Empire Market verschwindet und nimmt Kundengeld gleich mit

Wo sind die Admins der Darknet-Plattform Empire Market? Kriminelle User haben dort jede Menge Geld hinterlegt und haben keinen Zugang mehr.

Empire Market
Bildquelle: madartzgraphics-, thx! (Pixabay Lizenz)

Kunden des Empire Markets sind wohl ihr dort deponiertes Geld los: User berichten, dass sie nicht mehr auf ihre Konten zugreifen können. Einer der größten illegalen Darknet-Marktplätze ist damit einfach von jetzt auf gleich von der Bildfläche verschwunden – und das mit beachtlicher Beute.

Empire Market: Drogen, gefälschte Pässe und Malware

Empire Market ist in den letzten Jahren zu einem der am meist besuchten illegalen Online-Marktplätze herangewachsen. Drogengeschäfte gehörten hier zum täglich Brot oder auch der Handel mit gefälschten Dokumenten oder Malware. Das englischsprachige Darknet-Portal profitierte davon, dass Behörden in der Vergangenheit Konkurrenten wie Silk Road und AlphaBay stilllegten.

Mit Millionenbeträgen aus dem Staub gemacht

Das Verschwinden von Empire Market hat aber allem Anschein nach andere Gründe. Jedenfalls ist bis dato nichts anderes bekannt und das Portal ist nun schon seit dem 21. August offline. Das FBI hätte sich wohl zu diesem Zeitpunkt längst gemeldet. Es ist deshalb davon auszugehen, dass viele Kunden der Seite ihr Geld los sind. Denn wer auf einem solchen Markt aktiv sein möchte, muss dort auch Geld hinterlegen. Die Waren auf dem Empire Market wurden dabei gegen Krypto-Währungen eingetauscht.


Die Betreiber, deren Identität natürlich ein Geheimnis ist, verwahren das Geld auf einem Treuhandkonto. Die Verwalter der Website haben also die volle Kontrolle über das dort hinterlassene Guthaben. Das ermöglicht es ihnen, die Website einfach zu schließen und mit dem Geld ihrer Kunden klammheimlich zu verschwinden. Ein von Bloomberg befragter Sicherheitsexperte sagte, dass der verwaltete Betrag schwer zu schätzen sei. Es handele sich seiner Meinung nach aber um „mehrere Millionen“.

Empire Market

Empire Market-Moderator ist geschockt

Diese Nacht-und-Nebel-Aktion überrumpelte anscheinend sogar das Foren-Personal. Ein Moderator sagte zunächst, eine DoS-Attacke sei für das Ganze verantwortlich. Daran glaubt er jetzt selbst nicht mehr: „Ich bin niedergeschmettert und beschämt über die offensichtliche Entscheidung der Admins, mit Eurem Geld zu verschwinden“, sagt er und lamentiert weiter: „Es ist schwer zu begreifen, dass dies wirklich geschieht. Ich stehe unter Schock.“

Tarnkappe.info

Über den Autor

Student und schon lange im Journalismus unterwegs. In der Vergangenheit Mitarbeiter für eine Vielzahl von klassischen Printzeitungen und Newsportalen. Erst für Lokalredaktionen, dann Sport und Gaming, seit Anfang 2020 im Dienst für die Tarnkappe. Abseits davon bin ich vor allem interessiert an Geopolitik, Geschichte und Literatur.