Sachsen – Tatort Internetmafia?

Sachsen, ein beschauliches Bundesland im Osten Deutschlands. Hier soll das Eldorado der deutschen Internetmafia sein. Zumindest wenn man den Worten der dort ansässigen Justiz Glauben schenkt. Insbesondere die schöne Stadt Leipzig soll ein Tummelplatz der Urheberrechtsverletzer darstellen. Was ist dran an den Gerüchten?

Ein paar Beispiele: Was haben Kino.to, 1load.net oder shiny-flakes.to gemeinsam? Alle sind angeblich “Made in Leipzig”. Die Betreiber dieser Seiten seien alle im Alter von 20-30 Jahren. Auch bei anderen deutschen großen Sites sagt man den Admins nach, sie würden aus der Gegend um Leipzig kommen. Shiny-Flakes.to sticht allerdings etwas heraus: Hat die Webseite tatsächlich ihre Millionen durch Urheberrechtsverletzungen eingenommen? Oder war es vielmehr DER digitale Drogenumschlagplatz im Internet – und für jeden zugänglich?

Internetmafia made in Leipzig?

Betrachten wir mal die Internetmafia, die ihre Millionen mit Warez macht. Kastriot und Kreshnik S. aus der Nähe von Lübeck sollen die Betreiber von Deutschlands Warez-Seite Nummer 1 sein. Angeblich haben sie damit Millionen gescheffelt, wenn man der Integrierten Ermittlungseinheit Sachsen (INES) glaubt. Zudem sollen sie äußert gewaltbereit sein. Stimmt das so? Oder wird den Medien da etwas verkauft, weil man einen internationalen Haftbefehl rechtfertigen will? Kommen zur Steuerhinterziehung auch noch skrupellose Brandstiftung und Erpressung dazu, wird das Ganze schon dramatischer. Aber nun kommen wir zum kleinen Haken. Wie bei Shiny-Flakes lebten die KinoX-Brüder noch im Elternhaus. Interessant ist Folgendes (wenn die Berichte der Medien korrekt sein sollten): Die Eltern wollten nie etwas davon gewusst haben, was ihre Kinder treiben. Klaro. Man hinterfragt ja auch als Mutter oder Vater nicht wie sich das Kind Luxusartikel leisten kann, zumal es nicht arbeiten geht.

Auf der Seite der Guten: INES?

boarding-pass-Selimi-KastriotDie Integrierte Ermittlungseinheit INES Sachsen ist angesiedelt bei der Staatsanwaltschaft Dresden. Ihre Geschichte: Ins Leben gerufen wurde sie von der regierenden CDU vor 10 Jahren. Nach recht bewegten Zeiten soll sie heute im Kern aus ca. zwanzig Mitarbeitern bestehen, unter ihnen Staatsanwälte, Steuerfahnder und IT-Forensiker. In den letzten Jahren ist sie hauptsächlich gegen Korruption in Unternehmen vorgegangen. Doch seit Kino.to scheint sie ein neues Feld entdeckt zu haben: die Internetpiraterie. Und sie wird seit Jahren immer umstrittener. Aus Teilen der sächsischen Politik werden immer mehr Rufe laut, sie abzuschaffen. Beschwerdegrund: Ineffizienz und völlig überzogene Maßnahmen gegen Beschuldigte auf Kosten der Steuerzahler.

INES kontra KinoX: komischer Beigeschmack

Bereits Wochen vor der Razzia gegen die beiden Brüder hat die INES zwei Personen im Fall KinoX.to festgenommen und in U-Haft gesteckt. Ob sie immer noch dort sitzen, ist hingegen nicht bekannt. Von verschiedenen Seiten wird bemängelt, U-Haft würde in Deutschland immer häufiger von der Justiz missbraucht um Personen zu brechen und zum Reden zu bringen. Für die Betroffenen ist die U-Haft mit einem gigantischen Scherbenhaufen gleichbedeutend, sowohl finanziell als auch privat. Selbst dann, wenn sie später als “unschuldig” freigesprochen werden.

In der Szenebox wird spekuliert, die Gebrüder Selimi seien lediglich die Sündenböcke, die für die wahren Täter in der Öffentlichkeit die Köpfe als vornehmliche Betreiber hinhalten. Sie sollen mutmaßlich auch hinter thepiratebay.to, bitreactor.to, torrent.to und mindestens 17 anderen Webseiten stecken. Aber ob man tatsächlich gleichzeitig 20 Web-Projekte mit nur 2 Personen leiten kann, wird sich wohl kein Journalist gefragt haben. Die lieben Kollegen von der Presse haben wohl aus Zeitnot die Aussagen des Generalstaatsanwalts bzw. der GVU abgeschreiben oder im besten Fall umformuliert.

