China: Illegales Krypto-Mining in 9.000 Internet-Cafés aufgedeckt

Die chinesische Polizei verhaftete zunächst 15 Cyberkriminelle wegen illegalem Crypto-Mining auf Computern von 9.000 Internet-Cafés. Das Projekt wurde vom Eigentümer eines IT-Unternehmens organisiert und brachte ihm mehr als hundert Millionen Yuan (ca. 14 Millionen US-Dollar) an Gewinn ein.

Eigene Malware für Internet-Cafés

Gemäß Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur CCTV nahm die Polizei in Henyang, einer Stadt in der süd-zentralchinesischen Provinz Henan, 15 Personen als Drahtzieher, wegen des Verdachts auf illegales Krypto-Mining fest. Die Untersuchungsergebnisse legen nahe, dass man die Malware bei einem IT-Unternehmen in Zhengzhou entwickelt hat. Der Leiter des Unternehmens, Zhang, wird verdächtigt, ein kriminelles Netzwerk aufgebaut zu haben, bestehend aus 2.000 System-Administratoren, die von ihm angeworben worden, um auf die Computer in Internet-Cafés den von ihm entwickelten Schadcode zur Fernsteuerung der Rechner aufzuspielen. Der Virus erlaubt einem Angreifer, Kryptowährung auf den infizierten PCs zu minen. Nachdem Sie die virtuelle, digitale Währung bezogen haben, wurde sie über eine Plattform eines Drittanbieters zu RMB konvertiert. Das „Gehalt“ der Administratoren belief sich im Zeitraum von Juni 2017 bis Juli 2019 auf etwa 2,7 Millionen US-Dollar.


Dem Täter auf der Spur…

Die örtliche Polizei reagierte auf anonyme Hinweise, die bereits schon seit Ende 2018 eingingen und die darauf hindeuteten, dass die meisten lokalen Internetcafés eine Crypto-Mining-Malware installiert haben könnten. Die Ermittlungen führten zu Zhangs IT-Unternehmen. Die daraufhin zusammengestellte Einsatzgruppe der Polizei umfasste über 200 Polizeibeamte, die im Juli 2019 in Zhengzhou besagtes Unternehmen auflösten. Am Morgen des 8. Juli 2019 wurde Direktor Zhang in Shenzhen festgenommen. Die Polizei hat weitere Tatverdächtige verhaftetet und Computer, Mobiltelefone, Bankkarten usw. beschlagnahmt. Zudem konfiszierten die Beamten mehr als 20 Millionen Yuan Bargeld. Die Ermittlungen zu dem Fall dauern noch weiter an, 18 Hauptverdächtige befinden sich derzeit in U-Haft.

Ein beispielloses Verbrechen

Zahlreiche Internet-Café-Besitzer hat die Polizei mit der Tatsache konfrontiert, dass ihre Internet-Cafés das Ziel illegaler Aktivitäten waren. Das dort eingeschleuste Schadprogramm hat die Polizei zwischenzeitlich unschädlich gemacht.

Die Sprecherin des Hengyang City Public Security Bureaus weist darauf hin, dass es sich bei diesem Fall um ein: „beispielloses High-Tech-Verbrechen handelt, allein gemessen an der Zahl der daran beteiligten Menschen und auch anhand des methodischen Vorgehens unter Einsatz einer ausgefeilten Verschleierungstechnik“.

tarnkappe.info

 

Bildquelle: mwewering, thx! (Pixabay Lizenz)

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