Essay: NSA, das Prinzip Google und der ganze Rest

Das Prinzip Google. Im Internet haben dauerhaft nur solche Unternehmen Bestand, die mit klingender Münze für ihre eigene Sichtbarkeit bezahlen.

Unser heutiges Essay dreht sich um das Prinzip Google. Im Internet haben nach Ansicht unserer anonymen Leserin nur solche Unternehmen Bestand, die mit klingender Münze für ihre Sichtbarkeit bezahlen. Wer es ohne eine dicke Überweisung an Google versucht, wird auf Dauer ganz sicher scheitern. Wir schauen einmal genauer hin.

Ich stöbere schon seit Längerem bei der Tarnkappe und kann viele Dinge bestätigen, was die Methoden der NSA angeht. Aber es sind schon lange nicht mehr nur die großen Firmen, die man bespitzelt. Der Mittelstand ist auch betroffen – und damit auch bald der „kleine Mann“. Kritisch zu beleuchten sind vor allem die Methoden von Google, die sich lange Zeit mit dem Motto „Don’t be evil“ geschmückt haben.

NSA & Co. haben mithilfe von Google auch den Mittelstand im Blick

Ich arbeite in einem mittelständischen Unternehmen, deren Webseite vor zirka fünf Monaten online geschaltet wurde… Täglich wird am „Ranking“ (Sichtbarkeit bei den Suchmaschinen) gearbeitet ohne Werbung zu kaufen. Ich kann bestätigen, dass es kaum noch möglich ist an unbezahlte Backlinks, kostenlose Werbung oder andere Dinge zu kommen. Es ist verdammt schwer geworden, überhaupt noch vorwärts zu kommen. Das hat auch bei weitem nichts mehr mit freier Marktwirtschaft zu tun. Leider, denn es ist nur noch eine gekaufte Wirtschaft!

Wer Geld hat, kauft sich gute Werbe-Plätze. Und wer keins hat, schaut in die Röhre – und geht bei schlechtem Management sehr bald in den Ruin. Mister Google schaltet mittlerweile die Anzeigen so groß, dass man darunter oder daneben kaum noch sichtbar ist. Und weil man die Regeln ja immer frei interpretieren kann, bekommt das Unternehmen einfach keinen Eintrag bei Google Maps. Zur Krönung gab es auch noch einen extrem frechen Kundenservice oben drauf. Und zwar einen, der sich gewaschen hatte.


Trotzdem den Kampf nie aufgeben!

So sendet man seine Daten freundlich nochmals zu Google, denn wer gibt einer großen Suchmaschine das Recht Firmen zu selektieren? Und wenn ich einer Firma das Zugeständnis mache, dann kann ich mir auch nicht das Recht nehmen, andere zu diskriminieren. Oder? Warten wir es mal ab, denn Frankreich hat ja auch einen Vertrag mit Google abgeschlossen, um überhaupt noch in vielen Jahren gefunden zu werden. Ich verstehe auch nicht, warum man so dermaßen in die Verzweiflung getrieben werden soll, damit man immer alles kaufen muss. Nur um Unternehmen das Geld in den Rachen zu schmeißen? Die zudem meist börsendotiert sind und kaum Steuern zahlen!?

Muss man ihnen noch mehr Macht und das Potential geben, die Konsumenten weiter ausnehmen zu können? Und pünktlich zum Monatsanfang erfolgt ein kleiner Hack. Und dadurch rutscht man – schwups – wieder nach hinten, danach erfolgt eine Sicherheitsprüfung. Oder ist es ein Kunde, der einfach seine Werbung bezahlt und du fällst in der Reihenfolge nach unten, obwohl du permanent mit Schweißperlen auf deiner Stirn am Projekt arbeitest? Nein, so stellt man sich das wirklich nicht vor. Es steckt einfach viel leere Arbeit (Backlinks suchen, kostenlose Anzeigen schalten) usw. in dem Projekt. Erfolg wird da sicher auch nur noch mit Geld zu kaufen sein.

Wir sitzen einem (fast) perfekten System auf!

Und leider ereilt auch uns manchmal die Angst, nicht gefunden zu werden. Es müssen beim exzessiven Schalten von Werbeanzeigen die Kundenpreise neu kalkuliert werden. Denn die Werbung zahlt der Kunde ja schließlich mit, und so wird aus preiswert ganz schnell ein Mondpreis. Der arme Kunde wurde ja auch erfolgreich auf die ersten 3 Homepages dressiert – und das möchte man nicht zerstören.

