TorBoox offline: Domain zum Verkauf angeboten

Die Hacker der Real Warez Alliance konnten letztlich mehr als eine kurzfristige Unterbrechung erwirken. Die illegale E-Book-Seite TorBoox wurde nun komplett vom Netz genommen. Auf der Startseite wird neben dem Totenkreuz lediglich die Kontaktadresse für den Verkauf der Domain boox.to angezeigt.

torboox offline

Das E-Book-Portal TorBoox ist jetzt Geschichte. Offensichtlich gelang es den Cyberkriminellen beim Zugriff auf den Server an private Daten der Betreiber von boox.to zu gelangen. Die Nachricht „We know who you are“ an die Hintermänner hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Wer die Seite via TOR besucht hat, dem wurde im Quelltext eine verschlüsselte Nachricht angezeigt. Der Haschcode ’95d3a591a6b2b3ee114170dc2a1fd430′ wurde als Kant-Zitat: “Mit dem Alter nimmt die Urteilskraft zu und Genie ab” entschlüsselt. Doch es gab weitere Angaben, die man ohne den richtigen Schlüssel nicht entziffern konnte. Wahrscheinlich wurde der oder die Personen, deren Identität herausgefunden wurde, dazu aufgefordert, die Website herunterzufahren. Nichts anderes ist jetzt geschehen.

R.I.P. TorBoox

Für die Abonnenten ist damit die Erkenntnis verbunden, dass man sich auf illegale Angebote nicht verlassen kann. Einige Käufer stehen jetzt nach dem plötzlichen Aus mit leeren Händen da. Die Konkurrenz, die sich mit ihren Angeboten an das deutschsprachige Publikum wendet, dürfte sich freuen. Man muss sich dabei auf jeden Fall vor Augen halten, wie schnell ein solches Projekt unfreiwillig beendet werden kann.

Fazit

Beinahe das komplette Material des Portals zirkuliert frei zugänglich im Web. TorBoox hat schon Nachahmer gefunden und wird noch weitere finden. Mit dem Abo-Modell oder dem Verkauf der Werke in Vorkasse (lul.to) lässt sich schlichtweg sehr viel Geld in kurzer Zeit verdienen. Das dürfte sich im Graubereich noch weiter herumsprechen. Auch wenn TorBoox nicht wirklich lange online war, wurde dadurch eine neue Ära illegaler Anbieter über direkte Downloads eingeläutet.

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

Vielleicht gefällt dir auch

14 Kommentare

  1. jamie sagt:

    Stellt euch mal folgendes vor:
    Ihr seid Spiegelbest und wart mal einer der Hintermänner von boox.to.
    Nun wird boox.to gehackt und die Hacker behaupten die Identität der Hintermänner zu kennen und hinterlassen eine verschlüsselte Botschaft.
    Da die Botschaft mit „we know who you are!“ beginnt, wird nun augenscheinlich vermutet, dass der verschlüsselte Text Informationen zu den Hintermännern enthält.

    Wie würdet ihr euch nun fühlen?
    Hättet ihr vielleicht Angst, dass die verschlüsselte Botschaft „eure“ wahre Identität freigibt, sollte sie denn entschlüsselt werden?
    Hättet ihr Angst, dass die nächste Zeile z.B. lauten könnte:
    „Spiegelbest = [Bernd Fleissig]“
    ???

    Spiegelbest ist da sorgloser, er entschlüsselt fröhlich mit…

    RWluIEhvYXgsIHNwaWVnZWxiZXN0IHZlcmFyc2NodCBldWNoIQ==

    • Lars Sobiraj sagt:

      Hey, natürlich hätte ich Angst!! Überhaupt keine Frage! Ich hätte das Ding auch dicht gemacht.

  2. mariamorena sagt:

    see > ebookoid.com

  3. Horst sagt:

    was ist den im schlimmsten Fall passiert?
    10 Euro bezahlt, einen Stoß Bücher heruntergeladen (deren Wert die 10 Euro locker übersteigt) und noch „Restzeit“ gehabt.

    • Heinz sagt:

      Was ist passiert? Weg sind die ganzen Bücherbeschreibungen, Kommentare, Leserlisten, Scan-Community, Wunschlisten und Pinnboard… Eigentlich das, was jede normale legale Seite ausmacht und deren Wert bestimmt.
      Runderladen kannst immer noch. Das Archiv liegt für lau im Netz.

      • nana sagt:

        Nicht ganz. Kannst jetzt bei piratebay runterladen (nach boox.to suchen).

      • oldPETER sagt:

        WO? kann ich das im Netz finden, oder wie kann ich dorthin kommen?

  4. Min sagt:

    Es tut mir leid, aber die wir wurden gehackt und müssen jetzt untertauchen Geschichte kann ich nicht glauben.
    So „kurz“ nach dem „überraschenden“ Ausstieg von Spiegelbest, den ausbleibenden vorher vollmundig versprochenen Großeinkäufen und dem „geleakten“ komplett Archiv ist es keine Überraschung, dass die Seite jetzt offline ist.
    Ich hoffe all denen, die für illegale Inhalte eine „Abogebühr“ bezahlt haben, ist ein Licht aufgegangen.
    Die oder der Betreiber machen sich mit dem eingenommenen Geld ein schönes Weihnachtsfest und lachen sich kaputt über die ganzen Schafe die brav gezahlt haben.

    • Lars Sobiraj sagt:

      Warum sollte die Seite offline sein? Weil der Inhalt komplett für umsonst im Netz verfügbar ist? Oder weil Spiegelbest abgesprungen ist? Ich verstehe nicht ganz. So kurz danach war der Hack ja eh nicht. Aber wer kennt schon die Wahrheit?

      • Min sagt:

        Die Wahrheit kennen nur wenige und es wäre ja auch kontraproduktiv für eventuelle oder bereits bestehende Nachfolger (lul.to), wenn diese ans Licht käme.

        Um es nochmal zu verdeutlichen. Geld ist der einzige Grund warum die Seite jetzt offline ist.
        Als Torboox auf eine Abogebühr umgestellt hat wurde den Nutzern versprochen eine große Backlist einzukaufen und generell mehr Bücher zu kaufen als je zuvor.

        Was ist tatsächlich passiert? Die Leute haben bezahlt und das Geld wurde einkassiert, gekauft wurde aber nur wenig.

        Jetzt musste natürlich ein eleganter Weg gefunden werden wie man das Projekt beendet ohne zu viele Leute zu verprellen, denn die müssen ja beim nächsten Projekt wieder angefüttert werden und bereit sein zu bezahlen.

        Also wird ganz zufällig die Seite gehacked und auf einmal ist es aus. Frei nach dem Motto ist ja nicht unsere Schuld das die Seite weg ist.

    • Jamal sagt:

      Es werden alle gelernt haben und nicht mehr mit Spiegelbest Handel treiben.


  5. Kann dir nur recht geben: TorBoox ist Geschichte, gleichzeitig aber ein Modell für andere. In 2014 erwartet den Buchhandel ein richtig heißer Tanz!!

  6. Osterhase sagt:

    Kann es sein, dass die Betreiber von boox.to auch die Betreiber von lul.to sind und hier nur die Altkunden auf eine erbärmliche Art und Weise verarschen.

    • Lars Sobiraj sagt:

      Wäre die Methode wirklich dazu geeignet, den Umsatz zu maximieren? Das wäre doch viel zu viel Aufwand, oder?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.