Vodafone erwartet Entscheidung zu Sperrung von Kinox.to im Frühsommer

Der Netzbetreiber Vodafone musste aufgrund einer einstweiligen Verfügung den Zugang zum illegalen Portal Kinox.to sperren. Hintergrund ist ein Rechtsstreit mit der deutschen Firma Constantin Film, die ihre Urheberrechte an dem Film „Fack Ju Göthe“ verletzt sahen. Vodafone hatte Berufung gegen das Urteil eingelegt. Wie das Nachrichtenportal Golem.de nun mitteilt, steht die Entscheidung des Rechtsstreites bereits im Frühsommer an.

So gab Vodafone-Pressesrecherin Heike Koring auf Nachfrage von Golem bekannt, dass: “Vodafone erwartet, dass hierzu die mündliche Verhandlung im Frühsommer stattfindet.” Bis dahin allerdings bliebe die Sperre aktiv, wobei Vodafone zum Ausdruck brachte, die Sperre würde sich keinesfalls zur Unterbindung illegaler Inhalte eignen: “Darüber hinaus besteht bei Internetsperren die generelle Gefahr, dass auch nicht rechtsverletzende Inhalte gesperrt werden. Daher erweisen sie sich unseres Erachtens nicht als effektives Mittel, den Zugriff auf illegale Angebote zu erschweren”, so Koring weiter. Selbst technisch nicht bewanderte Nutzer könnten die Barriere über einen anderen DNS-Server, wie durch Nutzung eines alternativen DNS-Dienstes von Google (8.8.8.8) oder Quad9 (9.9.9.9), einfach überwinden. Die Kinox.to-Betreiber verkündeten zudem, sich knapp 280 Ersatzdomains gesichert zu haben. Ansonsten können sich auch ein VPN oder der Tor-Browser als nützlich erweisen.

Die Filmfirma hat vor dem Landgericht München I eine einstweilige Verfügung erstritten, datiert auf den 1. Februar 2018. Die Entscheidung hatte zur Folge, dass die Kunden von Vodafone bei einem Aufrufen von kinox.to, stattdessen zu einer Infoseite von Vodafone gelangen, die erklärt: „Dieses Portal ist aufgrund eines urheberrechtlichen Anspruchs vorläufig nicht verfügbar.“ Vodafone legte mit der Begründung, dass es seinen Kunden lediglich einen Zugang zum Internet zur Verfügung stelle und nicht dafür verantwortlich sei, die Rechte von Urhebern im Netz durchzusetzen, Berufung ein. Zudem griffen die Sperrmaßnahmen nicht nur “erheblich in den Geschäftsbetrieb und in die Netzinfrastruktur von Vodafone ein”, sie beschneiden auch die Rechte der Kunden. Da es bisher keine gesetzliche Grundlage gibt zu einem solchen Fall, schafft man über die gerichtliche Klärung ein Grundsatzurteil herbei. Das sei auch das grundlegende Ziel der Berufung gegen das Urteil des Landgerichts München. Falls das Urteil zu Gusten von Constatin Film ausgeht, könnten bald auch andere Provider betroffen sein und den Dienst ebenfalls sperren.

Bildquelle: Tumisu, thx! (CC0 Public Domain)

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8 Kommentare

  1. Anonymous sagt:

    @DieterTest,
    Wenn nun nur die drei Journalisten die in der Ukraine (Beispiel kann auch Land xyz sein) verfolgt werden Tor nutzen ist es wie weit mit der Anonymität?
    Ohne die ganzen Leute die es eigentlich nicht brauchen und damit Bandbreite wegnehmen (diese Schufte klauen nicht nur geistiges Eigentum sondern auch Bandbreite :), zumal der aufrechte Freiheitskämpfer sicher auch ganz gut mit kleinen PGP-PlainText-Mails zurechtkommt), keine Anonymität für die die sie wirklich brauchen.
    Das Konzept von Tor basiert auf der Zwiebel UND der Ununterscheidbarkeit von möglichst vielen Nutzern.
    Für verkappte (wollte sagen vertorte) Downloader ist es natürlich blöd wenn da die Kollegen mitnuckeln.

  2. ImTheOneWhoKnocks sagt:

    Was regt ihr euch alle hier so auf? Soweit ich weiß, wurde noch nie jemand wegen Streaming verklagt… Außerdem: Wozu gibt’s VPNs…

    • Filmfreund sagt:

      Zitat:

      “Wozu gibt’s VPNs…”

      VPNs sollen Anonymität gewährleisten und Identität verschleiern? Was für ein Unsinn. Denn wer weiß schon in letzter Konsequenz wem die Server gehören bzw. wer sie kontrolliert.

  3. ugur1989 sagt:

    Lieber den Film laden oder verzichten auf den Film.

  4. Filmfreund sagt:

    Daß TOR, Darknet etc. keinen wirksamen Schutz bzw. keine Anonymität vor was und wen auch immer bieten, sollte mittlerweile zu jedem durchgedrungen sein.

    Fakt ist nun mal:

    Sie sind kompromittiert und wir wissen nicht, wer alles auf der Leitung hängt bzw sich jederzeit einklinken kann. Und wer eben der Meinung ist strafbare Handlungen begehen zu können, ohne daß er Konsequenzen fürchten muss, soll eben nicht hinterher rumheulen wenn er erwischt wird.

  5. tarnkappewtf sagt:

    TOR Browser zu streamen. Ich glaube wohl ihr habt ne Macke… viel Spaß beim streamen und puffern alle 2 Sekunden weil die dort höchstens 100kb/s durchlassen

    • DieterTest sagt:

      Ich sehe immer wieder das der TOR Browser zum anonymen Downloaden/Streamen empfohlen wird. Erstmal irgendwelchen Journalisten oder Leuten, die wirklich auf eine gesicherte Verbindung angewiesen sind, die Bandbreite für vollkommen unnötigen Kram wegnehmen. Der Urgedanke hinterm TOR war mal, dass man auch in irgendwelchen Faschistenstaaten noch ein freies Internet genießen kann.

  1. 18. Juni 2018

    […] Ein am Freitag veröffentlichtes Urteil des Oberlandesgerichts München bestätigte die Entscheidung des Landgerichts München I, wonach der Internetprovider seinen Kunden den Zugang zu dem Film „Fack Ju Göhte 3“, der auf der illegalen Streaming-Plattform Kinox.to zum Streamen angeboten wird, auch weiterhin verwehren muss. […]

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