E-Book-Markt stagniert weiterhin

Article by · 23. Mai 2017 ·

Pünktlich zum Quartalsende veröffentlicht der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. erneut seinen E-Book-Quartalsbericht. So ist beim Absatz von E-Books am Publikumsmarkt im ersten Quartal 2017 ein leichter Anstieg um 0,2 Prozent zu verzeichnen. Die Kaufintensität steigt sogar deutlich. Der Umsatz sinkt um 3 Prozent. Mit einem Anteil von 5,6 Prozent Umsatz am Publikumsmarkt ist das E-Book allerdings weiterhin nur ein Nischenprodukt.

Vierteljährlich gibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. in Zusammenarbeit mit GfK Entertainment die neuesten Ergebnisse der Entwicklungen auf dem E-Book-Markt bekannt. Für aussagefähige Zahlen, wie die Hochrechnungen der E-Book-Absätze und -Umsätze, sorgt das GfK Consumer Panel Media*Scope Buch. In Form einer schriftlichen, repräsentativen Umfrage (ca. 60% Online – Anteil steigend + 40% Paper & Pencil) mittels Tagebuch, das von 25.000 Panelteilnehmern selbst kontinuierlich geführt wird, werden alle Einkäufe im Buchmarkt von diesen deutschen Privatpersonen ab 10 Jahren erfasst. Die Ergebnisse werden auf die Grundgesamtheit der deutschen Bevölkerung (67,7 Mio. Menschen) ab 10 Jahre hochgerechnet.

Der Börsenverein vergleicht in diesem Quartal den Markt mit ruhigen Gewässern, denn der Absatz von E-Books am Publikumsmarkt (ausgenommen sind Schul- und Fachbücher) stieg nur leicht um 0,2 Prozent an. Der Umsatzanteil am Publikumsmarkt steigt von 5,4 Prozent auf 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der E-Bookumsatz sinkt insgesamt jedoch um 3 Prozent. Dieser Rückgang bei gleichzeitig steigendem Umsatzanteil resultiert daraus, dass der Umsatz mit Büchern am Publikumsmarkt im ersten Quartal insgesamt rückläufig war. Zudem sinken die im Durchschnitt für E-Books bezahlten Preise, so dass es trotz leicht höherem Absatz insgesamt kein Umsatzplus gibt.

Die Kaufintensität steigt um satte 19,2 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum, das heißt, wer bereits E-Book-Käufer ist, erwirbt im ersten Quartal 2017 im Durchschnitt 4,4 E-Books aus dem Publikumsbereich. Die Zahl der E-Book-Käufer sinkt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum: 1,9 Millionen Kunden kauften im ersten Quartal 2017 mindestens ein E-Book, im Vorjahreszeitraum waren es 2,2 Millionen.

Fazit:

Trotz zahlreicher, ansprechender Angebote auf dem E-Book-Markt, denn nahezu jedes gedruckte Buch erscheint gleichzeitig auch als E-Book, ist es bisher offenbar nicht gelungen, mehr Leser für E-Books zu begeistern. Ein Grund dafür könnte in den sehr hohen Preisen liegen, die Verlage für ihre Neuerscheinungen verlangen, die zum Teil nur geringfügig unter den Preisen der Druckversion liegen. So bleibt das Papierbuch immer noch nahezu konkurrenzlos weiterhin die absolute Nummer 1 für alle lesebegeisterten Buchfreunde.

Da können auch die unzähligen Vorteile des E-Books am Ende kaum punkten, zu nennen wären insbesondere das sehr geringe Gewicht eines E-Book-Readers, etwa 180 Gramm und die hohe Platzeinsparung, denn der Reader bietet gleich Raum für eine ganze Bibliothek an elektronischen Büchern. Auch sind solche Features, wie eine variabel einstellbare Schriftgröße, die integrierten Wörterbücher, die Suchfunktion für markierte Lieblingszitate, sehr nützlich.

Natürlich haben die Druckexemplare ebenso ihre Vorzüge. So gibt es besonders fantasievolle Cover und spezielle Ausgaben sehen einfach dekorativ aus im Buchregal. Bücher lassen sich sehr gut verschenken und der unvergleichliche Geruch nach bedrucktem Papier lässt Buchfreunde doch immer wieder gerne tief durchatmen.

Es scheint sich jedoch um einen neuen Trend zu handeln, der wohl auch bei uns angekommen ist: „Echte Bücher“ erleben demnach ein Comeback. Sowohl in Großbritannien als auch den USA sind die Verkäufe von elektronischen Büchern zuletzt um fast 20 Prozent zurückgegangen. Gedruckte Bücher konnten hingegen zulegen, berichtete CNN Money. Wie groß allerdings der Anteil der Selfpublisher und Kleinverleger ist, bleibt in dieser Studie leider außen vor. Denkbar wäre deshalb, dass klassische Verlage bei E-Books absinken, weil Einzelpersonen und Miniverlage so erfolgreich sind. Nirgends genannt werden außerdem E-Book-Flatrates, wie Kindle Unlimited. Die Auswirkungen auf den Gesamtmarkt wären dabei ebenso interessant. Aber auch Gerätehersteller haben bereits seit längerem mit sinkenden Verkaufszahlen zu kämpfen. Die Verkäufe von E-Readern gingen laut den Marktforschern von Euromonitor International seit 2011 um 40 Prozent zurück.

Der leichte Anstieg des Absatzes von E-Books am Publikumsmarkt im ersten Quartal und die erhöhte Kaufintensität könnten zum Teil zurückzuführen sein auf das doch attraktive Angebot an Neuerscheinungen. So wären hier insbesondere die folgende Bücher zu nennen: von Sebastian Fitzek: Achtnacht, von Jussi Adler-Olsen: Selfies, von Rebecca Gablé: Die fremde Königin und von Jeffrey Archer: Die Wege der Macht.

Bildquelle: MedinaLab, thx! (CC0 Public Domain)

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3 Comments

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    Meckefritze

    Auch ihr habt versäumt darauf hinzuweisen, dass man ein E-Book nicht kauft, sondern für so lange Zeit mietet, wie es dem Vermieter beliebt – auf eigenes Risiko!

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      Quelle??

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        0815

        Leselizenz. Kein Eigentum, nur ein Nutzungsrecht im Rahmen der AGB`s und im Regelfall keine Übertragbarkeit der Nutzungsrechte. Teilweise noch plattformgebunden. Ich denke das ist gemeint. Ein Mietmodell, wie neuerdings immer öfter bei Software als einziges Lizenzmodell zu finden, wäre in der Tat bei Ebooks bescheuert.


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