Maya IPTV: Nach Razzien in Delhi und Haryana nimmt die Polizei einen Reseller fest. Der Dienst bot Zugriff auf mehr als 4.450 TV-Sender.
Maya IPTV ist nach einer Polizeiaktion in Indien nicht mehr erreichbar. Ein mutmaßlicher Reseller soll den illegalen Streaming-Dienst ca. zwei Jahre gegen Provision vertrieben haben. Auslöser der Ermittlungen war eine Beschwerde von JioStar.
Der IPTV-Dienst Maya IPTV soll mehr als 4.450 TV-Sender, darunter zahlreiche Sportkanäle, ohne entsprechende Lizenzen zugänglich gemacht haben. Nach einer Beschwerde des Medienkonzerns JioStar (Zusammenschluss von Viacom18 und Disney Star) führte die Delhi Police Razzien an zwei Standorten durch. Anschließend nahmen sie einen mutmaßlichen Wiederverkäufer fest. Weiterführende Ermittlungen sollen nun das dahinterstehende Vertriebsnetz aufdecken.
Maya IPTV: JioStar bringt Ermittlungen ins Rollen
Der indische Medienkonzern JioStar ging aktuell gegen die Verbreitung seiner urheberrechtlich geschützten Inhalte über illegale IPTV-Angebote vor. In sein Fadenkreuz geriet dabei der Streaming-Dienst Maya IPTV. Nutzer konnten darüber Zugriff auf Tausende Fernsehprogramme erlangen.
Wie Indian Broadcasting World unter Berufung auf eine Erklärung von JioStar berichtet, reichte das Unternehmen eine Beschwerde samt Beweismaterial bei den indischen Behörden ein. Daraufhin registrierte die Crime Branch der Delhi Police am 29. Mai 2026 eine First Information Report (FIR). Dabei handelt es sich um die erste offizielle polizeiliche Erfassung eines strafrechtlich relevanten Sachverhalts.
Die daraufhin aufgenommenen Ermittlungen richteten sich auf den mutmaßlich unerlaubten Empfang und die kommerzielle Weiterverbreitung urheberrechtlich geschützter Fernsehinhalte und Video-on-Demand-Angebote über die Maya-TV-Anwendung. Betroffen waren demnach Inhalte von JioStar und weiteren Rechteinhabern.
Razzien in Delhi und Haryana: Reseller festgenommen
Bereits knapp fünfeinhalb Monate nach Registrierung der Anzeige schlug die indische Polizei zu. Am 4. November 2026 durchsuchten die Ermittler zwei Standorte, einen in Bahadurgarh im Bundesstaat Haryana und einen weiteren in Rajouri Garden in Delhi.
Bei den Einsätzen nahmen die Beamten den mutmaßlichen Wiederverkäufer des IPTV-Angebots, Tarun Verma, fest. Dieser soll Maya IPTV über einen Zeitraum von ca. zwei Jahren gegen Provision an Endkunden vertrieben haben. Gemäß Exchange4Media soll der Beschuldigte damit rund 10.000 Rupien monatlich verdient haben. Das wären umgerechnet ca. 95 Euro. Dazu verkaufte er nach bisherigen Ermittlungsergebnissen neben den Zugängen zum Piraten-Streaming-Angebot auch Abonnements für zwei weitere Apps.
Die Polizei stellte bei dem Einsatz ein Mobiltelefon sicher. Dieses soll der Beschuldigte verwendet haben, um die Anwendung zu betreiben und die Abonnements zu vertreiben. Laut FIR-Angaben ermöglichte die als APK-Datei verbreitete Maya-TV-App den Zugriff auf mehr als 4.450 Fernsehkanäle. Darunter befanden sich auch stark nachgefragte Programme mit Live-Sportübertragungen.

Maya IPTV nach Polizeieinsatz nicht mehr erreichbar
Die Razzien hatten offenbar unmittelbare Auswirkungen auf den Dienst. Nach übereinstimmenden Angaben von Indian Broadcasting World, BestMediaInfo und The Economic Times ist die Maya-IPTV-Anwendung seit dem Polizeieinsatz nicht mehr funktionsfähig.
Der festgenommene Wiederverkäufer befindet sich weiterhin in Gewahrsam. Wer den Dienst technisch bereitstellte und die Verbreitung der Inhalte organisierte, ist bisher noch unbekannt und weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Die Crime Branch untersucht nach Angaben indischer Medienberichte das weitere Vertriebsnetz und versucht, andere mutmaßlich Beteiligte zu identifizieren.
Urheberrechtsgesetz und IT-Gesetz als Grundlage der Ermittlungen
Die Ermittler stützen das Verfahren auf mehrere indische Rechtsgrundlagen. In der FIR werden Bestimmungen des Bharatiya Nyaya Sanhita aus dem Jahr 2023, des Copyright Act von 1957 sowie des Information Technology Act von 2000 genannt. Damit stehen auch die kommerzielle Organisation und technische Durchführung des mutmaßlichen Piraterie-Angebots im Fokus.
JioStar wertet die Festnahme als Teil seiner laufenden Bemühungen, das eigene geistige Eigentum und seine Premium-Inhalte zu schützen. Das Unternehmen setzt dabei verstärkt auf die Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden.














