Gestern hat man alle Domains, Social-Media-Profile und die Discord-Community von BitPlay offline genommen. Der Betreiber wurde aufgedeckt.
Der Betrieb der BitPlay-Community, der größten Piraterie-Livestream-Community in der Tschechischen Republik, kam am gestrigen Mittwoch zu einem plötzlichen Ende. Anfang dieses Jahres gelang es der tschechischen Polizei in Zusammenarbeit mit Rechteinhabern und der Antipiracy-Firma Warezio, den Betreiber des illegalen Dienstes BitPlay zu identifizieren. Die Schließung dieses populären illegalen IPTV- und Live-Streaming-Dienstleisters erfolgte nach einer intensiven siebenmonatigen Untersuchung.
BitPlay war die größte Piraterie-Community der Tschechischen Republik
Das illegale Netzwerk, das unter den Domains bitplay.my, starstreams.pro, starsites.fun und starlive.click operierte, war die größte Piraterie-Community des Landes, die sich auf Sport-Livestreaming konzentrierte. Die Nutzer versammelten sich auf Discord, wo die Community Zehntausende von Mitgliedern aus der Tschechischen Republik, der Slowakei und Polen zählte. Der Betreiber nutzte mehrere geschlossene Gruppen, um neue Links zu attraktiven Sportinhalten zu verbreiten. Beispielsweise bei einem erzwungenen Wechsel der Domain teilte er dort seinen Kunden die Details mit.
Live-Sport-Events & Pay-TV-Inhalte im Angebot
Der illegale Dienst ermöglichte den rechtswidrigen Zugriff auf Premium-Live-Sportübertragungen. Dazu gehörten Spiele der NHL, UEFA, NBA, Premier League, der Bundesliga, LaLiga, Ligue 1 sowie verschiedene MMA-Veranstaltungen. Die Website bot auch Zugang zu vollständigen Übertragungen vieler Fernsehsender an. Darunter auch kostenpflichtige Sender, sowie eine Auswahl beliebter Fernsehserien von tschechischen, slowakischen und polnischen Streaming-Plattformen. Eben alles, was das Herz der Kunden begehrt oder begehren könnte.
Aufdeckung trotz Offshore-Hosting & Co.
Der Betreiber agierte anonym und nutzte die in der Szene üblichen Methoden, um der Rechtsdurchsetzung durch Urheberrechtsinhaber zu entgehen. Dazu gehörte Offshore-Hosting und die Nutzung spezieller Werbenetzwerke. Um den tatsächlichen Betreiber zu identifizieren, stützte sich die Polizei auf die von Warezio bereitgestellten Materialien. Diese enthielten Daten und Ermittlungsansätze, die es den Behörden ermöglichten, die Identität und den Standort des Betreibers zu ermitteln. So konnte man ihm nach Angaben der Antipiracy-Firma trotz der Verwendung von Anonymisierungstools seine illegale Aktivitäten und die Kontrolle über die Piraterie-Websites nachweisen.
Laut der Pressemitteilung von Warezio deckte man den Betreiber von BitPlay mithilfe einer „innovativen Methode“ auf. Das Unternehmen bietet diese den Rechteinhabern bei anderen IPTV-Diensten etc. gegen entsprechende Bezahlung an. Wir haben eine Presseanfrage an Jakub Hájek, den Geschäftsführer des Antipiracy-Unternehmens Warezio gestellt. Leider erhielten wir trotz einer weiteren Erinnerung bis jetzt keine Antwort. Wir hätten gerne gewusst, was im Detail an der erstmals genutzten Methode so neu und innovativ sein soll.
Es wäre auch spannend gewesen zu erfahren, ob das gleichnamige Repository bei GitHub, also BitPlay, etwas mit dem Anbieter zu tun hat. Das ist der Quellcode einer Web App für BitTorrent-Transfers für das Streaming von Werken. Also ein Online-Projekt, das viel Ähnlichkeit mit Popcorn Time hat. Übrigens: Mit dem gleichnamigen Online-Casino hat das Projekt offenkundig nichts gemeinsam.




