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Bildquelle: David Weekly bei Flickr, thx! (CC BY 2.0).

Über die Effizienz der INES bei der Verfolgung der Kinox.to-Betreiber kann man nett gesagt unterschiedlicher Meinung sein. INES hatte bereits 2013 Beschlagnahmungen vorgenommen. Somit konnte man infolge der Auswertung eine Verbindung zu den beiden mutmaßlichen KinoX-Betreibern herstellen. Letztes Jahr wurden weit vor der letzten großen Razzia zwei Verdächtige und weitere Personen festgenommen. Den beiden Hauptverdächtigen konnte man trotzdem nicht habhaft werden. Offenbar konnten sich die Brüder vorher absetzen. Wurden sie eventuell gewarnt?. Und KinoX ist weiterhin online, als wäre nie etwas geschehen. Hatte man nicht das Elternhaus der beiden Brüder durchsucht und das ganze Kinderzimmer samt PCs, Festplatten und Technik abtransportiert? Kinox.to ist weiter auf Sendung – die Zugangscodes fehlen den Ermittlern bis heute. Ein erfolgreicher Abschluss der Emittlungen dürfte freilich ganz anders aussehen. Darüber wird leider weder beim Spiegel noch bei Focus oder bei anderen Medien berichtet.

Habt Ihr Infos? Wisst Ihr mehr?  Wie geht es weiter mit KinoX? Wer nicht die 110 anrufen möchte, “sachdienliche Hinweise nimmt jede Tarnkappe-Kommentarspalte entgegen …” Gerne auch anonym über unser Kontaktformular.

 

Bildquelle: Warez via Phototopin (license)

Artikel: Mysterion, redaktionelle Unterstützung von Perseus & Ghandy.

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36 Kommentare

  1. Anonym_2014 sagt:

    Abofallen-Werbung auf KinoX.to (via NowVideo.sx)

    1) Klick auf “Download this Movie”:

    https://fs2.directupload.net/images/150418/g5l2b6nb.jpg

    führt abwechselnd zu unterschiedlichen Internetadressen, z.B. auf folgender IP-Adresse:
    “The following A records are set to 23.21.123.5:
    200581.com, affbuzzads.com, bulletflix.com, cinamuse.com, cineble.com, cinejam.com, cinemaden.com, flixforall.com, funmovz.com, ireel.com, itshd.com, mkomovies.com, moviease.com, pushplay.com, reelvidz.com, romflix.com, scarysweets.com, themovienation.com, triplemovies.com, yakumania.com ”
    2) nach Eingabe einer dummy-E-Mail-Adresse und eines Passwords erscheint:

    Your credit card will NOT be charged for validating your account bellow.” :-)

    https://fs2.directupload.net/images/150418/p2urlkbw.jpg

    Impressum:

    “Mailing Address
    (Direct all correspondence here)

    iMovies Ltd.
    483 GREEN LANES
    LONDON
    N13 4BS
    United Kingdom

    Registered Office Address
    (Not for correspondence)

    iMovies Ltd. (company registration# 7115476)
    48 High Street
    Haslemere

    Surrey
    United Kingdom
    GU27 2LA

    Allied United Ltd.
    36/F, tower 2,
    Times sq,
    1 Matheson street,
    Causeway Bay, Hong Kong”
    Quelle:
    https://www.itshd.com/aboutus

    Screenshot:

    https://fs1.directupload.net/images/150418/xu6cvitg.jpg

    dieselbe Straße:

    “Cyando LTD
    72 High Street
    Haslemere
    , Surrey
    England, GU27 2LA”
    Quelle:
    https://uploaded.net/about

    • Postulator sagt:

      Nicht schlecht, Herr Specht. Und übrigens, noch danke zu denn Infos betreff der Wiener Würstchen :-).
      Hast Du eventuell persönlich ein Interesse an der/den Person/en?

      • Anonym_2014 sagt:

        “Hast Du eventuell persönlich ein Interesse an der/den Person/en?”

        Das nicht, aber ich habe im Jahr 2008 aus gegebenem Anlass begonnen, Google-Recherchen zu der Wiener Abofalle “Mega-Downloads.net” durchzuführen. Ich finde es schon erstaunlich, dass die Wiener fast unbehelligt bisher über 10 Jahre lang verschiedene Abofallen im Internet betreiben konnten.

  2. Blubban sagt:

    Toller Artikel, es ist auf so viele weitere Fälle übertragbar, wie z.B. auch im Fall Lesen-to…. dort hat sich auch nichts geändert und man hat wohl wie so oft die Falschen oder nur kleine Fische erwischt

  3. Anonymous sagt:

    Kann man diesen Kackhaufen von INES irgendwie abschaffen, mit einer Online-Petition oder andersartig? Bei Kino.to wäre jede andere Staatsanwaltschaft auch erfolgreich gewesen.

