Audio DMP: Weg frei zu personalisierter Werbung im Audio-Bereich

Der Audiovermarkter RMS hat aktuell auf der Dmexco, dem “Treffpunkt aller wichtigen Entscheidungsträger aus Digital Business, Marketing und Innovation”, eine eigens entwickelte IT-Lösung vorgestellt, die eine bisher vorhandene Marktlücke schließen soll. Präsentiert wird die nach eigenen Angaben erste deutsche Audio Data Management Platform (DMP) für digitales Audio-Marketing.

Das von RMS entwickelte Tool Audio DMP bezieht über anonyme Listener-IDs Nutzerprofile von mit dem Internet verbundenen Audiogeräten: Jedem Hörer werden anonymisiert Daten zugewiesen, die mittels Listener-IDs generiert werden. Damit arbeitet dieses System nicht Cookie-basiert, wie bisherige marktüblichen Data Management Plattformen (DMPs). Das Einsatzgebiet der Innovation ist es, personalisierte Werbung bald auch aus den Smarthome-Lautsprechern ausspielen zu können.

Bisher galten die immer beliebter werdenden smarten Lautsprechersysteme und Smarthome-Allrounder für den Online-Marketing-Bereich als schwer zugänglich, konnten bis dato solche Daten doch nur über Website-Cookies erhoben werden. Diese neu entwickelte Innovation bietet somit die perfekte Lösung an, denn der Einsatz der Listener-ID macht es möglich, auch Datenaufkommen da zu erheben, wo man nicht auf den Einsatz von Cookies aufbauen kann und es dennoch möglich ist, Nutzer auf unterschiedlichsten Devices zu identifizieren. Zugänglich werden nunmehr konkret Smart Speaker, wie Amazon Echo und Google Home, Smart TV oder Aggregatoren, die keine Cookies verknüpfen und dadurch über die bisher am Markt verfügbaren DMPs nicht erreicht werden konnten. Laut RMS läge das nicht adressierbare Audioinventar derzeit immerhin bei etwa 85 Prozent und ist Studien zufolge in jedem achten deutschen Haushalt zu finden. Es wird häufig auch für das Abspielen von Radioprogrammen verwendet.

Werbetreibende haben damit nun ein weiteres Feld unter ihrer Kontrolle und können Audio DMP als einen Gewinn verbuchen. Frank Bachér, Geschäftsleiter Digitale Medien bei RMS, erklärt dazu: “Mit der ersten Audio DMP geht die Gattung Online Audio den nächsten großen Schritt im Digitalmarkt. Mit Hilfe der Daten-getriebenen Kommunikation können Werbekunden ihre Zielgruppen nun situativ und in konsum-relevanten Momenten mit der passenden Botschaft adressieren und präzise ausgesteuerte Audiokampagnen realisieren.”

Die Nutzer hingegen bekommen dadurch noch mehr ungewollte Werbung eingespielt, indem man immer neue Wege findet, ihre Daten zu tracken. So profiliert Audio DMP das Surfverhalten der User und fügt Third Party Data hinzu, also Daten, die Werbungtreibende von Dritten als Marketingfilter erwerben können. Diese Daten werden hochgerechnet und dienen als Basis für Nutzerprofile. Zudem wird das Hörverhalten der Verbraucher als Datenpunkte erhoben und in die Segmentierung mit eingebunden. Man erreicht damit, dass Zielgruppen noch profilschärfer abgebildet werden können und nach klassischen Parametern, wie Geolokation, Soziodemografie, Verhalten, Stimmung, Genre, Gerät oder Interessen, geclustert werden.

Matthias Wahl, Sprecher der Geschäftsführung bei RMS, ist vom Produkt überzeugt: “Derzeit gibt es europaweit keine vergleichbare Technologie. Die Entwicklung der Audio DMP ist ein strategisch wichtiger Meilenstein für RMS: Wir stellen uns damit als technischer Plattformtreiber in einem konvergenten Audiomarkt zukunftsorientiert auf.”

Bildquelle: Pexels, thx! (CC0 Public Domain)

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4 Kommentare

  1. BigAudioBrothe sagt:

    Personalisierte Werbung bedeutet dann wohl für Müsli-Esser, dass sie sich künftig alle paar Minuten diese “unglaublich kreative” Seitenbacher Müsli Werbung anhören dürfen. Na dann, Mahlzeit Mahlzeit Mahlzeit Mahlzeit :D

  2. Johnny sagt:

    Aus Sprachaufzeichnungen lassen biometrische Merkmale extrahieren, Personen können leicht wiedererkannt und identifiziert werden:
    Wer mit wem wann und wo über was wie lange redet.

    Oder mit den Worten des Gaulandleiters:
    Videoerkennung ist dagegen ein Fliegenschiss.

    aber halt, ist ja wieder einmal alles:

    anonym,
    anonymisierter,
    am Anonymisiertesten

    “situativ und in konsum-relevanten Momenten mit der passenden Botschaft ”
    Manipulation und Verbrauchertäuschung hübsch verpackt.

    “smarte Lautsprechersysteme” sind übrigens nichts weiter als dumme Mikrofone. Gerechnet und gespeichert wird in der Cloud, natürlich unter Einhaltung der DSGVO…irgendwo im Nicht-EU-Ausland.

  3. Pudelmütze sagt:

    Wer solche Geräte wie Echo und Alexa verwendet, hat noch viel mehr Werbung verdient. =D

  4. ImTheOneWhoKnocks sagt:

    Da würde ich gleich eine DSGVO-Klage anstreben. Kann nicht damit vereinbar sein!!!

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