Edward Snowden verlängert Russland-Aufenthalt

Whistleblower Edward Snowden hat die Absicht, seinen Aufenthalt in Russland zu verlängern. Seine aktuelle Arbeits-und Aufenthaltserlaubnis endet im April 2020. Zuletzt hat man diese 2017 um drei Jahre verlängert. Im Hinblick darauf teilte sein Anwalt Anatoly Kucherena am Freitag der russischen Nachrichtenagentur Interfax mit, dass die Bearbeitung der Dokumente für eine Verlängerung bereits begonnen habe. Snowden hatte 2013 in Frankreich und mehreren anderen Ländern Asyl beantragt, doch sein Wunsch blieb bisher unerhört.

Frage auf Annahme der russischen Staatsbürgerschaft ist noch ungeklärt

„Auf Edwards Bitten bereite ich die Dokumente für den Migrationsdienst des Innenministeriums vor“, teilte Anatoli Kutscherena der Agentur Interfax mit. Kutscherena gab zudem bekannt: „Bei ihm ist alles in Ordnung. Er arbeitet. Seine Frau ist bei ihm“. Auf die Frage, ob Snowden beabsichtige, die russische Staatsbürgerschaft zu beantragen, sagte Kucherena: „Ich habe diese Angelegenheit noch nicht mit ihm besprochen.“ Zum Schutz des Whistleblowers bleibt sein konkreter Aufenthaltsort auch weiterhin unbekannt. Auch bei dem Expertentreffen in Moskau unter dem Motto: „Geschäftsrisiken und -chancen im Jahr 2020“ äußerte sich Anatoly Kucherena zum Thema: „Ich hoffe, dass Russland ihn nicht an die USA ausliefert. Ich habe ihn erst gestern gesehen. Seine Aufenthaltserlaubnis läuft im April 2020 aus und wir arbeiten daran, sie um mehrere Jahre zu verlängern“, wie TASS berichtet.


Snowdens Enthüllungen gaben Einblicke in weltweites Überwachungs-Ausmaß

Bis Mai 2013 arbeitete Snowden im Auftrag der NSA als Systemadministrator für das Beratungsunternehmen Booz Allen Hamilton im Kunia Regional SIGINT Operations Center. Im Rahmen seiner Tätigkeit hatte er Zugang zu Informationen, die als streng geheim eingestuft waren. Snowdens Enthüllungen gaben Einblicke in das Ausmaß der weltweiten Überwachungs- und Spionagepraktiken von Geheimdiensten und lösten im Sommer 2013 die NSA-Affäre aus. Snowden hat dafür gesorgt, dass Themen wie Internetsicherheit, Datenschutz und die Arbeit unserer Geheimdienste völlig neu bewertet wurden.

Seit 1. September 2013 gewährt Russland Snowden Asyl

Gab am 9. Juni 2013 Snowden in Hongkong seine Identität gegenüber der Öffentlichkeit preis, so erwirkte am 14. Juni 2013 das FBI bereits gegen ihn mit einer Strafanzeige, u. a. wegen Spionage, einen Haftbefehl. Snowden konnte Hongkong zwar verlassen, kam aber an seinem erklärten Ziel, Ecuador, nicht  an. Dafür saß er dann im Transitbereich eines internationalen Flughafens in Moskau fest, nachdem die US-Regierung seinen Reisepass annulliert hatte. Am 1. August 2013 gewährte Russland Snowden schließlich Asyl.

Tarnkappe.info

Bildquelle: serbuxarev, thx! (Pixabay Lizenz)

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