Grindplay.com: Google Chrome Designs zocken Kinofans ab

Im Chrome Web Store sind kürzlich mehrere Designs (Themes) aufgetaucht, die ihren Nutzern versprechen, den Zugang zu kostenlosen aktuellen Kinofilmen wie „Black Panther“, „Avengers Infinity War“ oder „Rampage – Big Meets Bigger“ zu ermöglichen. Doch statt des Filmgenusses werden die Anwender nach Eingabe ihrer Kreditkartendetails bei Grindplay.com um ihr Erspartes gebracht.

Die Nutzer des Browsers Google Chrome sollten kürzlich aufgetauchte Designs (vergleichbar mit Themes beim Firefox) mit viel Skepsis betrachten. Den Besuchern des Chrome Web Store wird bei manchen Designs der kostenlose Konsum aktueller Kinoblockbuster versprochen (siehe Screenshot unten). Doch dazu kommt es gar nicht. Stattdessen werden die Besucher auf die Webseite Vioos.co (OnlineFree.ws) gelockt, wo man aber keine Filme anschauen kann, ohne sich zwecks Anmeldung zu Grindplay.com weiterleiten zu lassen. Gezeigt werden auf der vermeintlichen Streaming-Webseite lediglich Screenshots, die zum Klicken einladen sollen. Wer sich tatsächlich mithilfe der eigenen Kreditkarte anmeldet, erlebt spätestens bei der nächsten Abrechnung sein blaues Wunder. Von der Abzocke von Kinofans in anderer Form haben wir ja schon häufiger bei Tarnkappe.info berichtet.


Schon im Dezember 2017 wurde auf verschiedenen Webseiten eindringlich vor der Nutzung von Grindplay.com und vergleichbaren Anbietern gewarnt. Einerseits dürften die Betreiber mit ihren Seiten ohne Impressum keine Rechte an den beworbenen Werken besitzen. Andererseits wird vielerorts eindringlich vor der Eingabe der Kreditkartendetails zur Überprüfung der Identität bei Grindplay.com gewarnt. Webseiten wie Zumastar, EtnaMedia, Geeker.com, Lilplay.com oder Tzarmedia.com verfahren alle nach dem gleichen Muster: Obwohl den Nutzern ausdrücklich angekündigt wird, dass man ihre Kreditkarte nicht zur Validation belasten würde, wird aber genau das getan. Die Belastung geschieht nicht nur einmalig, sondern immer wieder in regelmäßigen Abständen. Wem das geschieht, sollte sofort seinen Kreditkartenanbieter (Visa, MasterCard etc.) kontaktieren, damit dieser weitere Belastungen unterbindet.

Im Chrome Web Store wurden die angebotenen Designs übrigens durchweg positiv mit drei und mehr Sternen bewertet. Leider hat sich keiner der Nutzer dazu herabgelassen, die restlichen Surfer vor dieser Abzocke zu warnen, was sehr bedauerlich ist. Man wird sehen ob und wann Google die irreführenden Erweiterungen aus dem eigenen Webstore entfernen wird. Momentan sind sie alle noch online.

grindplay.com

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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4 Kommentare

  1. Josef Liendl sagt:

    Abzocke: sehe gerade, dass ich im Februar von Grindplay (kenn ich nicht) um 33,95 EURO gebracht wurde – keine Ahnung wie

  2. ImTheOneWhoKnocks sagt:

    Das dachte ich mir auch, allerdings wird dir das nicht helfen: Kreditkartendaten hieß es. D.h. damit siehst du nix (Wirst aber auch nicht abgezockt, wenn du die Daten nicht angibst.)

  3. uguran1989 sagt:

    sorry aber wer sich anmeldet bei sowas, hats doch nicht anders verdient. entweder benutzt man fake mails oder schaltet seint brain exe ein.

  1. 2. Juli 2018

    […] Im Grunde sollte Google selber ein Interesse daran haben, weil es in seinem eigenen Playstore ja ebenfalls auf legaler Basis Spielfilme vertreibt. Je mehr illegale Angebote also in der Suche angezeigt werden, desto geringer die Chancen einem interessierten Konsumenten den Film sogar selber zu verkaufen. Machen wir daher die Probe auf das Exempel und suchen nach dem Film „Black Panther“. […]

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