• Home
  • Forum
  • Shop
  • Spenden
  • Podcast
  • Newsletter
Tarnkappe.info Logo 
IT Sicherheit
DatenschutzMalwareOnline-Betrug
Krypto
BlockchainNFT
Szene
Dark-CommerceWarez ListenWarez
Newsticker
  • Home
  • Forum
  • Shop
  • Spenden
  • Podcast
  • Newsletter
 



Tarnkappe.info > Artikel > IPTV > Digital-Share: Staatsanwaltschaft verschickte Briefe an Cardsharing-Nutzer

digital-share sky
digital-share sky

Digital-Share: Staatsanwaltschaft verschickte Briefe an Cardsharing-Nutzer

08.01.2019 von Lars Sobiraj Lesezeit: 3 Min.

Digital-Share: Ende 2018 erhielten mehrere Nutzer dieses gewerbsmäßig tätigen Cardsharing-Servers einen Brief von der Staatsanwaltschaft.

Inhalt

  • Digital-Share ist nicht mehr online
  • Mitteilung soll verhindern, dass Straftaten verjähren
  • Kommentare bei CSBoard.cc teils unterirdisch
  • Überweisungen an Digital-Share als Beweismittel
  • Fazit

Digital-Share: Kurz vor Weihnachten erhielten mehrere Nutzer dieses gewerbsmäßig tätigen Cardsharing-Servers einen Brief von der Staatsanwaltschaft. Das Schreiben diente der Vermeidung einer Verjährung der Straftaten aus den Jahren 2013 und 2014. Einem Angeschriebenen konnte nachgewiesen werden, die Abo-Gebühren gleich vier Mal per Überweisung getätigt zu haben.

Digital-Share ist nicht mehr online

Digital-Share war früher ein eher kleines privates Forum mit eigenen Proxies und eigenem VPN, berichtet der Nutzer „localhost“ im Cardsharing-Forum CSBoard.cc. Der Betroffene erhielt im Vormonat einen Brief wegen des Ermittlungsverfahrens aufgrund verschiedener Straftaten. Konkret wird ihm vorgeworfen, über 13 Monate hinweg den Dienst von Digital-Share kostenpflichtig genutzt zu haben. Gegen den Betreiber läuft ein gesondertes Ermittlungsverfahren. „localhost“ habe sich „diejenigen Anwendungen erspart, die bei dem Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland GmbH für den regulären Bezug eines Komplettangebotes angefallen wären„. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft habe er damit gegen die Paragrafen §263a (Computerbetrug) und 202a StGB (Ausspähen von Daten) verstoßen.

Mitteilung soll verhindern, dass Straftaten verjähren

Die Bekanntgabe des Strafverfahrens diene dem Zweck, die „Strafverfolgungsverjährung zu unterbrechen„, wie es so schön im Juristendeutsch heißt. Im Verlauf der nächsten Monate soll die örtlich ansässige Staatsanwaltschaft übernehmen, um das Verfahren gegen den Verdächtigen später abzuschließen. Wir haben uns beim Karlsruher Juristen Benedikt Klas erkundigt, der sich in seiner Kanzlei schwerpunktmäßig mit Computer- und IT-Recht sowie Strafrecht beschäftigt. Klas kann den Fall ohne Akteneinsicht natürlich nicht abschließend beurteilen.

Er teilte uns mit, dass die Staatsanwaltschaften aber sehr wohl die Verjährungsfristen kennen. Es sei gängige Praxis mithilfe solcher Schreiben dafür zu sorgen, dass potentiell „verfolgungsfähige“ Straftaten nicht verjähren können. Der Fachanwalt hält die Vorgehensweise für schlüssig. Außerdem würden häufiger Staatsanwaltschaften tätig werden bei der Verfolgung derartiger Vorwürfe – also beim Verdacht auf Computerbetrug beziehungsweise dem Ausspähen von Daten. Klas habe selbst schon mehrere Fälle als Verteidiger übernommen, die wegen derartiger Vorwürfe eingeleitet wurden.

csboard.cc Logo

Kommentare bei CSBoard.cc teils unterirdisch

Die Einschätzung des Karlsruher Fachanwalts steht im krassen Gegensatz zu einigen Kommentaren im Thread beim CSBoard.cc. User vermuteten eine „pure Verarsche“ oder glauben daran, dass es dem Absender des Briefes nur darum ginge, den Empfänger „nervös zu machen„. Wieder andere Nutzer vergleichen den Fall mit einer zivilrechtlichen P2P-Abmahnung aufgrund eines Downloads von Bushido-Liedgut. Doch das Zivilrecht hat mit dem Strafrecht nur sehr wenig gemeinsam. Das wäre so, als wenn man Äpfel mit Birnen vergleichen will.

