Kabelsender kassiert Klage wegen Avengers: Endgame

Ein philippinischer Kabelsender soll angeklagt werden, weil er im eigenen Fernsehprogramm den aktuellen Blockbuster Avengers: Endgame gezeigt hat. Im Vorfeld hatte der Sender auf der eigenen Facebook-Seite für einen „ultimativen Spoiler“ geworben.

Am 24. April zeigte der philippinische Kabelsender der Orient Cable and Telecommunications, Inc. den Blockbuster Avengers: Endgame, der erst einen Tag zuvor landesweit in den Kinos erschienen war. Nachdem die lokale Polizei informiert war und sich Rechtsanwälte des Filmstudios beim Betreiber gemeldet haben, wurde der Film abrupt angehalten. Man ersetzte ihn durch eine Schwarzkopie (!!!) des Films Captain Barbell. Zumindest thematisch passte der neue Film zum gezeigten Material, weil es sich dabei ebenfalls um eine Comic-Verfilmung handelt.


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Auf Avengers: Endgame folgt die Klage

Gegenüber einer lokalen Nachrichtenagentur gab ein beteiligter Anwalt bekannt, dass man den Kabelsender wegen des Verstoßes gegen das Copyright auf jeden Fall verklagen werde. Die Betreibergesellschaft des Unternehmens wollte gegenüber der Presse keine Stellungnahme abgeben. Die unerwünschte Ausstrahlung wurde von vielen in- und ausländischen Medien, via Twitter und beispielsweise bei Reddit behandelt. Bei Reddit mutmaßte auch ein User, die Aktion hätte der TV-Sender wohl besser auf der karibischen Insel Antigua durchgezogen, weil dort Urheberrechtsverletzungen de facto nicht mehr verfolgt werden.

Avengers: Endgame

Bild- und Tonqualität unterirdisch

Die einheimische Twitter-Nutzerin @blanchnovx war sichtlich schockiert, als sie den Film entdeckte. Sie wollte sich den Film eigentlich im Original anschauen und beschwerte sich bei Twitter darüber, dass die Qualität des Mitschnitts (natürlich war dies einer der Cam-Rips, der direkt nach dem Filmstart aufgetaucht ist) zu wünschen übrig ließ. Statt der Handlung sieht man die Zuschauer, wie sie die Kino-Leinwand auf dem Weg von bzw. zu ihrem Stuhl verdecken. Außerdem sei der Ton sehr schlecht gewesen. Die ganzen Geräusche aus dem Kinosaal, wo die Aufnahmen durchgeführt wurden, waren sehr laut. Deswegen habe sie kaum etwas von den Dialogen der Schauspieler verstehen können.

@blanchnovx hat ihre Tweets von dem Film allesamt gelöscht. Möglicherweise, weil sie auf mehreren Fotos Screenshots des urheberrechtlich geschützten Materials gezeigt hat. Doch das Internet vergisst nichts: siehe Foto oben.

Tarnkappe.info

 

Beitragsbild idPixel Mx, thx! (CC BY-SA 2.0)

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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