    • Detlef sagt:

      Wieder so ein Anonymous-Troll. Aus dem Off beleidigen – wie mutig und innovativ. Ich nehme an, die INES war auch bei dir und du warst mit der Arbeit der INES nicht zufrieden – weil sie dir das Kinderzimmer ausgeräumt haben. Oder war’s vielleicht gar das staatlich von unseren Steuergeldern finanzierte Wohnzimmer?
      Wie auch immer, Trolle wie du sind mir einfach zuwider.

      Auch dein dummer Spruch bzgl. “jede andere Staatsanwaltschaft…” entbehrt jeglichen Hintergrundwissens. Gewiss, es gibt andere Einheiten bei Generalstaatsanwaltschaften und Staatsanwaltschaften, die ein solches Verfahren erfolgreich hätten durchführen können. Aber beileibe nicht jede Staatsanwaltschaft. Hier besteht also noch absolutes Verbesserungspotential bei der Justiz. Dem könnte man vielleicht ein wenig abhelfen, wenn du ordentlich arbeiten und Steuern bezahlen würdest und so keine staatliche Unterstützung auf unser aller Kosten notwendig hättest.

      • zombiber sagt:

        Ich wohne in Leipzig und muss sagen das es besser war wie kino wo sie die Wohnung leer geräumt haben die halbe Straße dich keine bahn und auto kam mehr durch die haubt sache man macht viel auf sehen um nix denn sie laufen ja immer noch frei rum und lachen alle aus …

        • Detlef sagt:

          Hm, verstehe nicht ganz, worauf du hinaus willst und von was du genau redest. Sorry.

      • anonymous sagt:

        Bist du nicht der Typ mit, ich nenne es mal freundlichst “Übergewicht” der für ein Hungerlohn bei der GVU arbeitet? Zu der Zahlungsbereitschaft der GVU empfehle ich das Buch “Undercover von Oliver Dierks”

        Zu den Fakten: Ein wichtiger Informant hat die Strukturen hinter kino.to enttarnt. Anschließend war es ein leichtes für die Staatsanwaltschaft die Kino.to Mitarbeiter die allesamt in Deutschland und der EU ansässig waren in U-Haft zu stecken und deren Konten einzufrieren, so dass nicht mal mehr Geld für ordentliche Anwälte und höhere Gerichtsinstanzen da war. Genug der Fakten, da es genug für Lungerhohn arbeitende GVU Mitarbeiter und deren Gehilfen bei der INES gibt, die nix besseres zu tun haben als Jagd auf Freigeister zu machen.

        • Detlef sagt:

          WOW – was für eine Antwort. Ich habe mich fast bepieselt vor lauter Lachen.

          Du zählst dich wahrscheinlich auch zu den Freigeistern? Dich würde ich eher unter der Gattung “Angst-Beißer” einordnen wollen und die anderen, von dir als Freigeister bezeichnete Szener sind schlicht (Klein-)Kriminelle.

          Ich meine, dass die Kino.to-Jungs Anwälte (teilweise promovierte und habilitierte Juristen) hatten, die mehr als ordentlich waren. Und die konnten sie sich offenbar leisten. Außerdem – Kohle, die aus kriminellen Handlungen kommt, wird eben mal eingefroren. Da hilft alles anonyme Heulen nicht.
          Jaja, der Oliver Dierks. Ich glaube mich entsinnen zu können, dass er irgendwann um 2006 in Richtung Südamerika verschwunden ist. Hatte wohl sein Leben hier nicht mehr so ganz im Griff, Gerüchten zu Folge. Ob er wieder da ist und sich hieran was geändert hat? Wer weiß das schon?

          Und, lieber “anonymous”, ehrlich gesagt – ich habe lieber etwas Übergewicht um die Körpermitte als deine absolute Gewichtslosigkeit im Kopf.

      • AX11 sagt:

        Wenn ich daran denke, dass Typen wie du in der Gegend herumposaunen, sie würden sich für *meine* gerechte Entlohnung einsetzen, möchte ich glatt über drei Häuser kotzen. Such dir lieber DU einen ordentlichen Job. Ungebetenes Bodenpersonal, um nicht “Berufsdenunziant” zu sagen, kann ja wohl nichts sein, was man als ehrliche Arbeit bezeichnen könnte. Im Gegenteil: du lebst von der Kriminalität und auf Kosten der Kunst. Pfui Teufel!