Überweisungen an Digital-Share als Beweismittel

Fakt ist, der Betroffene hat gleich viermal hintereinander Überweisungen an Digital-Share getätigt. Das wird wohl kaum ein Richter mehr als reinen Zufall ansehen wollen. Der Unterschied ist auch, dass die reine Feststellung der IP-Adresse wie bei Filesharing-Abmahnungen üblich, bei strafrechtlichen Verfahren nicht ausreichend ist. Die Person muss eindeutig innerhalb eines Haushalts feststehen, die für die Straftaten verantwortlich ist. Doch genau das ist anhand der Überweisungen leicht machbar. „localhost“ wird abwarten müssen, was auf ihn zukommt. Da die Vorwürfe vorerst nicht verjähren, hat der zuständige Staatsanwalt alle Zeit der Welt, das vorhandene Beweismaterial zu sichten.

Fazit

Sky LogoDer Brief ist allem Anschein nach kein Fake. Betroffene sollten sich einen Fachanwalt für IT-Recht in Verbindung mit Strafrecht nehmen. Bitte keinen Feld-Wald-und-Wiesen-Juristen beauftragen! Sinnlos ist es auch, zu hoffen, dass sich die Sache schon irgendwie von alleine regeln wird. Der Fachanwalt wird zunächst Akteneinsicht beantragen. Erst nach Erhalt der Ermittlungsakten wird klar sein, wie umfangreich die Vorwürfe sind. Und natürlich auch, wie viele Beweise man in der Hand hat. Und selbst nach Ende der strafrechtlichen Verfolgung ist die Sache noch nicht ausgestanden. Dann wird Sky Deutschland aller Wahrscheinlichkeit nach anschließend ihre zivilrechtlichen Ansprüche wie Schadenersatz geltend machen.

Beitragsbild JC Gellidon @ Unsplash, thx! (CC0 1.0)

Tarnkappe.info

3 Kommentare lesen
Mehr zu dem Thema
Lars Sobiraj

Über Lars Sobiraj

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Früher brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert. In seiner Freizeit geht er am liebsten mit seinem Hund spazieren.


Stecker gezogen: Illegale IPTV-Dienste gehen gezielt vom Netz.

IPTV-Piraten im Visier: 24 illegale IPTV-Websites offline

IPTV-Piraten im Visier: BREIN lässt 24 illegale IPTV-Websites offline gehen und treibt damit Maßnahmen gegen Streaming-Anbieter voran.

Vom Sofa ins Visier. IPTV-Nutzer geraten zunehmend ins Fadenkreuz.

Sky enttarnt IPTV-Nutzer: Revolut muss Daten von 300+ Kunden herausgeben

Revolut gibt Daten von IPTV-Kunden preis. Sky plant Maßnahmen gegen Reseller und Nutzer. Über 300 IPTV-Abonnenten sind betroffen.

in Schreiben im Briefkasten kann teuer werden: Bildagenturen verfolgen Urheberrechtsverletzungen bei Facebook-Fotos.

Urheberrechtsverletzung wegen Facebook-Foto – dpa Picture Alliance fordert 21.000 €

Urheberrechtsverletzung wegen Facebook-Foto: dpa Picture Alliance fordert 21.000 €. Betroffene sollten Zahlungsansprüche genau prüfen.

Vodafone in Düsseldorf

Vodafone sperrt Zugriff auf Burning Series & Serienstream.to

Die Kunden der Vodafone Kabelsparte haben seit dem 18.12. keinen Zugriff mehr auf die illegalen Portale Burning Series und Serienstream.to.

französische Fans mit Flagge von Paris Saint-Germain

IPTV-Nutzer zu Geldstrafen verurteilt

Im französischen Arras verhängte die zuständige Staatsanwaltschaft 20 IPTV-Nutzer zu Geldstrafen von bis zu 400 Euro.

