Darknet-Drogenshop: Sieben Drogendealer unter Anklage

In einem Strafverfahren gegen die Betreiber eines Darknet-Drogenshops wurde nun Anklage gegen sieben Tatverdächtige zum LG Trier erhoben.

Gegen sieben Tatverdächtige im Alter zwischen 29 und 65 Jahren hat die Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz Anklage zur großen Strafkammer des Landgerichts Trier erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, „in teilweise wechselnder Beteiligung im Zeitraum von März 2019 bis zum 08.02.2021 über verschiedene Darknet-Marktplätze Betäubungsmittel in nicht geringen Mengen sowie Arzneimittel gewinnbringend weiterveräußert zu haben“.

Darknet-Händler agierten auch im DarkMarket

Trotz anonymisierter Bestellungen und Bitcoin-Bezahlungen führten schließlich aufwändige Ermittlungen des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz zur Spur der Täter. Sie fanden dabei auch heraus, dass die Verdächtigen ab Januar 2020 als Bande im arbeitsteiligen Zusammenwirken agierten.

Man legt ihnen zu Last, „in mehr als 8.000 Einzelverkäufen mindestens 426,67 Kilogramm Amphetamin, 3,87 Kilogramm Heroin, 2 Kilogramm MDMA, 15,96 Kilogramm Haschisch, 957,2 Gramm Meow Meow (Mephedron), 195,35 Gramm Kokain, 10.899 LSD-Trips und 72.539 Ecstasy-Tabletten“ gewinnbringend veräußert zu haben. Dafür traten sie als Händler auch auf dem damals weltweit größten illegalen DarkMarket auf, den die Ermittler bereits im Januar dieses Jahres abgeschaltet haben. Das Rauschgift sollen sie in den Niederlanden beschafft haben. Die Lieferungen erfolgten auf dem Postweg.

Kidnapping

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Abgefangene Päckchen und Pakete legten ihre Spur

In den Fokus der Ermittler geriet die Darknet-Drogenbande jedoch erst durch 180 mit Betäubungsmitteln bestückte Postsendungen. Diese waren in den Briefzentren aufgefallen und dort auch sichergestellt worden. Zum Vorschein kamen diesbezüglich immerhin über 10 Kilogramm Amphetamin und ca. 7.900 Ecstasy-Tabletten.

Daraufhin nahm die gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) Mainz unter Leitung der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz – Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) in Zusammenarbeit mit dem Zollfahndungsamt Frankfurt am Main und dem Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz die Ermittlungen auf. Es gelang ihnen infolge, die Täter trotz deren „konspirativen Vorgehens“ zu identifizieren.

Vulkaneifel als Zentrum des illegalen Darknet-Handels

Bei einer, für den 08.02.2021 angesetzten Razzia, durchsuchten Ermittler des Zollfahndungsamtes Frankfurt am Main und des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz (GER) mit Unterstützung durch Spezialeinsatzkräfte neun Objekte, darunter acht Wohnungen und eine Lagerhalle, in Rheinland-Pfalz, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Im Ergebnis der Durchsuchungen stellten die Ermittler unter anderem Computer, Handys sowie rund 30 Kilogramm Rauschgift mit einem geschätzten Verkaufswert von gut 250.000 Euro sicher.

Tatverdächtige müssen sich vor dem LG Trier verantworten

Durch die diversen Verkäufe erzielten die Verdächtigen mindestens 31,3 Bitcoins. Das entspricht nach derzeitigen Kurs etwa 1,28 Mio. Euro. Die Täter befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Einer der Verdächtigen zeigte sich dabei geständig.

Die Beschuldigten haben ihre Wohnsitze überwiegend im rheinland-pfälzischen Landkreis Vulkaneifel, im angrenzenden Gebiet von Nordrhein-Westfalen. Andere wohnen in Unterfranken zwischen Schweinfurt und Würzburg. Die Vulkaneifel erwies sich dabei allerdings als das Zentrum des illegalen Darknet-Handels. Folglich wird der Prozess am Landgericht (LG) Trier stattfinden. Ein Verhandlungstermin steht jedoch noch aus. Das Landgericht Trier hat über die Verfahrens-Eröffnung noch nicht entschieden.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.