Reality Winner: Whistleblowerin zu fünf Jahren Haft verurteilt

Artikel von · 28. Juni 2018 ·

Reality Winner, die bei einem NSA-Dienstleister tätig war, bekannte sich am Dienstag vor einem Bezirksgericht in Augusta im US-Bundesstaat Georgia, schuldig, geheime Informationen an Journalisten weitergegeben zu haben. Damit habe sie gegen den Espionage Act verstoßen und die Sicherheit der USA gefährdet. Die Whistleblowerin wurde zu 63 Monaten Haft verurteilt. Im Anschluss daran bekam sie zudem noch für drei Jahre strenge Bewährungsauflagen, berichtet CNN.

Aufgrund einer Vereinbarung zwischen dem Richter und ihren Anwälten liegt das Urteil noch um die Hälfte unter den von der Staatsanwaltschft geforderten 10 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 250.000 Dollar. Winner wurde beschuldigt, einen Bericht über einen Cyberangriff des russischen Militärgeheimdienstes von der Einrichtung, in der sie gearbeitet hatte, an eine Online-Nachrichtenagentur zu senden. Der NSA-Bericht vom 5. Mai enthielt Einzelheiten eines russischen Cyberangriffs 2016 auf einen US-amerikanischen Anbieter von Wahlsoftware, obwohl es keine Beweise dafür gibt, dass der Hack irgendwelche Stimmen beeinflusst hat. Die US-Webseite The Intercept hat am 5. Juni ein internes, vertrauliches Dokument des US-Geheimdienstes NSA über mutmaßliche russische Cyberangriffe veröffentlicht – und damit offenbar die anonyme Quelle verraten. Bereits kurze Zeit nach dem Erscheinen des Artikels wurde Reality Winner wegen der Weitergabe vertraulicher Informationen durch das FBI festgenommen.

Das schnelle Enttarnen der Quelle liegt auch am Vorgehen von The Intercept. Diese hatten den Leak nicht nur für einen Artikel verwendet, sondern auch direkt bei den Behörden um Stellungnahme gebeten: Laut Gerichtsakte schickte der Journalist einem Geheimdienstler Fotos des geheimen NSA-Berichts, mit der Frage, ob das Dokument echt sei. Diese hatten den Drucker, mit dem die Originaldokumente ausgedruckt wurden, aufgrund der digitalen Punktsignatur erkannt und so ihre Sicherheitslücke ausmachen können und eindeutig als Reality Winner identifiziert. Zudem geht aus dem Antrag auf Haftbefehl gegen Winner hervor, dass dieser Journalist den NSA-Dienstleister informierte, von wo das Dokument laut Poststempel abgesendet war: Augusta, Georgia, dem Sitz von Winners Arbeitgeber.

Bildquelle: geralt, thx! (CC0 Public Domain)

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3 Kommentare

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    Anonymous

    Tja, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
    Man sollte immer selbst alles kontrollieren und etwas Ahnung von der Technik haben.
    Ein bisschen Paranoia schadet bestimmt nicht will man zum Whistleblower werden.

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    Anonymous

    Diese Frau ist keine ‚Whistleblowerin‘, sondern bloss eine weitere selbstverliebte Kriminelle. Was hat ihre ‚Enthülling‘ denn der Gesellschaft Gutes getan?

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    Vertraue keinen Journalisten, denn jeden Tag steht ein noch Dümmerer auf……..


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