Denuvo gegen Voices38: Gerichtshammer, Kopierschutz-Schild und anonymer Cracker vor einem Laptop mit neuen Spiele-Cracks.
Denuvo geht juristisch gegen Voices38 vor – der anonyme Cracker meldet weitere Erfolge.
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Denuvo gegen Voices38: Gericht genehmigt Vorladungen

Denuvo gegen Voices38: Gericht genehmigt neun statt 46 Datenanfragen. Der Cracker legt mit neuen Releases nach.

Im Rechtsstreit Denuvo gegen Voices38 hat ein US-Bundesgericht die überarbeiteten Anträge zur Identifizierung des Crackers genehmigt. Nach Kritik an den ursprünglich 46 Datenanfragen darf der Kopierschutzanbieter nun neun Vorladungen an Discord, Valve und Reddit richten. Während Denuvo nach der Identität seines Gegners sucht, meldete Voices38 neue Cracks für zwei Spiele aus dem Demon-Slayer-Universum.

Denuvo gegen Voices38: Gericht bremst überzogene Datenforderungen

Der Rechtsstreit um den anonymen Spiele-Cracker geht mit neuen Vorladungen gegen Discord, Valve und Reddit in die nächste Runde. Am 16. Oktober 2026 genehmigte ein US-Bundesgericht in Kalifornien Denuvo eine vorgezogene Beweiserhebung. Das Unternehmen darf die drei Plattformbetreiber nun mit überarbeiteten Vorladungen zur Herausgabe festgelegter Daten auffordern. Ziel ist es, die Identität und die Kontaktmöglichkeiten des Beklagten festzustellen, damit ihm die Klage ordnungsgemäß zugestellt werden kann.

Bis dahin musste Denuvo allerdings nachbessern. In den ursprünglichen Unterlagen hatte das Unternehmen gleich 46 Datenanfragen gestellt. Diese bezogen sich auf ein Discord-Konto, ein Reddit-Profil und sieben Steam-Profile. Wie TorrentFreak berichtete, ging dem zuständigen Richter Haywood S. Gilliam Jr. der Umfang der geforderten Auskünfte jedoch zu weit. Am 8. Oktober verlangte er eine Erklärung, weshalb die zahlreichen Informationen zur Identifizierung einer einzelnen Person notwendig sein sollten. Er verwies dabei auch auf erhebliche mögliche Eingriffe in die Privatsphäre.

Der Richter stellte Denuvo deshalb vor die Wahl. Entweder sollte das Unternehmen ein eng gefasstes Vorladungsmodell aus einem anderen Verfahren übernehmen oder jede einzelne Datenforderung ausführlich begründen. Denuvo entschied sich gegen eine ausführliche Rechtfertigung jeder einzelnen Forderung. Das Unternehmen hatte ursprünglich 46 Datenanforderungen gestellt. Nach der Kritik des Richters reduzierte das Unternehmen diese auf neun, darunter eine für Discord, eine für Reddit und sieben für die Steam-Profile bei Valve. Mit dieser engeren Fassung war das Gericht schließlich einverstanden. Der Beschluss vom 16. Oktober bestätigt, dass die überarbeiteten Anfragen auf den begrenzten Zweck der Identifizierung und Zustellung zugeschnitten sind.

Namen, Adressen, IPs: Denuvos verbliebene Forderungen

Die überarbeiteten Vorladungen zielen ausschließlich auf Informationen zur Identifizierung der Person hinter dem Pseudonym Voices38. Dazu zählen Vor- und Nachname, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Wohn- und Arbeitsanschrift sowie IP-Adressen. Auch Ausweisdokumente sollen herausgegeben werden, sofern die Plattformen solche Unterlagen hinterlegt haben.

Denuvo hält IP-Adressen für den möglicherweise einzigen verlässlichen Weg, um die Person hinter Voices38 zu identifizieren. Die Plattformen würden bei der Registrierung nur wenige Angaben erheben, die zudem auf Selbstauskünften beruhten. Das Unternehmen erklärt: „Denuvo hat nur ein Pseudonym“. Andere Informationen hält Denuvo dagegen für entbehrlich und verzichtet darauf. Die neuen Anfragen verlangen weder Zahlungsdaten noch Transaktionsverläufe oder Login-Protokolle. Reddit soll außerdem keine Beiträge und Kommentare des Nutzers herausgeben müssen.

Auffällig ist, dass FixedFloat gar nicht erst zu den Zielen der genehmigten Vorladungen gehört. Denuvo hatte zuvor erklärt, auf der Krypto-Plattform Transaktionen gefunden zu haben, die Voices38 zugeordnet werden. Einen Antrag, FixedFloat zur Herausgabe von Nutzerdaten zu verpflichten, stellte das Unternehmen jedoch nicht. Die Frist für die Herausgabe der angeforderten Informationen ist der 3. November 2026. Ob Discord, Valve und Reddit über ausreichend aussagekräftige Daten verfügen und ob diese tatsächlich zu einer zweifelsfreien Identifizierung führen, ist noch offen.

Voices38 knackt zwei weitere Denuvo-Spiele

Auch aus der Cracker-Szene gibt es neue Nachrichten. Am 19. Oktober berichtete iXBT Games, dass Voices38 den Denuvo-Schutz von zwei Spielen aus dem Demon-Slayer-Universum ausgehebelt habe.

Denuvo gegen Voices38: Anonymer Spiele-Cracker und neue Denuvo-Cracks im Fokus.
Gerichtliche Vorladungen statt Ruhepause: Voices38 meldet weitere Denuvo-Cracks.

Betroffen sind Demon Slayer -Kimetsu no Yaiba- The Hinokami Chronicles aus dem Jahr 2021 und der Nachfolger Demon Slayer -Kimetsu no Yaiba- The Hinokami Chronicles 2 aus dem Jahr 2025. Die Titel basieren auf dem Anime-Franchise Demon Slayer, das auch unter seinem japanischen Namen Kimetsu no Yaiba bekannt ist. SEGA veröffentlichte die Spiele. An der Entwicklung war CyberConnect2 beteiligt.

Auch dabei bleibt Voices38 seinem bekannten Ansatz treu und bringt vollständige DRM-Cracks, bei denen der Kopierschutz direkt angegangen wird. Ein anderer möglicher Weg wäre alternativ der Hypervisor-Bypass zur Umgehung der Schutzmechanismen gewesen.

Vom Crack zur Klage: 26 Spiele im Fokus

Die juristischen Schritte im Verfahren Denuvo gegen Voices38 gehen auf eine von Denuvo im September 2026 eingereichte Klage zurück. Denuvo gehört zum Sicherheitsunternehmen Irdeto. Es wirft Voices38 vor, den Anti-Tamper-Kopierschutz bei 26 Spielen umgangen zu haben. Zu den genannten Titeln zählen u.a. Hogwarts Legacy und Black Myth: Wukong. Die Vorwürfe beziehen sich auf US-amerikanische Vorschriften gegen die Umgehung technischer Schutzmaßnahmen.

Der aktuelle Beschluss ermöglicht eine vorgezogene Beweiserhebung, bevor das reguläre Verfahren in die nächste Phase geht. Bis zum 3. November bleibt nun abzuwarten, welche Informationen die Plattformbetreiber liefern können. Ob anschließend Denuvo die Person hinter dem Pseudonym identifizieren und ihr die Klage zustellen kann, bleibt zudem weiterhin offen.

Über

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.