Bollywood

Indische Behörde verlangt Löschung von 3.142 Telegram-Kanälen

Wegen massiven Urheberrechtsverletzungen verlangt das indische Ministerium MIB die Entfernung von über 3.100 Telegram-Kanälen.

322 Millionen Dollar stehen im Raum im Streit zwischen Spotify und Anna’s Archive.

Spotify gegen Anna’s Archive: 322-Millionen-Dollar-Klage rollt an

Spotify gegen Anna’s Archive: Streamingdienst und Major-Labels fordern 322 Mio. Dollar Schadensersatz wegen DRM-Umgehung und Musik-Leaks.

Keine Copyright-Polizei im Netz: Provider aus der Schusslinie.

Cox Urteil zur Piraterie: Supreme Court kippt Provider-Haftung

Cox-Urteil zur Piraterie: Supreme Court begrenzt Haftung von Internetprovidern und setzt neue Maßstäbe im Urheberrecht.

Gehackt, verlötet, verkauft: Der Handel mit manipulierter Hardware rückt zunehmend ins Visier der Ermittler.

Switch-Modder verhaftet: Polizei stoppt Verkauf manipulierter Konsolen in Japan

Switch-Modder in Japan verhaftet: Polizei stoppt Verkauf manipulierter Konsolen. Nintendo erhöht den Druck auf die Modding-Szene.

Movie2k Bitcoin-Vermögen im Fokus der Justiz

Movie2k Bitcoin-Vermögen: Bewährung gegen Milliarden?

Movie2k Bitcoin-Vermögen im Fokus: Gericht verhandelt über Milliarden, Bewährungsstrafe und mögliche Einziehung der Krypto-Gelder.

Wie kommt es zu den Cardsharing-Vorladungen?

Wir haben uns mit einem Anwalt ausgetauscht, wie es eigentlich zu den Cardsharing-Vorladungen kommt. Wie wird ermittelt, was passiert dann?

Deepfakes

Deepfakes werden zum Fall fürs Recht: Alberta und der Fall Collien Fernandes

Alberta plant ein Gesetz gegen Wahlkampf-Deepfakes. Der Fall Fernandes zeigt Risiken sexualisierter Fakes und Lücken im deutschen Recht.

4chan

4chan blockiert britische Alterschecks

Großbritannien will Plattformen mit Alterschecks und Vorgaben auf Linie bringen. Die Leitung des Forums 4chan weigert sich jedoch strikt.

Gefängnis

Streameast: Betreiber müssen sich vor Gericht verantworten

Die beiden früheren Betreiber des Live-Sport-Streaming-Dienstes Streameast müssen sich bald vor einem Gericht in Ägypten verantworten.

Illegales Cardsharing, Hollywood & Fußball daheim, keine gute Idee!

Vorladung wegen Cardsharing: Wenn es teuer wird!

Kurz nach der Razzia eines illegalen Anbieters wird eine Vorladung wegen Cardsharing an die ganzen Nutzer verschickt. Womit muss ich rechnen?

bs.to serienstream.to vodafone

BS.to & S.to – Streaming-Portale entfernen TV-Serie „Das Boot“

Als Reaktion auf die Netzsperren von Vodafone haben die Portale bs.to und Serienstream.to alle Folgen der neuen TV-Serie "Das Boot" gelöscht.

WATCHHD.TO

watchhd.to wurde gehackt – Datenbank für 200 Dollar angeboten

Das illegale Pay-Streaming-Portal watchhd.to wurde kürzlich gehackt. Die Datenbank bietet der Hacker Akiko für 200 US-Dollar zum Kauf an.

Pay-TV Piraterie Karlsruhe

Pay-TV Piraterie Karlsruhe: Betreiber zu drei Jahren Haft verurteilt

Pay-TV Piraterie Karlsruhe: Landgericht Mannheim verurteilt 36-Jährigen wegen gewerbsmäßigen Computerbetrugs zu drei Jahren Freiheitsentzug.

WerbungÜber unsKontaktPressespiegel
Kategorien
RezensionenGlosseInternJurassic PackDrachenlordLesetipps
Social Media

Impressum Datenschutz

Tarnkappe.info Logo

© 2014-2024 Tarnkappe.info

ZURÜCK  WEITER
Jetzt Newsletter abonnieren