Katfile
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Bildquelle: katfile

Katfile schraubt an Vergütung und Speicherfristen – attraktiver für die Warez-Szene?

Der Sharehoster Katfile setzte kürzlich mehrere Änderungen um, die insbesondere für die Uploader aus der Warez-Szene relevant sein dürften.

Neben besseren Vergütungsmodellen hat der Sharehoster Katfile auch die Speicherpolitik deutlich gelockert. Schon seit dem 18. März 2026 gilt eine neue Regelung für die Dateispeicherung. Inhalte bleiben nun bis zu zwei Jahre ohne einen einzigen getätigten Download erhalten. Zuvor lag die Grenze bei lediglich 90 Tagen. Uploader müssen weniger Re-Uploads tätigen und haben somit einen geringeren Pflegeaufwand. Das ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, gerade bei größeren Releases oder Archiven.

Katfile setzt bei den Auszahlungen an

Auch bei den Auszahlungen hat Katfile nachgebessert. Der Mindestbetrag wurde bereits Anfang Februar diesen Jahres von 50 auf 20 US-Dollar gesenkt, was weniger aktiven Uploadern einen schnelleren Zugriff auf ihre Einnahmen ermöglicht. Im gleichen Atemzug wird dafür bei Katfile der Aufwand größer, um die vielen kleinen Auszahlungen zu tätigen.

Katfile, click to upload

Besonders interessant ist jedoch die Entwicklung bei den Vergütungsmodellen. Katfile spricht von PPD-Raten auf Rekordniveau, wie man sie seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen haben soll. Das dürfte vor allem für Uploader mit viel Traffic relevant sein, die auf Masse setzen. Im O.-Ton schrieb man: „PPD rates have increased dramatically — in the past 9 years we’ve never seen numbers like this. PPS commissions have also increased from 65% to 80%.“

Erklärung: Beim Pay Per Download (PPD) berechnet sich das Guthaben aus der Menge der vermittelten Downloads. Bei vielen Sharehostern spielt auch die Herkunft der Downloader eine Rolle. Natürlich ist das Einkommen stark abhängig von der Reichweite des Forums oder Portals, bei dem man seinen Link veröffentlicht hat.

Parallel dazu wurden die PPS-Provisionen von 65 % auf 80 % erhöht. Wer es schafft, Nutzer zu Premium-Konten zu bewegen, kann damit deutlich höhere Einnahmen erzielen. Ein Beispiel: Bei einem regulären 1-Monats-Abo für 16,99 US-Dollar erhält der Uploader rund 80 % Provision – unabhängig von zusätzlichen Gebühren, die der Kunde zahlt. Erklärung: Beim Pay Per Sale (PPS) verdient der Uploader nur, sofern jemand über ihn ein kostenpflichtiges Abonnement bei Katfile kauft.

fast downloads

Die Domain bleibt ein laufender Posten bei Katfile

Bereits Ende Januar hatte Katfile Probleme bei den PPD-Auszahlungen eingeräumt. Als kurzfristige Kompensation wurden die Raten für vier Tage verdoppelt – ein eher ungewöhnlicher Schritt, der zeigt, wie sensibel das Thema Vergütung in der Szene bleibt.

Außerdem muss man sich darauf einstellen, dass die Domain von Katfile weiterhin immer mal wieder wechseln wird. katfile.cloud und katfile.online leiten mittlerweile zur aktuellen Domain katfile.ws weiter. Aufgrund der mangelnden Kooperationsbereitschaft hatte man den Sharehoster in Taiwan blockiert. katfile.org funktioniert übrigens auch noch weiterhin.

Fazit

In der deutschsprachigen Webwarez-Szene spielt dieser Anbieter bislang keine dominante Rolle. Oft setzten die Uploader diesen OCH, wenn überhaupt, als Mirror (Backupserver in Reserve) ein, sollte es bei Rapidgator oder DDownload zu irgendwelchen Problemen kommen.

Doch die Kombination aus längeren Speicherfristen, höheren Provisionen und niedrigeren Auszahlungshürden dürfte Katfile mittelfristig attraktiver machen. Ob sich dieser Online-Speicherdienst langfristig durchsetzt, hängt wie üblich davon ab, ob und in welchem Umfang große Boards (Foren) und Warez-Portale Katfile aktiv unterstützen und genügend zahlende Nutzer nachziehen werden. Da das Management im Rahmen der Umstellung gezielt beim Einkommen der Uploader ansetzt, stehen die Chancen dafür eigentlich gar nicht schlecht.

file management

VPN-Nutzung bei Downloads verboten

Für Downloader gilt aber weiterhin, dass Transfers nicht erlaubt sind, wenn man bei Katfile ein VPN* benutzt. Doch zu Ausfällen oder gar Sperren kann es unter diesen Umständen auch bei den führenden One-Click-Hostern (OCH) kommen. Rapidgator und ddl.to haben den Einsatz eines VPN zwar nicht ausdrücklich verboten, doch wer in kurzer Zeit zu häufig die IP-Adresse wechselt, riskiert Probleme. Das gilt insbesondere bei kostenlosen Downloads.

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Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Früher brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert. In seiner Freizeit geht er am liebsten mit seinem Hund spazieren.