Denuvo Anti-Cheat
Denuvo Anti-Cheat
Bildquelle: coop-land.ru

Arc Raiders setzt auf Denuvo Anti-Cheat gegen Betrüger und Wallhacks

Das schwedische Entwicklerstudio Embark integriert Denuvo Anti-Cheat in Arc Raiders, um Cheater mit Wallhacks und ESP besser zu stoppen.

Das Spiel Arc Raiders kämpft seit dem Start mit einem massiven Cheater-Problem. Spieler berichten immer wieder von Wallhacks, ESP-Tools und anderen unfairen Vorteilen, mit denen Betrüger gezielt Jagd auf normale Nutzer machen.

Zur Erklärung: Wallhacks sind Cheats, mit denen man Gegner, eine mögliche Beute oder Objekte durch Wände und andere Hindernisse sehen kann. Normalerweise ist das nicht möglich. ESP-Tools („Extra Sensory Perception“) sind auch Cheats. Sie zeigen Spielern zusätzliche Informationen an, die im normalen Spiel verborgen bleiben. Sie gehören zu den häufigsten und effektivsten Hacks.

Embark integriert Denuvo Anti-Cheat, aber kein DRM!

Nun reagiert das schwedische Entwicklerstudio Embark Studios mit einer weiteren Maßnahme: Denuvo Anti Cheat hält Einzug in das Spiel. Wie aus den aktuellen Patchnotes hervorgeht, wird die Anti-Cheat-Lösung ab dem 19. Mai zunächst für eine begrenzte Anzahl von Spielern aktiviert. Sollte der Rollout erfolgreich verlaufen, will Embark den Einsatz schrittweise auf die gesamte Community ausweiten.

Man schrieb aber auch, man werde den „Digital-Rights-Management-Dienst (DRM) von Denuvo nicht einsetzen„. Man arbeite zudem daran, die „Auswirkungen auf die Leistung so gering wie möglich zu halten.“ Die Irdeto-Tochter vermarktet ihr eigenes Anti-Cheat-System seit dem Jahr 2018.

arc raiders

Kampf gegen Cheater bei Arc Raiders

Bereits in den vergangenen Monaten hatte das Studio mehrfach versucht, gegen Cheater vorzugehen. Dazu gehörten strengere Maßnahmen gegen missbrauchtes Steam-Family-Sharing, umfangreiche Bannwellen sowie ein Kernel-Level-Anti-Cheat-System. Erst kürzlich erklärte Embark in einem Blogbeitrag, dass man weiterhin intensiv an neuen Methoden arbeite, um Betrug im Spiel effektiver zu erkennen. Das Anfang des Jahres eingeführte 3-Strikes-System, womit man Betrüger aussperren wollte, hat offenkundig nicht wie gewünscht funktioniert.

Offenbar lief der Einsatz von Denuvo Anti-Cheat im Free-to-Play Multiplayer-Shooter The Finals bereits erfolgreich genug, um die Technik nun auch in Arc Raiders zu integrieren. Laut Embark soll die Software helfen, verdächtige Aktivitäten in der Region „Rust Belt“ schneller und präziser zu identifizieren.

Gamer äußern Bedenken

Die Einführung von Denuvo dürfte allerdings nicht nur Zustimmung erhalten. Kernel-basierte Anti-Cheat-Systeme stehen seit Jahren in der Kritik, weil sie tief ins Betriebssystem eingreifen und Datenschützer regelmäßig Sicherheits- und Privatsphärebedenken äußern. Trotzdem setzen immer mehr Entwickler auf aggressive Anti-Cheat-Technologien, um den wachsenden Problemen mit Cheats in Online-Spielen Herr zu werden.

Neben der Denuvo-Integration brachte das aktuelle Update außerdem neue Waffen, Verbesserungen bei der Haltbarkeit von Ausrüstung sowie einen neuen Händler aus „Topside“ ins Spiel.

Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Früher brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert. In seiner Freizeit geht er am liebsten mit seinem Hund spazieren.