  4. Anonym_2014 sagt:

    Die INES in Dresden ist meinem Eindruck nach die bisher erfolgreichste Staatsanwaltschaft überhaupt, was Ermittlungerfolge zur Internetkriminalität betrifft. Ein Volltreffer war Kino.to, obwohl die mutmaßlichen Hintermänner in Wien noch nicht gefasst sind:

    Das System rechnet sich, und das liegt vor allem an einem Werbekunden:
    Firstload, einem kostenpflichtigen Usenet-Zugang. Die Firmennamen
    wechseln, ebenso der Firmensitz, aber dahinter stecken offenbar immer
    Vater und Sohn F. aus Wien. Die F.s wurden in der Vergangenheit mit
    dubiosen Internet-Geschäften und Abo-Fallen in Verbindung gebracht, Hunderte Anzeigen gingen ein, wie das Schweizer Fernsehen berichtete.
    Allein im ersten Jahr zahlt eine Blue Byte FZE 1,5 Millionen Euro für
    Firstload-Werbung auf kino.to, über die Verimount FZE LLC gibt es 21.000
    Euro für archiv.to. In den folgenden Jahren fließt noch viel mehr Geld.

    Quelle:
    https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/die-geschichte-von-kino-to-wer-mit-den-raubkopien-verdiente-a-838816.html

    • Postulator sagt:

      Meinem Eindruck nach sind die INESen zu ihrem Erfolg kino.to, wie die Jungfrau zum Kind gekommen.
      Ruhm und Ehre gebühren aus meiner Sicht in dem Fall alleinig der GVU.
      So wie ich die Sache in Erinnerung habe, erfuhr die GVU von einem Informationsangebot gegen Geld.
      Danach gingen sie mit einem Klingelbeutel bei Vertretern der Medienindustrie rum und kauften die Infos.
      Diese gaben sie dann aufbereitet der zuständigen Staatsanwaltschaft. Zufällig (aber allgemein bekannt) liegt Leipzig nun mal in Sachsen.
      Man kann also sagen, INES wurde von der GVU geradezu zu ihrem Erfolg hingetragen

      • Anonym_2014 sagt:

        “Man kann also sagen, INES wurde von der GVU geradezu zu ihrem Erfolg hingetragen”

        Das stimmt nach meinem Eindruck nur teiweise:
        “Die umfangreichen weiterführenden Ermittlungen von INES konkretisierten den Anfangsverdacht, so dass bei den zuständigen Gerichten Durchsuchungsbeschlüsse und Haftbefehle beantragt wurden.”
        Quelle:
        https://www.gvu.de/25_169_Internationale_Durchsuchungsaktion_gegen_das_System_kino_to_Verdacht_der_Bildung_krimineller_Vereinigung_zur_gewerblichen_Begehung_von_Urheberrechtsverletzungen_GVU_stellte_Strafantrag.htm

        Weitere Zeugenaussagen vor Gericht haben wohl zu der Spur nach Wien geführt. Die Wiener Staatsanwaltschaft darf allerdings keine Ermittlungen (z.B. Hausdurchsuchungen) wegen Urheberrechtsverletzugs-Straftaten durchführen:

        Es gäbe entsprechende Infos aus der Szene und “eine heiße Spur, der wir jetzt nachgehen”, heißt es beim VAP. Allerdings: Die Justiz ist nicht involviert. Denn Urheberrechtsverletzungen sind bei uns Privatanklagedelikte.

        Quelle:
        https://www.oe24.at/digital/Kino-to-Spur-fuehrt-auch-nach-Oesterreich/69534025

        Allderdings könnte die Wiener Staatsanwaltschaft aus meiner Sicht wegen Betrugs bei der Abofalle “Mega-Downloads.net” (mit der wohl Kino.to finanziert wurde) und wegen möglicher Umsatzsteuer-Straftaten ermitteln.

        Die erste Rechnung von “Mega-Downloads.net” über 96 Euro kam erst fast 3 Wochen nach der Anmeldung, und zwar per E-mail mit PDF-Anlage (Firmensitz/Medieninhaber: Blue Byte FZE Dubai, Verrechnung: Validea GmbH). Viele Abofallenopfer wurden sich wohl erst durch diese Rechnung (nach Ablauf der 14-tägigen Widerrufsfrist!) bewusst, dass der Anbieter von einem kostenpflichtigen Abo ausging:

        https://s1.directupload.net/images/131124/v5ha5hpu.jpg

        • Lars Sobiraj sagt:

          Wenigstens weiß mal einer der hier in den Kommentar aktiven Personen, von was er spricht. Danke!

