DDownload.com übernimmt Sharehoster DDL.to: Wer hat wen geschluckt?

Kürzlich hat DDownload.com den im deutschsprachigen Bereich bekannten Sharehoster DDL.to übernommen. Doch wer hat wen da wirklich übernommen?

Kürzlich hat DDownload.com den im deutschsprachigen Bereich bekannten Sharehoster DDL.to übernommen. Alle Besucher werden umgeleitet. Auch das Impressum hat man entsprechend angepasst.

Aus DDL.to wird DDownload.com

Der hierzulande unbekannte Sharehoster DDownload.com übernahm kürzlich den One Click Hoster DDL.to. Oder aber es soll zumindest so aussehen. Wir haben uns mit den neuen Betreibern in Verbindung gesetzt, um mehr zu erfahren.


DDL.to Logo VladoUns gegenüber stellte man sich als eine „Investmentgesellschaft aus Hongkong“ vor. Man habe es „als nützlich empfunden, von .to zu einer .com-Domain zu wechseln. Denn die Endung mit .to ist sehr unbeliebt.“

Der Hintergrund wird wohl vielmehr sein, dass in diesem Fall das Geld eines unbekannten Wettbewerbers eine populäre und somit wirtschaftlich gesehen spannende Domain erworben hat. DDL.to ist bzw. war einer der meist benutzen Sharehoster, wo es zwischenzeitlich nach dem Bust von Share-Online.biz kein Geld für die Uploads gab. Außerdem wäre es uns neu, dass TLDs aus Tonga im Graubereich grundsätzlich unbeliebt sein sollen.

Umstellung läuft…

Die neuen Eigenümer weiter: „Wir lieben das Hosting-Geschäft und bieten unseren Kunden die besten Datenschutzbedingungen.“ Das funktioniere nur mit mit einer .com-Domain, sprich mit „einem seriösen Auftritt“. Auf Rückfrage teilte man uns mit, man leite derzeit alle Besucher weiter. „Die Telefonnummern und unser Supportteam werden während des Übergangs angepasst. Das Impressum wurde bereits geändert.“

Auffällig ist, dass sowohl Alexa als auch Similarweb jede Menge Informationen über DDL.to bereithalten, für beide Online-Analyse-Dienste ist DDownload.com hingegen eine Art Fremdwort. Bei Wjunction hat sich der Betreiber Erst Mitte Dezember des Jahres 2018 registriert. Seit Februar 2019 kommuniziert man in eigenen Threads die Konditionen für die Uploader. Die „neue“ Domain wird aber schon sehr viel länger benutzt. Zumeist hat man dort seit 2002 keine sonderlich sinnvollen Inhalte hinterlegt, wenn man sich zahlreiche Screenshots der Wayback Machine anschaut. Der aktive Betrieb ging wohl erst vor etwas über einem Jahr los.

ddownloads.com Logo

Bäumchen welchsel dich: aus Alt wird neu? ddl.to wurde zu ddownload.com.

FTP-Zugang unmöglich, API bzw. Captcha-Abfrage problematisch

Bei der Szenebox beschweren sich die deutschsprachigen Foren-Teilnehmer derweil im Chor, dass ihre Up- als auch teilweise die Downloads (via Linksnappy) nicht mehr funktionieren. Zudem wird gemutmaßt, dass dem Publikum erneut ein Betreiberwechsel vorgegaukelt wird. Aber gut, dort nimmt man jeden und alles gerne aufs Korn. Wir von Tarnkappe.info stellen diesbezüglich keine Ausnahme dar. Fakt ist: Wer hinter der Investmentgesellschaft steckt, die DDL.to übernommen haben will, weiß niemand und das soll sicher auch so bleiben.

„Schwierige Zeiten für Filehoster“

Im Interview sagte uns der frühere Betreiber Tunny aka Vlado, dies seien schwierige Zeiten für Filehoster. Den Werbevermittlern wirft Vlado vor, diese hätten die Umsätze der Seitenbetreiber regelrecht „in die Knie gezwungen“. Auch die gesetzlichen Grundlagen seien für derartige Online-Dienste in den letzten Jahren immer feindlicher geworden. Ob er das noch lange machen will, wollte oder konnte uns Vlado vor einem Jahr nicht sagen. Das Leben stecke voller Überraschungen. Diese Aussage zumindest stellt sich momentan als geradezu prophetisch heraus.

P.S.: Schon seit mehreren Wochen leitet das frühere Online-Tagebuch Tunny.to auf GO Unlimited um. Die damit gestiftete Verwirrung ist nahezu perfekt.. ;-)

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.