Goodbye Flattr – Social-Payment-Service hat nichts gebracht

Tarnkappe.info hat nach einer sechsmonatigen Testphase den Micropayment-Dienst Flattr wieder entfernt. Die Kosten drohten die Einnahmen zu übersteigen.

flattr

Nach einer sechsmonatigen Testphase werfen wir den Social-Payment-Service Flattr wieder aus der Tarnkappe raus. An der Implementierung lag es nicht, aber an der mangelnden Akzeptanz unserer Leser oder aber an der mangelnden Spendenbereitschaft, die im Internet generell vorherrscht. Dazu kommt: Wer glaubt bei dem enormen Datenhunger ernsthaft an einen Siegeszug von Flattr Plus ?

Wir haben Flattr wieder abgedreht

Im Mai 2017 haben wir Flattr eingebunden. Die Implementierung mithilfe des simplen aber funktionstüchtigen Plug-ins von Michael Henke war wirklich einfach. Kürzlich erhielten wir von Flattr die E-Mail, die alle Kontobesitzer erhalten, deren Konto leer ist:

Your Flattr subscription isn’t currently active.
There could be a few reasons why this happened, but don’t worry – just click the button below to enable your subscription.

Ja, das tat ich dann auch, um zu entdecken, dass damit die Aufforderung verbunden war, weitere 5 Euro pro Monat zu bezahlen.

Das System Flattr: Bezahlen statt Spenden zu empfangen

Drei Monate lang bin ich gerne in Vorkasse gegangen, weitere drei Monate waren die Spenden der Leser ausreichend, um für uns das Modell von Flattr aufrecht zu erhalten. Jetzt soll ich zur Deckung der Kosten bzw. für Spenden an andere Seitenbetreiber wieder zur Kasse gebeten werden, was ich in Anbetracht der mickrigen Erlöse schlichtweg ablehne.


Halten wir fest: Flattr gestaltet das Laden jedes einzelnen Beitrages ein wenig langsamer, überträgt an die mittlerweile Kölner Betreibergesellschaft Eyeo viele Daten und außerdem passen wir mit unserem Themenspektrum wohl einfach nicht in die Nische der Seiten, wo Flattr funktioniert. Oder liegt es an etwas anderem? Schwer zu sagen. Wir sind im Mai 2017 auf einen offenbar schon fast stehenden Zug aufgesprungen. Nun gut, es war ein Experiment und jetzt wissen wir, dass es für Tarnkappe.info zumindest nicht funktioniert.

Welche Alternativen gibt es?

Was jetzt? Patreon oder eine andere Spenden- bzw. Crowdfunding-Plattform, die wahrscheinlich wieder nur im englischsprachigen Raum funktioniert? Wie viel Zeit, Geld oder Energie soll ich dort reinstecken, um auch das wieder nach einem halben Jahr aufzugeben? So wie bei Flattr?

Wer uns etwas Gutes tun will, spendet uns ein wenig per Überweisung, PayPal, Bitcoin oder sonstiger Kryptowährung, danke! Und nein, ich freue mich über jeden Euro. Mir geht es um die Anerkennung und nicht nur die Deckung der Kosten, die automatisch mit dem Betrieb einer Webseite verbunden sind....

Tarnkappe.info

Über den Autor

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.