  5. Postulator sagt:

    Der Kern der Aussage von Mysterion ist doch, das bei INES ausser Spesen nichts gewesen stehen müsste.
    Wäre der Verein effektiv, hätten sie in der Zeit den ein oder anderen hinter Gitter bringen müssen.
    Dies scheint wohl nicht der Fall zu sein, also eventuell ein Fall von Steuergeldverschwendung.
    Zumindest gibt es keine grossmäuligen Erfolgsmeldungen.
    Interessant ist die ganze Sache auch noch aus einem anderen Grund. Die sächsische Justiz ist in der Vergangenheit immer wieder aufgefallen, das sie doch recht eigenartige Prioritäten setzt.
    Nur durch dieses Verhalten der Organe der Rechtspflege dort, konnte sowas wie Pegida gezüchtet werden.
    Wie nun jemand zum Urheberrecht steht ist, so zumindest meine Meinung, Privatsache. Eventuell muss natürlich die ein oder andere Privatperson dann auch die Konsequenzen seines Handelns tragen.
    Vermutlich sind diese Folgen bei den meisten überschaubar, solange sie nicht zu blöd sind sich einen Rechtsanwalt zu nehmen, sobald sie erwischt wurden.
    Urheberrecht hat einen Sinn und wird aus meiner Sicht Bestand haben. Aber ohne einige Änderungen zugunsten private Nutzer wird die Akzeptanz dafür verschwinden und es wird ein zunehmend stumpfers Schwert werden. Es nützt nun mal nichts wenn man im Recht ist und sich nichts dafür kaufen kann.
    Wer jetzt damit kommt dann kontrollieren wir halt das Inet mehr, da gibt es Verschlüsselung, Offlinetausch, vermaschte Wlan Netze usw. Geldverdienen geht immer nur mit und nicht gegen den Kunden. Personen wie den Betreibern von kinoxyz usw sind aus meiner Sicht allerdings nicht privat und deshalb ist es vollkommen gerechtfertigt gegen diese vorzugehen.

  6. Lars Sobiraj sagt:

    Ich finde den Artikel in der jetzigen Form echt okay, ansonsten hätte ich ihn nicht zusammen mit Perseus korrigiert und zur Veröffentlichung freigegeben. Klar sind auch hier Spekulationen vorhanden. Viele andere Dinge werden aber mit den Verlinkungen untermauert.

    Mehr weiß eigentlich nur die INES oder die zuständige Staatsanwaltschaft selbst, die werden uns sicher nicht offen erzählen, was sie warum und wann getan haben. Oder die wahren Hintermänner von kinox.to und den vermeindlich 20 anderen illegalen Angeboten, die uns das sicher auch nicht preisgeben werden. Tja, wer könnte noch mehr wissen? Die Familie der beiden gewaltbereiten jungen Schwerverbrecher aus Norddeutschland, die irgendwo im Osten Europas untergetaucht sein sollen. Wenn es denn stimmt. Das Flugtiket im Artikel wurde von der Instagram-Seite eines der beiden Brüder später auch wieder entfernt. Ob die Eltern mit den Betreibern einer ihnen unbekannten Webseite reden wollen, sofern ich diese überhaupt ausfindig machen kann, weiß ich nicht und stelle ich mal infrage. Das haben wir ehrlich gesagt noch nicht probiert.

    Wenn wir schon beim Thema jammern auf hohem Niveau sind: Den Firmen der Filmwirtschaft geht es im Durchschnitt echt prächtig. Sehr viel besser als der Musikindustrie.

    • Detlef sagt:

      Lars, ich weiß, das Internet ist dein Hinterhof, dein Kiez, deine Stadt, dein Land, deine Welt, nein dein Universum. Du kennst dich da ganz gut aus.

      Bist du deswegen auch dafür, dass man Produkte der Daimler’s, BMW’s oder Audi’s dieser Welt einfach so aus deinem Hinterhof oder in deiner Stadt klauen kann, nur weil es diesen Firmen der Autowirtschaft eher prächtig geht? Oder weil viele der Produkte für die Tarnkappen_Mysterions dieser Welt (übrigens auch für mich) einfach zu teuer und damit nicht bezahlbar sind? Oder darf Tarnkappe_Mysterion ein Produkt dieser Firmen, irgendwo aus dem näheren oder ferneren Teil deines Universums klauen lassen, weil es hier nicht (billig genug) an ihn verkauft wird?

      Und jetzt komm bitte nicht mit dem Argument, ein Auto sei ja physikalisch vorhanden und die alten, geklauten Serien ja nur Bits und Bytes. Das Eine ist ein Produkt wie das Andere – eben nur in einem anderen Aggregatzustand.

