Die Krux mit den Passwörtern: neues Video von Alexander Lehmann

Article by · 14. September 2015 ·

alexander lehmann passwoerter einfach erklaert
Passwörter: Sicher sollen sie sein, lang und voller Großbuchstaben und Sonderzeichen. Dazu kommt, dass beinahe jedes erdenkliche Hilfsmittel verboten ist. Filmemacher Alexander Lehmann zeigt, wie man seine Zugänge trotz aller Widrigkeiten gut und einfach absichern kann.

Das mit den Passwörtern ist wirklich eine Pest. Quasi alles, was es einem einfacher machen würde, ist verboten. Ich darf weder mein Geburtsdatum, den Namen meiner Freundin oder den meines Haustieres als Passwort verwenden. Des Leben könnte so viel einfacher sein, wenn ich für alle Dienste ein und dasselbe Kennwort verwenden dürfte, was ich mir merken oder auf einen Zettel schreiben könnte, der an meinem Monitor klebt. Aber nein, das wäre nicht sicher. Am besten man verwendet für jeden einzelnen Account ein anderes Passwort inklusive Klein- und Großbuchstaben, Sonderzeichen und Ziffern. Ach ja, und nicht zu vergessen, dass das Passwort möglichst lang sein und alle vier Wochen durch ein neues ersetzt werden soll. Warum muss es eigentlich immer so verflixt kompliziert sein?

Muss es nicht, meint Alexander Lehmann, der am Freitag den ersten Teil einer Videoreihe zum Thema Verschlüsselung veröffentlicht hat. Lehmann hat 2009 mit den Videos “Du bist Terrorist” und “Rette Deine Freiheit” für viel Aufsehen gesorgt. Es folgen zahlreiche Videobeiträge zu den Themen Überwachung, Rüstungsexporte, Fremdenfeindlichkeit, Netzneutralität und Datenschutz.

Alexander Lehmann: Passsätze statt Passwörter verwenden

Das aktuelle Video erklärt verständlich und nachvollziehbar, wie wir alle das Maximum an Datenschutz erreichen können, ohne einen DIN-A 1-Zettel mit 50 Passwörtern mit uns herumschleppen zu müssen. Geworben wird in der Videobeschreibung für Bruce Schneiers Password Manager “Password Safe“, doch auch hier gilt wie überall, dass Sicherheit immer nur relativ sein kann. Und trotzdem. Alles ist besser, als es so zu belassen, wie es wahrscheinlich bei den meisten Lesern derzeit ist. Wer Kennwörter mehrfach benutzt und die einfachsten Regeln missachtet, muss sich halt auch nicht wundern, wenn irgendwann alle Konten von Cyberkriminellen übernommen und ausgeplündert werden. Dann ist es für die Einsicht leider schon zu spät. Die Menschen werden halt immer nur dann wach, wenn ihr eigener Geldbeutel bedroht ist.

Leider dümpelt der Beitrag bisher bei zirka 6.000 Aufrufen herum. Zwar wurde die Produktion unter anderem von Spiegel Online gefördert, diese haben das Video aber bisher nicht prominent auf ihrer Hauptseite eingebunden. Mehr Informationen zum perfekten Passwort sind übrigens hier verfügbar.


Das erste von fünf Videos von Alexander Lehmann zum Thema Verschlüsselung.

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6 Comments

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    Frank

    Klasse Idee

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    sehr interessanter bericht

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    iLembus

    Seitdem Snowden über Passwortsätze geredet hat im Interview mit John Oliver nutze ich aktiv passwortsätze

    Sie sind einfach zu merken, superlang und das sogar mit Sonderzeichen

    Hier ein paar Passwörter die ähnliche Strukturen aufweisen wie die, die ich persönlich nutze:

    JemandHatDafür30€Bezahlt
    DasIstÜberhauptNicht1337!
    ÄpfelKosten0.40€DasStück

    Gerade im Deutschen kann man ÄÖÜß wunderbar nutzen, um die Passwörter sicherer zu machen.

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      sehr gute Beispiele, danke!

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      das Teufelchen

      Das Ganze kann man ja noch verschärfen, beispielsweise so:

      Zeile 1 zeigt den Satz in lesbarer Form.
      Bei Zeile 2 hab ich nur die Leerzeichen rausgenommen.
      Bei Zeile 3 hab ich die Buchstaben b/p, d/t und g/k welchselweise getauscht.
      Bei Zeile 4 habe ich folgende Buchstaben ersetzt: a=4; e=3; i=1, o=0; s=5, t=7

      Das merk’ ich mir in 4 Wochen nie!
      Dasmerk’ichmirin4Wochennie!
      Tasmerg’ichmirin4Wochennie!
      745m3rg’1chm1r1n4W0ch3nn13!

      Passwörter sollten sehr lange sein.
      Passwörtersolltensehrlangesein.
      Basswördersolldensehrlankesein.
      B455wörd3r5olld3ns3hrl4nk3531n.

      Was ich tippe, weiß ich doch nicht.
      Wasichtippe,weißichdochnicht.
      Wasichdibbe,weißichtochnichd.
      w451chd1bb3,w31ß1ch70chn1chd.

      Mein Kennwort für die Tarnkappe!
      MeinKennwortfürdieTarnkappe!
      MeinGennwordfürtiedarngabbe!
      M31nG3nnw0rdfür71ed4rng4bb3!

      Braucht ein wenig Übung, aber derlei Kombinationen dürften wohl sehr sicher sein.

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    Klaus

    Ich bevorzuge jetzt seit Jahren pwdhash. Das erfüllt meinen Anspruch an die Passwortsicherheit und Einfachheit, denn man hat für jede Seite das selbe Passwort, ohne seine eigenen Passwörter zu kennen :-)


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