Streaminghub offline: BREIN identifiziert Betreiber über dessen Eigenwerbung. Das illegale Angebot umfasste Filme, Serien, Live-TV und Sport
Stichting BREIN identifizierte den Betreiber der illegalen Streaming-Plattform Streaminghub über dessen Eigenwerbung. Der Dienst ging daraufhin offline. Die niederländische Anti-Piraterie-Organisation setzte eine Unterlassungserklärung durch.
Stichting BREIN hat den Betreiber des niederländischen Portals Streaminghub ausfindig gemacht und zum Abschalten seines Angebots bewegt. Der Mann hatte über eine zentrale Oberfläche umfangreiche illegale Inhalte zugänglich gemacht, darunter Filme, Serien, Live-Fernsehen und Sport. Auch passende Apps für Smartphones, Tablets und Fernseher gehörten zum Angebot. Wie BREIN mitteilt, stieß die Organisation durch die öffentliche Eigenwerbung des Betreibers auf das Angebot und nahm daraufhin Ermittlungen auf.
Streaminghub offline nach BREIN-Ermittlungen
Der Streaminghub-Admin wollte mit seinem neuen Angebot offenbar zahlreiche Nutzer erreichen und bewarb das Projekt auf einer Social-Media-Plattform. Die Plattform bot eine zentrale Zugangsmöglichkeit zu großen Mengen an Filmen, TV-Serien und Live-TV-Kanälen. Laut BREIN wurden die Inhalte über Dutzende externe Streamingserver bereitgestellt und über die Oberfläche des Portals gebündelt. Für Nutzer entstand dadurch eine zentrale Anlaufstelle für illegale Streams.
Die Eigenwerbung wurde allerdings auch für den Betreiber selbst zum Problem. BREIN nahm die öffentliche Präsentation des Projekts zum Ausgangspunkt weiterer Nachforschungen. Durch OSINT-Recherchen konnte die niederländische Urheberrechtsorganisation den Mann hinter dem Angebot schließlich identifizieren.
Betreiber nimmt illegales Angebot vom Netz
Daraufhin suchte ein Gerichtsvollzieher den Betreiber auf. Dieser nahm seinen Streamingdienst unmittelbar vom Netz und einigte sich mit BREIN. Bestandteil der Vereinbarung ist eine Schadensersatzzahlung. Zudem unterzeichnete der Betreiber eine Unterlassungserklärung. Damit verpflichtet er sich, künftig keine Urheberrechtsverletzungen mehr zu begehen. Für jeden weiteren Verstoß wird eine Vertragsstrafe von 500 Euro fällig. Insgesamt kann diese bis zu 50.000 Euro betragen.
OSINT: Öffentliche Spuren werden zum Ermittlungsansatz
OSINT steht für „Open Source Intelligence“ und bezeichnet die systematische Auswertung öffentlich zugänglicher Informationen. Dazu können Webseiten, soziale Netzwerke, Foren, Domaininformationen oder andere frei zugängliche Datenquellen gehören. Werden einzelne Informationen miteinander verknüpft, kann dies zu Hinweisen auf die Identität eines bisher anonym agierenden Betreibers führen. Offenbar nutzt BREIN OSINT regelmäßig, um Betreiber und Verkäufer illegaler Streaming- und IPTV-Angebote zu identifizieren.
Im aktuellen Fall diente die öffentliche Eigenwerbung als Ausgangspunkt zur Spurensuche. Somit kann die öffentliche Sichtbarkeit auch für Ermittler wertvoll sein.
Illegale Streaming-Angebote bergen Risiken
BREIN warnt in diesem Zusammenhang vor möglichen Sicherheitsrisiken illegaler Streamingwebseiten und Apps. Die Organisation berichtet aus ihrer täglichen Praxis von Fällen, in denen Kriminelle Nutzer mit Phishing-Angriffen täuschen oder mit Erpressungsversuchen bedrohen.
Als Beleg verweist BREIN zudem auf diesbezügliche Untersuchungen und Warnungen zu Schadsoftware. Microsoft Threat Intelligence hatte bereits auf Malware-Risiken bei illegalen Streamingseiten mit Malvertising hingewiesen. Ferner kommt eine von AAPA veröffentlichte Untersuchung zu dem Ergebnis, dass bei der Nutzung einer illegalen Audiovisuellen-Piraterie-App eine Wahrscheinlichkeit von 57 Prozent für enthaltene Malware besteht.


