      Und zum immer wieder angezweifelten Wahrheitsgehalt: Kino.to ht den Betreibern Freiheitsstrafen eingebracht, denn der Wahrheitsgehalt der Ermittlungen hat das Gericht überzeugt. Der Wahrheitsgehalt der KinoX-Erkenntnisse wird dies, meiner bescheidenen Meinung nach, ebenfalls tun.

      BtW:

      Torrent.to, Gwarez und andere Portale (ihr kennt sie ja alle) haben ihren Betreibern schlussendlich auch einen ordentlichen Schlag in den Nacken verpasst. THE SHOW WILL GO ON

      • Postulator sagt:

        Naja, Gwarez 18 Monate auf Bewährung und 5000 EUR Strafe nach drei Jahren.
        Sooo toll sind die Strafen eigentlich nicht. Zivilrechtlich kann da noch was kommen aber da greift vermutlich der Satz, greif einem nackten Mann mal in die Tasche.
        Wie schon gesagt schön das man im Recht ist, blöd das unterm Strich ausser Spesen nichts gewesen rauskommt.
        Ich gebe Dir aber recht, die alles muss billiger sein Argumente sind sinnlos. Jeder kann Preise gestalten wie er will, solange diese nicht sittenwidrig sind.
        Bei Medienprodukten ist eine billig billig Strategie aus meiner Sicht auch nicht zielführend.
        Auf der anderen Seite bildet sich in einer funktionierenden Marktwirtschaft der Preis am Markt (deshalb der Name).
        Aktuell sehe ich bei dem Komplex geistiges Eigentum eher den Versuch diese bewährten Mechanismen zugunsten von repressiven Preisvorgabemodellen aushebeln zu wollen.
        Ich sage mal, das geht schief.
        Die Buchpreisbindung hat nur funktioniert weil nicht jeder eine Druckerei eröffnen konnte.
        Das hat sich mit dem Wegfall des Traegermediums Papier als zwingende Voraussetzung für eine Veröffentlichung geändert. Filme ecetera usw das Gleiche.
        Juristen sehen durchaus einen Unterschied bei dem Diebstahl physischer Güter und bei Urheberrechtsverletzungen. Deshalb gibts es ja dieses tolle Wort :-).

        • Detlef sagt:

          :-) Setze drei Juristen an einen Tisch und lass die ein Problem erörtern. Ratzfatz hast da fünf Meinungen und keiner kommt so richtig am Ziel an :-)

          • Postulator sagt:

            Kann ich nicht bestätigen. Ich beschäftige gerade drei und die Ergebnisse sind OK (für mich).

            • Perseus sagt:

              Das klingt spannend, gehts um was mit Internet?

              • Postulator sagt:

                Nö, Erbe.
                Kleiner Tip an alle Erbe immer mit Einschränkung auf die Erbmasse annehmen, nie uneingeschränkt.

      • Lars Sobiraj sagt:

        Detlef: Komm mal wieder auf einen Kaffee vorbei, lass die Herren Waldorf und Frommer aber bitte in München, wo sie hingehören, danke!

  7. TheLouisG sagt:

    Endlich mal etwas was man lesen. Der ganzen Lügenpresse aka Spiegel, Bild und co. kann man eh nicht glauben. Da werden Leute an den Pranger gestellt die nur Sündenböcke sind. Ist meine Meinung, Ich selber habe nen Monatsabo bei Netflix seid DE-Start und Amazon Prime Instant Video. Sowie Premium bei Spotify. Trotzdem muss ich immer noch auf Angebote wie KinoX und co. zugreifen weil es eben nicht alles gibt oder alles über zig Anbieter gestreut ist. So geht es nicht – kein Wunder warum illigale Angebote immer noch boomen.

  8. Detlef sagt:

    Frei nach André Kostolany:

    Wer viel weiß, kann spekulieren. Wer wenig Ahnung hat, darf nicht spekulieren. Wer null Plan hat, muss spekulieren.

    Mal wieder ein völlig sinnfreier Artikel ohne jeglichen Informationswert. Lars, gehen etwa die Klicks zurück mit den letzten Themen?

    • Lars Sobiraj sagt:

      Die Frage würde ich dem Autor stellen, danke.

    • Tarnkappe_Mysterion sagt:

      Bist du nicht der Detlef von der GVU wenn ich mich recht erinnere. Denke Lars kann immer noch selber entscheiden was er veröffentlicht. Der Informationswert ist bei mir vorhanden. Und ich denke nicht das es Lars um Klicks geht. Er entscheidet ja selber was er veröffentlicht. Ich finde den Artikel gut und denke andere Leser die das Thema interessiert auch.

