elementary OS als freie Alternative zu OS X vorgestellt

elementary os notebook os x
elementary OS wird offiziell angekündigt als Ersatz für Windows und OS X. Das Aussehen dieser Ubuntu-Abwandlung soll vor allem Apple-Nutzer zu einem Wechsel zur freien Alternative bewegen. Der Hersteller wirbt damit, grundsätzlich keine Nutzerdaten zu sammeln und an die Benutzer keinerlei Werbung auszuliefern. Lohnt der Umstieg? Unser Autor Marcel hat kürzlich die aktuelle Version von elementary OS getestet.


Auf den ersten Blick erinnert das Open-Source Betriebssystem elementary OS an OS X.

elementary OS basiert allerdings auf der Linux-Distribution Ubuntu.

Zwar prangt auf der Webseite der Entwickler ein Kauf-Button mit dem empfohlenen Preis in Höhe von 10 US-Dollar, allerdings kann das 32- oder 64-Bit Betriebssystem mit dem Eintragen einer Null in das „Benutzerdefiniert“-Feld kostenfrei heruntergeladen werden.

Nach der fixen Installation der 1,15 Gigabyte großen Datei stellt man auf den ersten Blick fest: elementary OS ist tatsächlich gedacht als Alternative zu OS X. Dies bestätigt sich nicht nur durch das Standardhintergrundbild, das ähnlich wie El Capitan ein Gebirge zeigt, sondern auch dadurch, dass sich favorisierte Programme horizontal am unteren Bildschirmrand in einem Dock anordnen, so wie es standardmäßig auch in Apples Betriebssystem der Fall ist. Leider ist es nicht ganz so hübsch und detailliert anzusehen wie bei OS X, aber das Vorbild ist unverkennbar. Auch die Icons einiger Programme sehen täuschend ähnlich aus.

 

 

Software-Paket von elementary OS weist starke Mängel auf

Mittels einem Klick auf „Anwendungen“ rechts oben am Bildschirmrand öffnet sich das überschaubare Softwaremenü. Der eigenentwickelte Browser „Midori“ setzt seinen Fokus auf HTML5 und Akkusparsamkeit, wobei ich letzteres nicht testen konnte, da ich keinen Laptop besitze. Wer mit einem anderen Browser im Netz unterwegs sein möchte, sollte sich im „Software-Center“ umzuschauen. Dort findet man alles, was es auch für Ubuntu gibt. Nicht weniger – aber auch nicht mehr. Aber das ist ohnehin eine Menge.

Als E-Mail-Client ist „Geary“ vorinstalliert. Mir persönlich sagt das Design im Vergleich zum gängigeren Open-Source-Client Thunderbird minder zu.

Angeschlossene Apple- und Android-Geräte erkennt elementary OS zwar, allerdings wird die Verwaltung der Musik mit der vorinstallieren Software, schlicht „Musik“ genannt, zu einem echten Ärgernis.

Was ganz fehlt, sind Office-Anwendungen. Dabei gäbe es doch mit LibreOffice ein perfektes Projekt? Vielleicht liegt es am Aufstieg zu Office in der Cloud durch Services wie Google Docs.

Besonders störend ist das Fehlen der Funktion zum Maximieren oder Minimieren von Fenstern oder Shortcuts für Appels Launch Pad. Für beide Probleme Sorgen die Programme „Tweaks“ und „SlingscoldAbhilfe.

Mein Fazit: elementary OS ist für mich die frischeste Linux-Distribution, die es derzeit gibt. In Anbetracht der Tatsache, dass es als eher als Alternative zu OS X gedacht ist, als wie zu Windows, wirkt das Betriebssystem gelungen. Allerdings muss nachträglich einiges an Software nachinstalliert werden. So ganz ohne manuelle Eingaben über die Befehlszeile geht es leider auch nicht. Von daher kann ich elementary OS leider nicht ohne Bedenken empfehlen. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass sich diese Open Source-Alternative noch in der Entwicklung befindet.

elementaryos_logo

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3 Kommentare

  1. Thomas sagt:

    Das habe ich ehrlich gesagt noch nie gehört, dass sowas existiert. Ist die Technologie überhaupt ausgereift oder hat Löcher ohne Ende? Jemand hier schon getestet?

    • Marcel sagt:

      Das Ganze basiert ja auf Ubuntu, somit ist es nicht komplett löchrig.

      Allerdings ist es, wie dem Artikel zu entnehmen, vom Softwarepaket her höchst-verbesserungsbedürftig.
      Ist ja aber noch nicht fertig ;)

      Hast Du es denn mal selbst ausprobiert?

      LG

      • David sagt:

        Ich verfolge elementary os nun schon seit einiger Zeit. Es hat sich tatsächlich viel getan in den letzten Jahren.

        Wer denkt, er bekomme hier ein OSX für lau, liegt allerdings meilenweit daneben.
        Wie schon erwähnt, basiert das Ganze auf Ubuntu und damit auf Debian.
        Beim Einsatz von Linux sollte man grundsätzlich darauf gefasst sein, das Terminal zu verwenden. Es ist schneller und übersichtlicher und außerdem wirklich nicht schwer zu verstehen. Wer das nicht möchte, kann sich immernoch einen echten Mac kaufen.

        Software, die nicht verfügbar ist (oder nur in einer veralteten Version) kann meistens uber ppa’s hinzugefügt werden. (Achtung wieder mit Arbeit im Terminal verbunden..)

        Der Verweis auf die verwendete Version fehlt völlig (oder habe ich das übersehen?). Aktuell gibt es eine preview (auf ubuntu 16.04 basierend) und die offizielle version (auf ubuntu 14.04 basierend).

        Das sind meine Gedanken nach dem ersten Kaffee. Ansonsten ein schöner Artikel.

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