Pro-Linux.de wird Ende Mai nach 22 Jahren eingestellt

Mirko Lindner schickt sein News-Portal Pro-Linux.de Ende Mai nach 22 Jahren in Rente. Danach wird die Seite nur noch als Archiv fortbestehen.

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Pinguin-Gang von Adriano Gasparri, thx! (CC BY-SA 2.0)

Mirko Lindner wird sein News-Portal Pro-Linux.de nur noch bis Ende Mai aktiv betreiben. Die Seite bleibt bestehen. Doch ab Juni kommen nach 22 Jahren keine neuen Beiträge mehr dazu.

Pro-Linux geht in die wohlverdiente Rente

Vergangenen Montag verabschiedete sich der aktuelle Betreiber Mirko Lindner mit den Worten Es war uns eine Ehre“. Die gemeinsame Reise werde bald zu Ende gehen. In 22 Jahren wurden dort 1.562 Artikel, 301 Kurztipps und 27.690 News veröffentlicht. Es sei nun an der Zeit, Pro-Linux „in den verdienten Ruhestand zu schicken.“

Ab Juni 2020 wird die Seite nur noch in Form eines Wissensarchivs fortbestehen. Nach dem Monatswechsel werden keine neuen Beiträge mehr erscheinen, auch die Kommentaraktion wird deaktiviert. Lindner erläutert, es bedürfe keiner Erklärung mehr für ein Konzept, welches „in der Mitte der IT-Gesellschaft“ angekommen sei. Open Source Software und Linux sei mittlerweile allgegenwärtig. Er geht davon aus, dass seine ehemaligen Ziele somit „weitgehend obsolet“ seien. Bislang ist im deutschsprachigen Bereich kein Nachfolger in Sicht, der die bald entstehende Lücke schließen wird.


Einstellung des aktiven Betriebs hinterlässt in der Community eine große Lücke

Michael Stehmann, Vorsitzender des Vereins Freie Software Freunde e. V. kommentiert die Schließung wie folgt:

pro-linux„Die Einstellung von Pro-Linux erscheint menschlich verständlich, ist aber ein großer Verlust für die Freunde Freier Software und Offener Standards.

Pro-Linux bot bisher täglich aktuelle Informationen nicht nur zu Freier Software und den Unternehmen und Projekten, die sie entwickeln, sondern auch zu Veranstaltungen und Gruppen.

Pro-Linux war ein gut etablierter und weithin bekannter Anlaufpunkt. Dies beweisen nicht zuletzt die Leserreaktionen auf die Abkündigung.

Zu diesem guten Ruf hat in erster Linie die professionelle und engagierte Arbeit der Aktiven beigetragen. Hierfür gebührt ihnen Dank.

Auch dafür, dass sie trotz des erheblichen Aufwandes vor allem durch Trollaktivitäten freien Meinungsaustausch immer ermöglicht haben.

Eine der größten oder ältesten Anlaufstellen für Freie Software geht nun in den Ruhestand, und Ersatz ist nicht in Sicht.

Vielleicht ist zurückhaltend bebilderter Text als Informationsmedium ja nicht mehr zeitgemäß, und eine neue Generation wird auf neuen Wegen und mit neuen Mitteln die Information des Publikums übernehmen und Menschen für Freie Software und Offene Standards begeistern.

Eine Ära geht zu Ende. Aber wahrscheinlich hat die Zukunft längst begonnen.

Michael Stehmann, Vorsitzender des Vereins Freie Software Freunde e. V.“

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.