CD Projekt Red: Cyberpunk 2077: Patch verzögert sich nach Studio-Hack

Während der Patch 1.1 von Cyberpunk 2077 seit dem 23. Januar erhältlich ist, lässt das für Februar geplante Update 1.2 noch auf sich warten.

Cyberpunk 2077
Bildquelle: CD Projekt Red

Der polnische Videospielhersteller CD Projekt Red (CDPR) verschiebt die Veröffentlichung des kommenden Patches 1.2 für sein Spiel Cyberpunk 2077 auf die zweite Märzhälfte, hieß es am Mittwoch in einem Twitter-Post des Unternehmens. Ein Cyber-Angriff am Anfang diesen Monats verzögere dabei die Arbeit an den notwendigen Korrekturen für die Mitarbeiter. Ursprünglich sollte das kommende Bugfix Release gleich nach dem Patch 1.1 noch im Februar erscheinen.

Der Ransomware-Angriff ereignete sich, als CD Projekt Red monatelang anhaltender Kritik für seine fehlerhafte, überhypte Veröffentlichung von Cyberpunk 2077 ausgesetzt war. Das Spiel wies viele Leistungsprobleme auf verschiedenen Plattformen auf. Infolge zog Sony es von dem PlayStation Store ab und zusammen mit Microsoft boten sie den Spielern Rückerstattungen an. CD Project Red entschuldigte sich bei seinen Kunden. Mitbegründer Marcin Iwiński sicherte zu, dass sich das Unternehmen verpflichtet, die Fehler und Abstürze mittels Patches zu beheben.

Cyberpunk 2077

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Nachdem im Januar bereits einige Korrekturen für das Spiel in einem Patch 1.1. veröffentlicht worden waren, hatte das Unternehmen geplant, im Februar einen größeren Patch zu veröffentlichen. Der Spieleentwickler erwähnte zudem, dass dieser neue Patch „über alle unsere vorherigen Updates hinausgeht“. CD Projekt Red versucht derzeit, genügend Korrekturen und Leistungsverbesserungen für Sony vorzunehmen, damit das Spiel wieder im digitalen PlayStation Store verfügbar ist, wo es seit kurz nach der Veröffentlichung entfernt wurde. Die Verkäufe auf den Spielkonsolen waren im Januar vor allem aufgrund dieses Schrittes rückläufig.

CD Projekt Red: Rückschlag bei Spielerettung von  Cyberpunk 2077

Vom Datendiebstahl durch den am 9.2.2021 bekannt gegebenen Ransomware-Angriff betroffen waren umfangreiche Dokumente in Bezug auf die Finanzierung, Buchhaltung, Verwaltung, Recht, Personal, Investor Relations und andere Abteilungen von CDPR. Zudem hatten die Angreifer Zugriff auf die Quellcodes für viele ihrer Spiele. Darunter Witcher 3, Gwent, Cyberpunk 2077 sowie eine bisher noch unveröffentlichte Version von Witcher 3. In einer folgenden Versteigerung im Darknet erzielten die Hacker Höchstpreise. CD Projekt weigerte sich, den Hackern ein Lösegeld zu zahlen. Infolgedessen können sich die Mitarbeiter weiterhin nicht in das virtuelle private Netzwerk des Unternehmens einloggen. Somit ist es für sie unmöglich, auf die Systeme und Tools zuzugreifen, die für die meisten ihrer Aufgaben erforderlich sind. Darauf lässt sich auch die Patch-Verzögerung zurückfühhren.

Unter Berufung auf Quellen, die anonym bleiben wollten, berichtet Bloomberg aktuell, dass der Hack persönliche Informationen von Unternehmens-Mitarbeitern kompromittiert hat, „einschließlich polnischer Identifikationsnummern und Passdaten“. Das Geschehen veranlasste CD Projekt Red, die Mitarbeiter anzuweisen, ihre Konten zu sperren. Zudem sollten sie die Sicherheitsverletzung bei ihren Banken und den Behörden melden. Derzeitige Mitarbeiter, die laut Bloomberg coronabedingt größtenteils noch von zu Hause aus arbeiten, mussten ihre Computer für Malware-Scans an die IT-Abteilung von CDPR schicken.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.