Amazon-Patent: lauscht Alexa künftig mit?

Artikel von · 17. April 2018 ·

Amazon konnte sich ein neues Patent unter dem Namen „Keyword Determinations from Voice Data“ sichern. Zum Zweck, personalisierte Werbung einzuspielen, können mit Hilfe der patentierten Technologie bestimmte Gesprächsabschnitte mitgeschnitten und analysiert werden zur Erstellung eines Nutzerprofils.

Schon Napoleon I. Bonaparte war damals klar: „Ein Spion am rechten Ort ersetzt 20.000 Mann an der Front.“ Der Spruch ist auch im Zeitalter der Digitalisierung noch von einiger Bedeutung, denn als nichts anderes als Spione könnten sich auch Amazons intelligente Echo-Lautsprecher erweisen. Gut platziert in den eigenen vier Wänden, wäre es denkbar, dass Alexa künftig, genau an der Basis, so manches Bemühen um konkrete Ergebnisse zu idividuellen Wünschen und Meinungen befriedigt, die sonst etwa nur durch aufwändige Umfragen zu erlangen wären.

Konnte Alexa bisher nur durch vorher festgelegte Signalwörter aktiviert werden, so wird sich dies in Zukunft möglicherweise ändern. Nun hat der Online-Händler Amazon ein Patent angemeldet, mit dem Alexa Kunden gezielt ausspähen kann. Fallen dabei bestimmte Schlüsselwörter, wie „lieben“, „mögen“, „hassen“ usw., könnte dies die digitalen Ohren der Assistentin bereits aufhorchen lassen. Die darauffolgenden Begriffe werden analysiert und gespeichert, auch die sprechende Person wird gleich mit identifiziert. Amazon ist es daraufhin möglich, mit den Informationen ein Nutzerprofil mit besonderen, persönlichen Vorlieben zu erstellen. Entsprechend könnte dann zielgerichtete Werbung ausgespielt werden. So filtert Amazon dann aus einem Satz, wie: „Ich bin begeistert von unserem heutigen Tagesausflug. Gemeinsam mit den Kindern haben wir den Leipziger Zoo besucht“, beispielsweise heraus, dass der Kunde Kinder hat, diese Tiere mögen und dass sie in Leipzig waren.


Amazon-Patent: Mithörendes Gerät identifiziert Sprecher und dessen Vorlieben – das wird für Werbezwecke genutzt. (Bild: USPTO/Amazon)

Gegenüber BBC dementierte allerdings Amazon solche Behauptungen, die darauf abzielen, Alexa würde zu besagten Spionagezwecken missbraucht werden. In einem Statement äßerten sie sich wie folgt: „Wir (Amazon) nehmen Privatsphäre sehr ernst und haben unsere Echo-Geräte mit mehreren Sicherheitsmechanismen ausgestattet. […] Wie viele andere Unternehmen auch reichen wir eine Reihe an zukunftsgerichteten Patentanmeldungen ein, die das Potenzial neuer Technologien abdecken.“ Zudem macht Amazon darauf aufmerksam, dass Patente nicht unbedingt das widerspiegeln, an was tatsächlich geforscht wird.

Bildquelle: qimono, thx! (CC0 Public Domain)

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6 Kommentare

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    Anon3

    Oder vielleicht lieber ganz auf Wanzen verzichten die man nicht „zwangsläufig“ benötigt.

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    Guter Artikel.

    „Privatsphäre sehr ernst nehmen“ = Goldgrube entdeckt

    Patent + „Sicherheitsmechanismen“ = Claim abstecken bevor die Konkurrenz kommt.

    Der Kunde ist nur ein notwendiger Teilnehmer. Quasi wie die gut umsorgte Kuh im Stall: Es geht um die Milch.

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      anon2

      fühlt sich die kuh wohl, gibt sie mehr milch..
      fühlt sich die kuh nicht gestresst vor dem schlachten, schmeckt das fleisch besser..

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    Anonymous

    Erstaunlich das man lauschen patentieren kann.
    Ansonsten, traue keiner Wanze die du nicht selber programmieren kannst.

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    Wieso künftig?

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      Anonymous

      Hab ich mich auch gefragt. Das tuten die jetzt schon. Und wenn man die betreffenden Ports im Router blockt, geht das ganze Teil nicht mehr!


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