Cybercrime: königliche Bitcoin-Anfrage soll britische Wirtschaft retten

In einem physisch versandten Brief, der angeblich aus dem Privatbüro von Queen Elizabeth II. direkt vom Buckingham Palace stammt und vom Privatsekretär der Königin „unterzeichnet“ wurde, haben dreiste Betrüger die Empfänger um finanzielle Hilfe gebeten. Ihre königliche Hoheit appelliert darin an den Leser, Bitcoin zu spenden. Dies wäre notwendig, um das Vereinigte Königreich bei der Finanzierung des Brexit unterstützen. Die Forderung wird damit begründet, dass der Brexit nun ziemlich schnell vollzogen wird, sodass der angegebene Betrag dafür benötigt würde, „um die britische Wirtschaft zu retten“.


Neue Phishing-Masche: königlich-diskrete Aufforderung zur Bitcoin-Spende

Am 16. September kursierte in den Postfächern der Briten ein neuer Kryptowährungs-Phishing-Betrug. Die Autoren behaupteten, „um unsere Wirtschaft nach dem Brexit zu retten, müssen wir der Europäischen Union 19 Milliarden Pfund zahlen“.  Obwohl sie bereits 82% der Mittel beisammen hätten, wenden sie sich an die Öffentlichkeit, um bis zum 19. Oktober den Restbetrag zusammenzubekommen.

Natürlich bitten die Kriminellen um äußerste Diskretion: „Wir möchten, dass dieser Brief anonym bleibt. Wir wollen damit verhindern, dass das Thema viral wird. Dies könnte sich auf die Vereinbarungen auswirken, die wir zur Erlangung des bilateralen Abkommens getroffen haben “, so der Hinweis.

30% Zinsen für das „Darlehen“

Weiterhin heißt es, das „Royal House“ möchte sich 450.000 bis 2.000.000 britische Pfund (550.000 bis 2,5 Millionen US-Dollar) von britischen Bürgern leihen. Die Empfänger des Briefes fordert man somit auf, Geld in Form von Bitcoin auf eine angegebene Wallet-Adresse einzuzahlen. Im Gegenzug gewährt man den potentiellen Spendern einen Zinssatz von 30% für einen Zeitraum von drei Monaten. Ferner bietet man ihnen die Möglichkeit, Mitglied der Royal Warrant Holders Association zu werden. Es sei bereits das zweite Mal  innerhalb von 30 Jahren, dass die Königin „einen bestimmten Personenkreis aufruft, um Großbritanniens Wirtschaft zu retten“.

Geringe Erfolgsaussichten auf reichhaltige Spenden

Paul Ridden, CEO von Smarttask, einem britischen IT-Unternehmen, das auf Cloud-basierte Mobile Workforce Management-Produkte und -Dienstleistungen spezialisiert ist, veröffentlichte ein Foto des Briefes auf seiner LinkedIn-Seite. Er kommentierte scherzhaft, dass er immer wusste, dass ihre königliche Hoheit in schlimmen Zeiten seine Hilfe suchen würde. Dazu befragt, gab er an: „Als der Brief ankam, musste ich schmunzeln, da Phishing- Versuche normalerweise nicht auf Papier kommen.“ Ridden zeigt sich zuversichtlich, dass niemand Bitcoin an die Betrüger überweisen wird: „Als Tech- Unternehmen wissen wir ziemlich genau, was vor sich geht und schützen die Finanzen unserer Firma vehement. Also wird niemand Bitcoin an sie schicken.“ Er bezeichnete den Betrugsversuch aufgrund des schlechten Englisch des Briefes als mangelhaft. Gleichzeitig stellte er ein vernünftiges finanzielles Bewusstsein in Großbritannien fest.

Tarnkappe.info

 

Bildquelle: LucieLucy, thx! (Pixabay Lizenz)

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