      Sogar die FAZ hat schon die INES offen kritisiert zwar in einen anderen Fall aber da sieht man doch auch wie unverhältnismäßig Razzien sind: https://www.versicherungsbote.de/id/88216/FAZ-kritisiert-Dresdner-Justiz-wegen-Unister-Razzia-als-unverhaeltnismaessig/

      Oder nehmen wir den Fall boerse.bz: War es wirklich gerechtfertig mit 100ten Beamten eine Razzia durchzuführen um ein paar kleine Uploader festzunehmen? Was hat den die Razzia gebracht? Board ist unter ner anderen Domain da und es geht weiter wie bisher.

      Wäre es nicht endlich mal angebrachter etwas am Urheberrecht zu ändern und legale Alternativen zu schaffen? Ich persönlich bin jedenfalls mit Netflix/Amazon Instant Video und Maxdome nicht abgedeckt. Es fehlt einfach Inhalt den ich sehen will zb. viele alte Serien. Sowas finde ich halt nur woanders illigal. Ist leider so. Übt mal lieber Druck auf die Contentindustrie auf und schafft ENDLICH VERNÜNFTIGE ANGEBOTE!

      • Lars Sobiraj sagt:

        Es gibt mehrere Fakeaccounts, selbst unter dem Namen Detlef. Das muss nicht zwingend der Herr von der GVU sein.

        Bei Netflix bin ich eigentlich recht zufrieden. Aber das Angebot könnte deutlich besser sein, stimmt. Für alle 3 Dienste gleichzeitig zu bezahlen, sehe ich nicht ein.

      • Detlef sagt:

        Mein lieber “Tarnkappe_Mysterion”.
        Von mir meinst ja zu wissen, wer ich bin. Du turnst hier anonym/pseudonym durch die Gegend und verbreitest Unsinn.

        Es war schon immer so, dass die getroffenen Hunde am lautesten bellen. Dabei soll ihnen schon auch mal das eine oder andere, mehr oder weniger angesehene Printmedium unter die Arme gegriffen haben.
        Das heißt aber noch lange nicht, dass deren Geschreibe auch belastbare Fakten enthält.

        Bei boerse.bz hat man gehört, dass bundesweit viele Uploader aufgesucht wurden. Das geht eben mal nicht mit fünf Mann von der Frühschicht des Kölner Polizeireviers. Dass bei vielen Uploadern natürlich welche dabei waren, die wenig geuppt haben, liegt in der Natur der Sache. Aber uploaden ist und bleibt eben uploaden…und das darf man nicht…

        Außerdem liegt es ausschließlich am Rechteinhaber, was er zu welchem Preis bereit stellt. Wenn deine, ach so geliebten, alten Serien nicht dabei sind, dann tut mir das persönlich ehrlich leid. Aber illegal bleibt eben mal illeal, wenn du dir die Teile so beschaffst.

        Das Urheberrecht wird übrigens dauernd geändert. Schreib halt mal dem Justizminister des Bundes und schlag ihm deine Ideen vor. Und Alternativen werden ebenfalls dauernd geschaffen. Du sagst aber selbst, dass die dir nicht genügen – und du daher bereit bist, illegal vorzugehen.
        Diese Einstellung konterkarriert alle Bemühungen ENDLICH VERNÜNFTIGE ALTERNATIVEN zu schaffen. Denn solange es die illegalen Angebote gibt, quasi für lau alles zu bekommen, haben es die VERNÜNFTIGEN ALTERNATIVEN richtig schwer. Weil die einfach was kosten, und, wie Lars treffend sagt, sie dem einen oder anderen einfach zu teuer sind.

        Na ja – mal wieder an eine Mysterion-Wand geschrieben! Denn ich weiß, dass sowas bei Leuten wie dir, die am Pipi-Langstrumpf-Syndrom (…ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt) leiden, einfach nicht ankommt.

        • Tarnkappe_Mysterion sagt:

          Ja lieber Detlef das Urheberrecht wird andauernd geändert. In eine Richtung die meistens nur zugunsten der Contentindustrie geht und nicht zugunsten der Verbraucher. Musik- Schutzrecht derzeit 70 Jahre. Die Amis fordern dies noch weiter zu erhöhen. Wozu? Damit die Nachkommen der Nachkommen noch daran verdienen obwohl sie nix dafür geleistet haben. Rechte sollten mit dem Tod eines Musikers sterben. Und dann sollte es frei für jeden ohne dafür zu bezahlen zugänglich sein und nicht so das noch andere am Tod Millionen mitverdienen.

