eine Rolle dabei gespielt hat, dass geheime Angriffs-Werkzeuge der NSA in die Hände russischer Geheimdienste geraten seien. Ein Mitarbeiter des US-Abhördienstes hatte die geheime Software regelwidrig auf seinem privaten Computer geladen, auf dem auch Kaspersky-Sicherheitssoftware lief. Kaspersky räumte damals ein, dass die Angriffsprogramme dadurch auf den Servern der Firma in Moskau gelandet seien. Man habe sie jedoch mit niemandem geteilt und gelöscht, erklärte Gründer und Chef Eugene Kaspersky.
Das britische National Cyber Security Center untersagte daraufhin seinen Beamten die Installation der Programme. Die Erklärung damals, man sei wegen Verbindungen zwischen Firmenvertretern und russischen Geheimdiensten besorgt. Es bestände das Risiko, dass die russische Regierung Kaspersky-Produkte ausnutzen könne, um die Computersysteme von US-Behörden zu kompromittieren.

Justizminister Ferdinand Grapperhaus sprach von einer „geeignete Vorsichtsmaßnahme“. Er verweist auf „Risiken für die nationale Sicherheit“. Die Nutzung werde schrittweise beendet. Nach russischer Gesetzgebung müssten „Unternehmen wie Kaspersky die russischen Geheimdienste bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen, wenn diese Dienste das fordern.“ Außer für Behördenrechner gilt die neue Vorschrift auch für Computer von Unternehmen und Organisationen, die unter die Allgemeinen Sicherheitsanforderungen für Verteidigungsaufträge (Algemene Beveiligingseisen Defensie Opdrachten, ABPO) fallen. In einem Brief an das Parlament, erläuterte Grapperhaus seine Bedenken im Bezug eines Risikos möglicher digitaler Spionage und Sabotage. Konkrete Hinweise auf einen Missbrauch der Kaspersky-Software zu solchen Zwecken gibt es nach den Worten des Ministers nicht.

Die gesetzliche Kooperationspflicht des Unternehmens mit den russischen Geheimdiensten bezieht sich nur auf den territorialen Geltungsbereich des entsprechenden Gesetzes und das ist die Russische Föderation. Niederlassungen im Ausland sind den dortigen Gesetzen unterworfen. Die Anwendungsfälle sind überdies erschöpfend im Gesetz aufgezählt und betreffen Fragen wie Terrorismusverdacht, Hackerangriffe oder die Gefährdung der nationalen Sicherheit.

Firmengründer Eugene Kaspersky ist über die Entscheidung aus Den Haag enttäuscht, berichtet die niederländische Nachrichtenagentur ANP. „Es hat den Anschein, dass unser Unternehmen Opfer von geopolitischen Entwicklungen ist„, sagte ein Sprecher demnach.

Kaspersky kündigte vor ein paar Tagen neue Maßnahmen an, wonach das Unternehmen Bedenken seiner Kunden zerstreuen will. In Zürich soll ein Transparency Center eingerichtet werden. Die Daten von Kunden unter anderem aus Europa und Nordamerika sollen künftig nicht mehr in Russland gespeichert werden, sondern in der Schweiz. So soll das Vertrauen zurückgewonnen werden. Regierungen und private Kunden sollen auf diese Weise zurückgewonnen werden. Die Datenspeicherung in der Schweiz unterliegt der Aufsicht durch einer unabhängige Organisation. Um eine vollständige Transparenz und Integrität zu gewährleisten. Jeder Zugriff wird dort unabhängig überwacht. Auf den Rechnern dort sollen auch Daten von Kunden aus Singapur, Australien, Japan und Südkorea gespeichert und verarbeitet werden. Weitere Länder würden folgen, hieß es.

Quelle: Beitragsbild stevepb, thx! (CC0 1.0)

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2 Comments

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    Ach der schon wieder


    Vermutlich wird doch fast jede Anti-Virensoft nach Hause Funken weil es Statistiken sendet, Virenverdachtige Dateien überprüft und ähnliches. Das Kaspersky ungefragt Daten nach Russland funkt ist doch völlig normal, jede Soft sendet auf ihre Server.
    Die Frage ist nur, was passiert dort mit den Daten?
    Eigentlich kann man mit Auswahl der Virensuite nur noch auswählen in welches Land seine Geheimnisse geschickt werden. Ob diese dann weiterverarbeitet werden, darauf hat man keinen Einfluß mehr.

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    BESSERWISSER


    Die „Kasperky Lab“ ist seit Jahrzehnten federführend
    beim Aufbau von Viren-/Trojaner Datenbanken und der
    Dokumentation von Viren-/Trojanerbefunden.

    Oftmals ist es so, das sich andere „Antivirenhersteller“ aus
    dem Fundus bzw. aus der Arbeit von Kaspersky proftieren bzw.
    bedienen. Sie steuern bei der Ermittlung/Erkennung sehr
    viel bei! Erkannte Viren/Trojaner kommen in eine „Public DATENBANK“ die allen Virenherstellern bereitgestellt wird.

