Ermittlungseinblicke: Magdeburger Polizei stellt Darknet-Falschgeldkäufer

Die Magdeburger Polizei gibt Einblick in einen inzwischen zwei Jahre zurückliegenden Fall, in dem ein Student Falschgeld im Darknet gekauft hat.

Ein Magdeburger Student brachte nachweisbar gefälschte 20- und 50-Euro-Scheine in Umlauf. Aufgefallen war er der Polizei auf der Überwachungskamera einer Magdeburger Tankstelle, da er auch schon im Zusammenhang mit zurückliegenden Falschgeld-Fällen in verschiedenen Verkaufsstellen immer wieder auf Videos auftauchte, berichtet aktuell die regionalen Tageszeitung Volksstimme.

Kriminalrat Jürgen Oswald, Leiter des Sachgebietes bei der Polizeidirektion Nord, gibt Einblick in den inzwischen zwei Jahre zurückliegenden Fall. Dem Studenten einmal auf die Spur gekommen, erbrachte eine Hausdurchsuchung seiner Studentenwohnung in Magdeburg, dass er die Blüten aus dem Darknet bezogen hat. Insgesamt soll er mehr als 250 gefälschte Geldscheine zu diversen Einkäufen verwendet haben: „Mit Bitcoins kaufte er im Darknet sehr günstig das Falschgeld ein.“, so Oswald. Allerdings wären die Geschäfte, die dort laufen, für die Ermittlungsbehörden in der Regel nicht einsehbar: „An die Hintermänner zu kommen, ist für uns sehr schwierig“, beklagt Oswald. In anderen Bundesländern habe es jedoch schon erfolgreich Scheinkäufe gegeben. Oberkommissar Amann gibt an, dass nunmehr die meisten Fälschungen aus Bulgarien und Italien kommen, während sie in der Vergangenheit noch aus Holland stammten.

Im Laufe der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der erwischte Student nicht der einzige Falschgeld-Käufer an der Magdeburger Uni war. So sollen sich etwa ein Dutzend weitere Studenten im Alter zwischen 20 und 23 Jahren aus der Darknet-Quelle unabhängig voneinander ihr Konto aufgebessert haben, man erhielt dort für 100 Euro 500 Blüten. Oswald verbucht das als effizienten Fahndungserfolg: „Die Durchsuchungen sprachen sich herum, so dass die Serie vor zwei Jahren abbrach, abgesehen von wenigen Einzeltätern aus dem Landkreis Harz. Inzwischen konnten wir die Falschgeldkriminalität im Bereich der Polizeidirektion Nord erfolgreich zurückdrängen.“ In seinem Bereich, zu dem die Börde, der Harz, Magdeburg, die Altmark und der Salzlandkreis gehören, hätten sich die Zahlen von 2.000 auf 1.000 Vorfälle in den vergangenen vier Jahren halbiert, zieht Oswald Bilanz: „Nachdem wir die Ermittlungen aus den Revieren zentral zusammengeführt haben, konnten wir die meisten aufgetauchten Blüten bestimmten Personen zuordnen.“

Statistisch gesehen kämen gemäß Angaben des Landeskriminalamtes auf 10.000 Einwohner vier Falschgeldnoten, im Bundesdurchschnitt wären es neun. Allein im vergangenen Jahr kamen 950 gefälschte Euro-Banknoten mit einem Wert von 44.000 Euro in Umlauf, dazu 700 falsche Euromünzen. LKA-Sprecher Andreas von Koß fasst zusammen: „Im 1. Halbjahr dieses Jahres sind 400 Euro-Blüten mit einem Gesamtwert von knapp 20.000 Euro sichergestellt worden. Die Zahlen sind zum vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres nahezu identisch geblieben.“ Im vergangenen Jahr gelang es, 271 Verdächtige zu ermitteln.

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Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.