          Dann weiter im Kontext. https://www.golem.de/news/urheberrecht-e-books-duerfen-nicht-weiterverkauft-werden-1504-113490.html

          Was soll sowas warum darf ich ein E-Book nichtweiterkaufen gebraucht wenn ich vorher die Rechte am meinen gekauften Buch abtrete. Weil ich es eventuell noch es auf meinen Reader weiternutze? Auch dafür gibt es technische Mittel dies zu verhindern. Ich kann ja auch ein gedrucktes Buch kopieren, es verkaufen als gebraucht und die kopierte Ausgabe lesen? Darf ich also demnächst keine gebrauchten gedruckten Bücher verkaufen? Eine orginal gekaufte DVD kann ich ja auch auf meinen Festplattenrekorder aufnhemen ohne so den Kopierschutz zu umgehen und sie dann als gebraucht verkaufen. Darf ich dann sowas in Zukunft auch nichtmehr?

          Am UrhG welches 2003 auf den Weg gebracht wurde habt ihr ja maßgeblich mitgewirkt und die Änderungen danach haben auch nicht wirklich Vorteile für die Verbraucher gebracht, sondern nur Vorteile zugunsten der Lobby.

          Ich brauch nichts an den Justizminister des Bundes schreiben weil es nichts bringt. Die Lobby ist eh viel stärker als die Interessen der Bürger.

          • Elangs sagt:

            Die Memes sind wieder da.
            Klar, Disney ist schuld, die wollen aus ihrem Kram noch 1000 Jahre Geld ziehen.
            But hey wait… Ist Disney nicht eine Marke? Hat eine Marke nicht theoretisch unendlich lange Schutz, solange man brav die Registrierung bezahlt?
            Und sind die meisten Disney Titel nicht auch an sich Marken?
            Richtig und daher ist dieser Meme schon mal dummes Zeug.

            Mysterion, bei der Contentindustrie rauchen die Schornsteine wegen neuer Werke, nicht wegen 70 Jahre alter Produkte.

        • gertrud sagt:

          wow, ich hör da ganz deutlich nur mäh mäh mäh
          das sind die laute die die perfekt umerzogenen und gehirngewaschenen gutmenschenschafe von sich geben.
          denn: die grössten feinde der freiheit sind die glücklichen sklaven!

          • Detlef sagt:

            gertrud, gertrud, gertrud
            um im Tierreich zu bleiben: dein Weltverbesserungs-Geschnatter bringt auch niemanden weiter.

      • Elangs sagt:

        Genau, vernünftige Angebote sowie Spotify.
        Hat die Piraterie für Musik ja auch zum Erliegen gebracht.
        But hey wait….

    • deubacoba sagt:

      Ich kann Detlef nur sekundieren. “In a nutshell” trifft den Gehalt des Artikels recht genau. Wobei es fraglich ist, woher mehr Fleisch kommen könnte. Die Schichten in denen hier herum gekrebst wird interessiert doch niemanden mehr wirklich.

      Mit Qualität läßt sich immer noch wunderbar Kohle verdienen und mit Schrott ist man schon immer auf Messers Schneide unterwegs gewesen.

      So klingen die diversen Headlines zum GoT S05 Start, wie “am meisten raubkopierte Serie” recht unspektakulär, wenn ich mir die Markdaten anschaue:

      2015
      Game of Thrones: The Complete Fourth Season 332,602 BD $11,677,839
      Game of Thrones: The Complete Fourth Season 360,790 DVD $10,828,923

      2014
      Game of Thrones: The Complete Third Season 711,644 BD $23,123,653
      Game of Thrones: The Complete Third Season 605,782 DVD $17,537,034

      Das ist Jammern auf hohem Niveau, sogar auf extrem hohem Niveau, weil sich die Budgets der Privatpersonen in Europa und den USA sich nicht wirklich vergrößert haben, sondern sogar geschrumpft sind, wenn man das socially required spending betrachtet.

      Auch der Gegenschluß, das unsinnige Urheberrecht müße geändert werden ist einfach nur Blödsinn. Ohne die entsprechende Infrastruktur, die außer in Japan und Korea nicht gegeben ist, werden Netfilx & Konsorten sowieso nur Alternativen für Menschen in entsprechend erschlossenen Gebieten bleiben. Da braucht man nicht Paragrafen kommen.

      Solange etwas strafbar ist, soll es auch entsprechend geahndet werden. Chaingangs für Uploader! Das könnte vielleicht abschrecken, verändert aber nur die Personenkreise und ist damit wieder für die Katz.

      Die Einzigen die sich in dieser dünne Suppe tummeln, sind: die wirklich Dummen, die denken, nur weil man jetzt wischt, würde man Information Technology beherrschen, ihre Abzocker, denen man eigentlich, wegen des hoffentlich eintretenden Lerneffekts dankbar sein muß, die Anwälte und die diversem Arschwarzen, welche von tollen Ratschlägen, über Tools bis hin zu Dienstleistungen für geistig Arme in dem Sumpf auif Kundenfang gehen.

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