    Die anderen Antivirenhersteller nutzen also die
    Ergebnisse/Kenntnisse von Kaspersky „kostenlos“ aus.
    Natürlich gelingt den „anderen“ Herstellern auch mal was
    neues zu entdecken, allerdings kommt das nicht so oft vor!

    Wenn Kaspersky Lab nun einen neuen Trojaner/Virus
    entdeckt, geht das oftmals schnell in die „öffentliche DATENBANK“, bei manchen dauert es allerdings Tage, und
    bei einigen sehr wenigen passiert überhaupt nichts!!!

    Aufgemerkt:
    Bei einigen Trojanern/Viren passiert nichts! Sie werden
    überhaupt nicht veröffentlicht bzw. in eine Datenbank
    eingepflegt!

    Warum ist das so? Einige Viren/Trojaner sind wie
    „Predators“, sprich Sie sind nahezu unsichtbar oder
    verstecken sich brilliant getarnt als offizielle Windows
    Datei. Solche „Viren/Trojaner“ sind intressant, da man
    sie ggf. irgendwann als eine Art Waffe einsetzen kann…

    Gerade bei den „Activatoren“ von Windows Betriebssystemen haben einige russiche „Hacker“ geniale Scripte/Software schreiben können, die selbst von Windows nicht erkannt
    wurden und bis heute nicht erkannt werden!
    (Aber Vorsicht: Die auf den Markt befindlichen Versionen,
    sind nachträglich mit Schadsoftware zugekleistert und
    entsprechen nicht mehr den Originalen).

    Selbst ein Experte, nennen wir ihn „Frawul“ kann bei
    Windows 10 nur äusserst schwerlich erkennen, ob hier
    möglicherweise ein „Fremdprogramm“ arbeitet.
    (Zuviele Prozesse, zuviele Relinks, zuviele Threads!)
    Ich behaupte, für Laien ist die Aufgabe unlösbar!
    Selbst für Experten, ist die Aufgabe sehr, sehr schwierig!

    Ausserdem soll der Kaspersy LAB bereits vor Jahren
    mehrere USB-Sticks abhanden gekommen sein, auf den die
    „Viren/Trojaner“ sind, die in der offiziellen DATENBANK
    gar nicht enthalten bzw. gelistet sind!

    Ich stelle mir folgendes Szenario vor:
    Meine Fantasie entspricht oftmals der Realität.

    Es wurde ein „Activator“ für ein Office-Programm
    genutzt! Dieser „Activator“ funzt, wie man Neudeutsch
    sagt, also die Testversion wurde in eine Vollversion
    umgemünzt! Soweit so gut…
    Nun kommt, der springende Punkt. Der „Activator“
    hat neben der Funktion das Softwareprodukt freizuschalten,
    zudem eine weitere Sonderfunktion! Er sendet Daten in
    gewissen Abständen zu „russischen“ Servern.
    Das wurde unter viel Aufwand und nach langen Versuchsreihen
    festgestellt. Dank der „Schnelligkeit“ der Hardware und
    des Internets fällt dem „USER“ überhaupt nichts mehr auf.
    (Selbst wenns mal langsamer wird, sicher ein Windows Update)
    Wenn dem so ist, KEIN Wunder das man den Eugene nicht
    mehr traut. Allerdings halte ICH den Eugene für einen
    seriösen Mann. Also ICH würde über Ihn noch eine
    „Huldigung“ ausetzen können. Da arbeiten allerdings
    ganz andere „Kaliber “ im Hintergrund…

    FRAGEN DIE SICH JEDER STELLEN SOLLTE:
    Wieso werden plötzlich in Russland über 8000 (achttausend)
    illegale Seiten in kurzen Zeitabstand geschlossen???
    SOWAS IST NOCH NIE PASSIERT IN SO KURZER ZEIT!

    Die Seiten wurde über Jahre schlichtweg ignoriert!
    Der „Putin“ ist selbstsicher wie nie zuvor, auch weil er
    gerade im Bereich „Computer, Computersicherheit“ ein
    gewisses „Know How“ angesammelt hat, dank auch der
    „Hackerbewegung“ in deren Land. Dies wurde mit Sicheheit
    von der Regierung zumindest jahrelang geduldet! Kommt mir
    manchmal vor, als wüsste er bzw. könnte er jederzeit
    das Internet lahmlegen bzw. stark einschränken.
    Andere würden sagen, da ist was im „Busch“.

    WILL mich nicht zu weit aus den Fenster lehnen, bin
    aber davon überzeugt das vieles so ist, wie ICH es
    hier andeute.

    Ich persönlich vertraue immer noch auf KASPERSKY,
    weil die ohnehin über 70-80 % zur Virenerkennung
    beisteuern…


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