Ich habe für die regionale Suche einen super Tipp: Einfach mal die Postleitzahl eingeben und damit Zeit und Geld sparen. Denn so findet man endlich wirklich etwas, was bei einem in der Nähe ist. Man sichert so auch regionale Arbeitsplätze, denn wer hat schon Lust immer den gleichen monotonen Mist zu konsumieren? Es gibt mit Sicherheit bessere Preise und viel mehr Leistung in der Nähe, als man denkt. Praktisch das auch hier Suchmaschinen eine sehr tiefe Einsicht in deine Firma haben und besser als man selber wissen, was der Kunde so konsumiert. Praktischerweise kann man die Werbepreise gleich danach automatisch anpassen. Man kauft ja praktisch nur deutsche Bezeichnungen bzw. Buchstaben als Werbung, die der Kunde ohnehin so beim Suchen eingibt. So macht man aus nichts viel Geld, und kann so auch gerne mal fast 40% von den Einnahmen abschöpfen für de Werbung.

Google

Foto: Jay Gooby. (CC BY 2.0)

So verhindert man gesundes Wachstum von Unternehmen

Wir sollten für paar deutsche Wörter satte 6,79 € zahlen, was bei unserem günstigsten Preis von 15,00 € ein halbes Vermögen ist. Und jetzt ist der Preis schon wieder anders. Na ja, man kann es ja mal probieren, oder in welche Kategorie soll man das einordnen? Verdammt praktisch, wenn man gleich sehr profitable Unternehmen aufkaufen und dann einstampfen kann, um noch mehr monotonen Mist unter die Leute zu bringen. Ich bin mir fast sicher, dass der Kunde die ganze Werbung eh nicht mehr wahrnimmt. Denn statistisch gesehen werden wir täglich von 2.500 bis 5.000 Werbebotschaften so sehr vernebelt, dass es schon fast an ein Bingo grenzt, sollte ein Kunde die eigene Firma wahrnehmen.

Sollten wir nicht langsam aber sicher unsere Systeme abkoppeln und eigene entwickeln? Sonst werden wir alle manipuliert am Hungertuch nagen und uns wünschen, dass wir viel früher aufgewacht wären. Und wer weiß ob nicht bald eine 1 zu 1 Kopie von uns auftaucht, denn wir sind ja ohnehin schon super gläsern, so dass es auch da ein Leichtes ist uns zu kopieren.

Das Prinzip Google: Ich habe mein Leid beklagt.

Und die NSA hat ja zur Sicherheit auch gleich eine Kopie davon und falls nicht jetzt, dann spätestens in ein paar Jahren. Fakt ist das diese Systeme einfach richtig weit abgekoppelt von den Bedürfnissen des Menschen sind. Zu begreifen ist das schon lange nicht mehr.

Ich habe bereits eine zweite Seite geschrieben und werde zur Not auch noch eine weitere schreiben, um auch meinen Freunden und kleineren regionalen Unternehmen die Möglichkeit zu geben, auch mal kostenlos zu werben. Es frustriert mich gegen Windmühlen zu kämpfen und dabei kaum eine Chance zu haben.

Gefühlt sitzen wir mitten in einem Wirtschaftskrieg. Der übermächtige Gegner wartet nur noch darauf, uns einen Todesstoß zu versetzen. Also. Ich versuche zwar die Hoffnung nicht aufzugeben, aber manchmal könnte ich einfach nur noch den Kopf in den Sand stecken und auf gut Deutsch kotzen. Für die Zukunft würde ich mir auf jeden Fall wünschen, nicht mehr manipuliert zu werden und auch den Kunden nicht manipulieren zu müssen. Das kann ja wohl kaum die Lösung des Rätsels sein.

google sauron

Sauron has Googles eyes von Duncan Hull. (CC BY 2.0)

Ach, wo wir schon dabei sind: Ich würde auch gerne mal wieder mein Smartphone und PC wechseln können ohne noch mehr Überwachungsmechanismen vor die Nase gesetzt zu bekommen. Meine Grenzen von Privatsphären-Verletzung sind schon so weit überschritten, das ich mittlerweile sehr angepasst lebe. Ich spiele zudem schon länger mit dem Gedanken, mich zu ent-digitalisieren. Google sei Dank!

Sicher fragen Sie sich, warum ich diesen Artikel anonym geschrieben habe. Das ist ganz einfach, schon die Araber wussten: Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.

Wichtig sind Menschen, die versuchen andere wach zu rütteln. Wir bräuchten noch viel viel mehr davon.

Tarnkappe.info