Reality Winner: Whistleblowerin zu fünf Jahren Haft verurteilt

Reality Winner hat sich für schuldig bekannt, geheime Informationen weitergegeben zu haben. Man hat sie zu 63 Monaten Haft verurteilt.

Reality Winner: Whistleblowerin zu fünf Jahren Haft verurteilt

Reality Winner, die bei einem NSA-Dienstleister tätig war, bekannte sich am Dienstag vor einem Bezirksgericht in Augusta im US-Bundesstaat Georgia, schuldig, geheime Informationen an Journalisten weitergegeben zu haben. Damit habe sie gegen den Espionage Act verstoßen und die Sicherheit der USA gefährdet. Man hat die Whistleblowerin zu 63 Monaten Haft verurteilt. Im Anschluss daran bekam sie zudem noch für drei Jahre strenge Bewährungsauflagen, berichtet CNN.

Reality Winner verurteilt

Aufgrund einer Vereinbarung zwischen dem Richter und ihren Anwälten liegt das Urteil noch um die Hälfte unter den von der Staatsanwaltschft geforderten 10 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 250.000 Dollar. Winner wurde beschuldigt, einen Bericht über einen Cyberangriff des russischen Militärgeheimdienstes von der Einrichtung, in der sie gearbeitet hatte, an eine Online-Nachrichtenagentur zu senden.

Der NSA-Bericht vom 5. Mai enthielt Einzelheiten eines russischen Cyberangriffs 2016 auf einen US-amerikanischen Anbieter von Wahlsoftware, obwohl es keine Beweise dafür gibt, dass der Hack irgendwelche Stimmen beeinflusst hat. Die US-Webseite The Intercept hat am 5. Juni ein internes, vertrauliches Dokument des US-Geheimdienstes NSA über mutmaßliche russische Cyberangriffe veröffentlicht – und damit offenbar die anonyme Quelle verraten. Bereits kurze Zeit nach dem Erscheinen des Artikels wurde Reality Winner wegen der Weitergabe vertraulicher Informationen durch das FBI festgenommen.


Redakteure von The Intercept verhielten sich grob fahrlässig

Das schnelle Enttarnen der Quelle liegt auch am Vorgehen von The Intercept. Diese hatten den Leak nicht nur für einen Artikel verwendet, sondern auch direkt bei den Behörden um Stellungnahme gebeten. Laut Gerichtsakte schickte der Journalist einem Geheimdienstler Fotos des geheimen NSA-Berichts, mit der Frage, ob das Dokument echt sei.

Diese erkanten den Drucker, mit dem sie die Originaldokumente ausgedruckt hatte, aufgrund der digitalen Punktsignatur erkannt. Man konnte ihre Sicherheitslücke ausmachen und eindeutig als Reality Winner identifizieren. Zudem geht aus dem Antrag auf Haftbefehl gegen Winner hervor, dass dieser Journalist den NSA-Dienstleister informierte, von wo das Dokument laut Poststempel abgesendet war: Augusta, Georgia, dem Sitz von Winners Arbeitgeber.

Bildquelle: geralt, thx! (CC0 1.0 Public Domain)

Tarnkappe.info

Über den Autor

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.